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2 x «Sepp» im Zentrum

causasportnews.com – 29/2025, 25. März 2025

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(causasportnews / red. / 25. März 2025) Der Name «Joseph» oder «Josef» steht nicht gerade an erster Stelle im modernen, männlichen Namens-Ranking. Doch in diesen Tagen machen gleich zwei Persönlichkeiten aus der Welt des Sportes mit dem entsprechenden Kürzel-Namen «Sepp» auf sich aufmerksam; einmal mit einem einigermassen guten Ende, einmal in dramatischer Art und Weise.

Einmal geht es um den 89jährigen, langjährigen FIFA-Präsidenten Joseph «Sepp» Blatter. Nach seinem Abgang mit Getöse 2016 beim Fussball-Weltverband wurde er vor allem von der FIFA mit Gianni Infantino und seiner Entourage in vielerlei Hinsicht geplagt. Neben anderen Vorkommnissen ging es um eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, welche die FIFA dem designierten Präsidenten-Nachfolger Michel Platini zahlte. Diese Zahlung wurde 2025 publik und führte letztlich dazu, dass der ehemalige, französische Star-Fussballspieler und UEFA-Präsident seine Ambitionen für das FIFA-Präsidium begraben musste. So ganz klar ist es bis heute nicht, für was genau diese Summe von der FIFA (Verein) an Michel Platini bezahlt worden ist. Auf Betreiben des Weltverbandes wurden bald einmal die schweizerische Bundesanwaltschaft in Marsch gesetzt. Betrug und Urkundenfälschungen waren die Delikts-Vorhalte, welche von der Ermittlungsbehörde des Bundes mit dem Support der FIFA als angeblich Geschädigte gegen Joseph «Sepp» Blatter, der vor ein paar Tagen 89 Jahre alt geworden ist, erhoben wurden. 2022 wurden der Walliser «Sepp» Blatter und der nun bald 70jährige Michel Platini vom Bundesstrafgericht in Bellinzona in dieser «Causa» freigesprochen. Die Bundesanwaltschaft und die FIFA wollten es nicht bei den Freisprüchen bewenden lassen und gingen in die Berufung. Soeben bestätigte die ausserordentliche Berufungskammer des Bundesstrafgerichts in Muttenz die beiden Freisprüche «in dubio pro reo – «im Zweifel für die Angeklagten»; dieser Grundsatz betrifft die Sachverhaltslage und nicht die Rechtsanwendung). Dieser erneute Freispruch bedeutet eine schallende Ohrfeige für die Anklagebehörde des Bundes und für die FIFA unter Gianni Infantino. Vor allem der Weltverband muss sich nun den Vorwurf gefallen lassen, einen alten, weitgehend hilf- und wehrlosen Ex-Präsidenten bis auf’s Blut mit unsinnigen Verfahren zu quälen. Nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat sich die FIFA unter dem damaligen Präsidenten Joseph «Sepp» Blatter in einem Punkt, nämlich, dass sie nie dafür gesorgt hat, dass die Tat- und Rechtsgründe für die Millionen-Zahlungen an Michel Platini vollumfänglich transparent wurden. «Beschämend» nannten Prozessbeobachter die Rechtshandlungen der FIFA nach dem Freispruch für den Ex-Präsidenten sowie den Ex-UEFA-Präsidenten Michel Platini. Dennoch nahm der Rachefeldzug der FIFA gegen den Walliser Joseph «Sepp» Blatter für diesen letztlich ein gutes Ende.

Weniger glücklich ging dieser Tage eine Berufs-Tätigkeit für einen anderen «Sepp» aus. Nur allmählich sickerte durch, dass einer der erfolgreichsten Kunstturner, welcher die Schweiz je hatte, dem personellen Kahlschlag einer ehemals renommierten Privatbank zum Opfer fiel. Der 61jährige Josef «Sepp» Zellweger war nach seiner Aktiv-Laufbahn während rund 30 Jahren in der Finanzbranche tätig. Er verliess die untergehende, sport(ler)freundliche «Credit Suisse» vor zwei Jahren und wechselte zur Bank Julius Bär, die seit den Flops mit dem österreichischen Finanz-Jongleur René Benko nicht mehr zur Ruhe kommt. Nun ist die sympathische und beliebte Sportler-Legende Josef «Sepp» Zellweger bereits wieder weg. «Tschau Sepp» könnte also in Anlehnung an eine bekannte Schweizer Jassregel gesagt werden; wenn es nur nicht so traurig wäre. Die Trennung der Bank vom ehemaligen Top-Turner ist ein Indiz dafür, dass dieses Geldinstitut wohl kaum mehr selber an eine Besserung der Lage glaubt. Für Josef «Sepp» Zellweger ist dieser Rauswurf ein Schlag, wie er ihn in seiner ganzen Sportler-Karriere nie erlebt hatte. Im Banken-Umfeld glaubt niemand mehr realistisch daran, dass der aus St. Margrethen (SG) stammende, ehemalige Top-Sportler mit 61 Jahren nochmals in der Finanzindustrie wird Fuss fassen können.

Sepp Zellweger – oder ein bemerkenswerter Transfer im Banking

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(causasportnews / red. / 23. Januar 2023) Wechsel von Führungskräften und anderen Protagonisten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von einer Bank zur andern gehören im Banking zum Alltag. Vor allem in letzter Zeit hat sich dieser Trend verstärkt. Meistens werfen derartige, personelle Transfers keine grossen Wellen; doch es gibt Ausnahmen, wenn etwa Sportler von solchen Übertritten betroffen sind, auch wenn es sich nicht um (ehemalige) Fussballspieler handelt. So sorgte kürzlich ein bemerkenswerter Banken-Wechsel eines ehemaligen Spitzensportlers für mehr als nur eine nüchterne Medienmitteilung. Verkündet wurde der Wechsel des ehemaligen Spitzenturners, der Schweizer Sport-Legende Josef Zellweger, von allen liebevoll «Sepp» genannt. Der Turner, der während seiner Aktivzeit auch international zu den besten Schweizer Sportlern zählte, wurde schon damals von der Grossbank «Credit Suisse» (CS) gefördert. Nur logisch war es deshalb, dass Sepp Zellweger nach Beendigung seiner Sportler-Karriere und nach dem Abschluss seines Studiums in die Dienste der CS trat. Der gelernte Jurist, der in diesem Jahr 60 Jahre alt wird, und die «Credit Suisse» pflegten eine jahrzehntelange, regelrechte Liaision im Banking. Bei der Grossbank, die im Sport stets äusserst engagiert ist und derzeit u.a. mit Roger Federer trotz der angeschlagenen Lage einen offenbar mit einer Million Franken dotierten Werbevertrag unterhält, herrscht allerdings seit einiger Zeit das Chaos vor. Die Zukunft des Geldinstituts ist mehr als ungewiss. Um es in einfachen Worten zu sagen, ist die Bank als relativ «pleite» zu qualifizieren. Um nicht zu kollabieren, mussten der «Credit Suisse» kürzlich vier Milliarden Franken frisches Kapital, fast die Hälfte davon kommt aus Saudi-Arabien (!), zugeführt werden. Ob der kommunizierte CS-Abgang von Sepp Zellweger mit der unsicheren Zukunft der Bank zusammenhängt und ob der renommierte Ex-Turner und immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten das sinkende Schiff aufgrund der diffusen Lage und wegen der unsicheren Zukunft verlassen, bleibt eine offene Frage. Jedenfalls kann es um die Bank nicht optimal bestellt sein, wenn Leute wie die Turner-Legende aus dem Rheintal, der während Jahrzehnten als eingefleischter «Credit Suisse»-Mann galt, die Grossbank verlassen; und zu einer Privatbank wechseln, deren Name mit Blick auf eine Übernahme der «Credit Suisse» genannt wurde. Seit anfangs Monat ist das Kapitel «Credit Suisse» für Sepp Zellweger jedenfalls abgeschlossen. Er wirkt nun als Leiter des neuen Bereichs für gemeinnützige Stiftungen in der Schweiz bei der Bank Julius Bär & Co. AG. Diese Privatbank mit Sitz an der Zürcher Bahnhofstrasse, die sich, teils wie die «Credit Suisse», immer wieder im Sport engagiert, gehört zu den renommiertesten Privatbanken der Schweiz. Das verwaltete Vermögen belief sich Ende 2022 auf rund 430 Milliarden Schweizer Franken. Wetten, dass Sepp Zellweger als äusserst fachkundiger, sympathischer und im wahrsten Sinnen des Wortes gewinnender Stiftungsspezialist im Banking diese beachtliche Zahl des verwalteten Vermögens noch etwas vergrössern wird?