Endlich ein erfolgreicher Bundestrainer, auch zum Liebhaben!

causasportnews.com – 92/2026, 4. Oktober 2026

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(causasportnews / red. / 4. Oktober 2026) Im dritten Anlauf ist geglückt, was in Deutschland etwas mehr als 83 Millionen «Bundestrainerinnen und -trainer» erwartet, erhofft, erzittert und verlangt haben. Der einzig wahre Bundestrainer hat geliefert, war und ist erfolgreich, und hat sein Team, die Deutsche Nationalmannschaft, zum ersten Sieg nach einem Unentschieden gegen Holland und einer blamablen Niederlage gegen Griechenland gecoacht; ausgerechnet Griechenland! In der Euro-Krise half vor allem Deutschland, die Griechen aus dem Wirtschaft-Sumpf zu ziehen. Jetzt diese Niederlage gegen die Hellenen. Dankbarkeit sieht wohl anders aus. Es war zwar nur das dritte Freundschaftsspiel unter dem Messias des Deutschen Fussballs, Jürgen Klopp, das die Erlösung für die malträtierte, Deutsche Fussballseele brachte. Aber immerhin. Serbien schwächelte und unterlag einer stark umgekrempelten Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klopp. Die Hoffnungen Deutschlands auf den nächsten Fussball-Europameisterschaftstitel (2028) und den Weltmeistertriumph zwei Jahr später (2030) wurden durch diesen Sieg im dritten Freundschaftsspiel unter dem neuen Bundestrainer befeuert.

Apropos Freundschaftsspiele: Im modernen Nationalmannschafts-Fussball sind die klassischen Freundschaftsspiele, in denen Trainer auf dem Spielfeld experimentieren konnten, passé. Auch diesem Fussball-Format ohne grossen, sportlichen Wert wurde der Turnier-Stempel («UEFA Nations League») aufgedrückt. Es zählt der Erfolg, sonst nichts. Nun, ein Sieg ist ein Sieg, auch wenn dieser an sich nun praktisch wertlos ist und lediglich einen Niederschlag in den Fussball-Statistiken findet.

So kam es, dass nach dem Erfolg Deutschlands gegen Serbien die Qualitäten des neuen Bundestrainers allgemein gewahr wurden. Jürgen Klopp, ein Motivator wie aus dem Jenseits, impfte seinen Spielern Selbstvertrauen ein, das alles durch Haut- und Haarkontakte. Herzhafte Küsse auf die Spieler-Stirnen, Umarmungen der kickenden Fussball-Protagonisten, aus denen es für die beglückten Spieler kein Entrinnen gab, Streicheleinheiten zuhauf und ein unausweichliches «Herzen» (an sich drücken) der Millionäre in kurzen Hosen – das ist das, was Deutschland im Sporterfolg liebt. Und das alles in Zeiten von «MeToo»! Dies alles hat den Bundestrainer, der solche Wunder möglich macht, in andere, überirdische Dimensionen katapultiert. Kurz: Endlich befindet sich ein erfolgreicher Bundestrainer zum Liebhaben an der Seitenlinie!

Zweifelsfrei wird nun Jürgen Klopp alle Erwartungen der Fussballnation erfüllen. Das ist alles andere als einfach, denn Deutschland will stets ganz oben sein, nicht nur im Sport und insbesondere im Fussball. Und wenn etwas nachgeholfen werden muss, wird die Angelegenheit perspektivisch beurteilt: «Wir sind immer oben, und wenn wir unten sind, ist einfach unten oben.» Dies lässt dann jeweils das Land frohlocken und das «Wir-Gefühl» in ekstatische Dimensionen treiben. Zur Realität: «Wir sind Papst», vermeldete das Boulevard-Sprachrohr Deutschlands, die BILD-Zeitung, im April 2005, als der Deutsche Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst gewählt wurde und sich auf den Stuhl Petri setzen konnte. «Wir sind Weltmeister», trompeteten die Medien aus dem Land der Dichter, Denker und Rennrodler, als Deutschland 2014 in Brasilien dank einem Tor von Mario Götze den WM-Pokal gewann. Mit Blick auf die herannahende Fussball-Europameisterschaft (2028) und die nächste Fussball-WM-Endrunde (2030) ist Optimismus angesagt: «Wir schaffen das!» sagte schliesslich schon die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hatte ja mit ihrem Ausspruch ziemlich Recht. Wenn nur nicht die miesepetrigen Journalisten wären. Der (Deutsche) Sport-Redaktor der «Neuen Zürcher Zeitung» (!) sieht im Deutschen Fussball trotz Messias Jürgen Klopp «einen Sanierungsfall» («NZZ» vom 16. September 2026). Vergleiche zur Wirtschaft, zur Politik und zur Deutschen Gesellschaft lassen tief blicken. In diesen Segmenten ist Niedergang angesagt, und das wird sich angeblich auch im Sport niederschlagen, bzw. auch Jürgen Klopp wird das nicht sofort ändern können, so die «NZZ». Schuld an allem ist jedoch nur die in Deutschland grassierende «Hybris», von der man sich verabschieden müsse. Jürgen Klopp nur auf den Fussball zu reduzieren, ist nach Auffassung der Journalisten-Gilde so oder so eine Verschwendung von Ressourcen. Der Kult-Klubtrainer hat selbstverständlich das Zeug zum Bundeskanzler. Ein Bundestrainer im Nationalmannschafts-Fussball ist eh nicht ausgelastet, weshalb er nebenbei durchaus in Berlin zum Rechten sehen könne. Von Friedrich Merz kommt bekanntlich nichts, und die «NZZ» («NZZ» vom 1. Oktober 2026) vermutet, dass er nicht als Reformkanzler in die Deutsche Geschichte eingehen dürfte, sondern «als Deutschlands grösster Dampfplauderer in Erinnerung» bleiben wird. «Schaun mer mal», pflegte der 2024 verstorbene Fussball-«Kaiser» Franz Beckenbauer in solchen Situationen jeweils zu sagen.

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