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Die Tragödie um Michael Schumacher geht weiter

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Medienspekulation: Geht es wirklich aufwärts? (FREIZEIT SPASS vom 24. 12.2019)

(causasportnews / red. / 29. Dezember 2019) Heute vor sechs Jahren erlitt der erfolgreichste Formel 1-Fahrer aller Zeiten, Michael Schumacher, einen Unfall, der zur Tragödie wurde. Im französischen Méribel stürzte er auf einer Skipiste derart unglücklich, dass er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Seither ist vom ehemaligen Ausnahme-Sportler in der Öffentlichkeit weder etwas zu sehen noch zu hören. Der Deutsche mit Wohnsitz am Genfersee in der Schweiz, der am 3. Januar 2020 sein 50. Lebensjahr beendet, wird von seinem privaten Umfeld abgeschirmt, was immer wieder zu Spekulationen über seinen Gesundheitszustand Anlass gibt. Es wäre indessen eine gewagte Spekulation zu behaupten, Michael Schumacher gehe es inzwischen besser, auch wenn sich das nicht nur die Sportwelt sehnlichst wünschen würde. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Folgen der beim Skiunfall in den Alpen erlittenen Verletzungen eher nicht zu Optimismus berechtigen.

Die ungewisse Situation um die „absolute Person der Zeitgeschichte“ Michal Schumacher (vgl. dazu etwa causasportnews vom 29. Dezember 2018) animiert insbesondere die Regenbogenpresse jeweils um das Unfalldatum herum, auflagefördernde Spekulationen zu verbreiten. So auch jetzt wieder. Als Blickfang an den Kiosken war am 24. Dezember 2019 etwa das Heft „FREIZEIT SPASS“ ausgelegt – mit einem alten Bild von Michael Schumacher und seiner Frau auf der Titelseite, alles garniert mit der die Hoffnung nährenden Überschrift: „Michael Schumacher – Endlich geht’s bergauf“. Gemäss Artiklel-Inhalt beruft sich das Heft bezüglich der vermeldeten Neuigkeit auf den langjährigen Renn-Intimus von Michael Schumacher im Ferrari-Rennstall, Jean Todt. Dieser soll sich in dieser Hinsicht geäussert haben, die Entwicklung im Heilungsprozess verlaufe gut, und: „Ich hoffe, dass wir eines Tages zu einem Grand Prix gehen können.“. Das verleitet das Magazin zur erwähnten Konklusion, vermeldet auf der Titelseite.- Es ist bekannt, dass die Familie Schumacher insbesondere gegen Persönlichkeitsverletzungen des Verunfallten durch die Medien konsequent vorgeht. Aktuell dürften Prozesschancen gegen das erwähnte Blatt im konkreten Fall als nicht allzu gross eingeschätzt werden. Die pressemässigen Aktivitäten um den „Fall Schumacher“ sind teils eher als mediale Tragödie innerhalb der Gesamt-Tragödie um den ehemaligen Rekord-Titelhalter zu werten. Die traurige Geschichte um Michael Schumacher dürfte nicht allzu rasch ausgestanden sein.

Dramatische Wende im Versicherungsfall „Lukas Müller“

(causasportnews / red. / 6. Mai 2019) Der tragische Unfall des Skispringers Lukas Müller hat eine dramatische, juristische Wende erfahren: Im Gegensatz zum Österreichischen Bundesverwaltungsgericht (Erkenntnis vom 17. Oktober 2018; „Causa Sport“ 1/2019, 67 ff.), welches das Ereignis mit den entsprechenden, versicherungsrechtlichen Folgen als „Freizeitgeschehnis“ einstufte, qualifizierte der Österreichische Verwaltungsgerichtshof den Horrorsturz des Skispringers anfangs 2016 in Bad Mitterndorf als Tätigkeit eines Beschäftigten (Arbeitnehmers) mit allen versicherungsrechtlichen Konsequenzen (Unfall-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherungsansprüchen). Insbesondere werden nun aufgrund dieser rechtlichen Qualifikation der Betätigung von Lukas Müller, der im Vorfeld der Skiflug-WM 2016 auf dem Kulm als Vorspringer verunglückte, die lebenslangen Folgekosten des heute 26-jährigen abgedeckt (Erkenntnis vom 3. April 2019; Ro 2019/08/0003).

Der Verwaltungsgerichtshof hatte sich schwerpunktmässsig mit der Frage zu befassen, ob der Betroffene bei der Veranstalterin der Skiflug-WM in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit beschäftigt war. Im Gegensatz zum Bundesverwaltungsgericht wurde dies bejaht. Das zu erzielende Arbeitsergebnis habe darin bestanden, für die WM alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die an der Veranstaltung teilnehmenden Athleten in einen Wettkampf gemäss Regeln des Internationalen Skiverbandes (FIS) treten könnten. Dafür habe der Veranstalter entsprechende infrastrukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen schaffen müssen, wozu auch die Tätigkeit der Vorspringer gehört habe.

Die Entscheidung, welche mit Blick auf das verwaltungsgerichtliche Erkenntnis geradezu als „dramatische Wende“ bezeichnet werden kann, kommt allerdings nicht ganz unerwartet: Die Begründung des Bundesverwaltungsgerichts mutet in der Tat teilweise arg gekünstelt an (vgl. „Causa Sport“ 1/2019, 67 ff.). Die notwendige und auch folgerichtige Korrektur ist nicht zuletzt für den tragisch verunglückten, jungen Sportler, der sich von den Folgen des verhängnisvollen Sturzes nie mehr erholen wird und lebenslang auf Dritthilfe angewiesen sein wird, wenigstens eine gewisse Genugtuung. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe von „Causa Sport“ (2/2019) anfangs Juli 2019 (lkl./err.)