
Femke Van Den Driessche, Radquer WM 2016 (Bildquelle: cyclingnews Bettini)
(causasportnews / err. / 3. Februar 2016) „Beschissen worden ist immer“, meinte die deutsche Fussball-Legende Franz Beckenbauer anlässlich eines Kongresses vor einigen Jahren in Zürich, bei dem es um die wissenschaftliche Aufarbeitung von Manipulationen von Fussballspielen im Zusammenhang mit Sportwetten ging. Der „Kaiser“ rechtfertigte mit diesem Fazit keineswegs Betrügereien im Sport, sondern wies lediglich darauf hin, dass der Mensch zu allen Zeiten im Zusammenhang mit dem Sport immer wieder den Betrugsverlockungen erlag. Die Worte einer der gewichtigsten Sport-Autoritäten der Neuzeit gewannen an Aktualität vor ein paar Tagen, als ruchbar wurde, dass anlässlich einer Radquer-Weltmeisterschaft „Motordoping“ eingesetzt worden sein soll. Der Vorgang erinnerte an Urformen des sportlichen Betrugs, als etwa Hufeisen in Boxhandschuhe eingearbeitet wurden oder Männer als Frauen an sportlichen Wettkämpfen teilnahmen. Nun also „Motordoping“, die Manipulation eines Sportgerätes, das die Sportwelt aufhorchen lässt. Zudem steht eine Frau im Zentrum – was trotz längst erreichter Geschlechtergleichheit im Sport speziell anmutet, vor allem deshalb, weil sich der Vorgang in einer nicht gerade typischen „Frauensportart“ ereignete: Im Radquer. Höchstwahrscheinlich hat die Belgierin Femke Van den Driessche im U 23-Rennen anlässlich der Radquer-WM vom 30. Januar 2016 im belgischen Zolder ein manipuliertes Rad eingesetzt. Natürlich bestreitet die Fahrerin, die das WM-Rennen nicht zu Ende fuhr, jegliches Verschulden und flüchtet sich in Ausreden – so, wie es praktisch jeder Sportbetrüger zu tun pflegt. Das dürfte jedoch bei der Ausfällung einer Strafe durch den Internationalen Radsportverband (UCI) kaum eine Rolle spielen, ist doch die Athletin für die Konformität des eingesetzten Sportgerätes selber verantwortlich. Das gilt für die Radsportlerin genauso wie für den Reiter bezüglich seines Pferdes. Zwischenzeitlich scheint klar, dass sich im Rad bzw. im Fahrradrahmen von Femke Van den Driessche ein Motörchen, also eine veritable Trethilfe, befand und sich die Belgierin somit des „Motordopings“ schuldig gemacht hat. Für einmal war also offensichtlich nicht der menschliche Körper Manipulationsobjekt, sondern das verwendete Sportgerät, was insbesondere im Radsport geradezu klassisch und archaisch anmutet. Es ist schon verschiedentlich gemunkelt worden, dass Radrennfahrer allerlei Trethilfen eingesetzt hätten – aber kaum je konnte der entsprechende Betrugsnachweis erbracht werden. Die Sportwelt ist sich an allerlei Betrugsvarianten gewöhnt. Der versteckte Elektroantrieb im Rennrad ist jedoch eine eher unkonventionelle Betrugsform.

ausasportnews / err. / 26. Januar 2016) Während Jahrzehnten haben sich Sport-Funktionäre und Schach-Interessenvertreter darüber gestritten, ob das Schachspiel ein Sport sei oder nicht. Diese Frage ist zwischenzeitlich geklärt, und das Schachspiel wird diskussionslos als Sport – und zwar nicht nur als Denksport – qualifiziert. Der Schweizerische Schachbund, der Fachverband der Schachspieler, gehört bspw. seit 2000 dem Sport-Dachverband in der Schweiz, „Swiss Olympic“, als Mitglied an. Obwohl die Schachwelt nicht nur „heil“ ist (nicht einzig die Streitigkeiten um das Präsidium des Internationalen Schachverbandes FIDE haben in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt), steht nun der Schachsport in anderem Zusammenhang im Fokus: Gemäss Agenturberichten soll sich der höchste muslimische Geistliche Saudi Arabiens mit Vehemenz gegen das Schachspiel ausgesprochen haben. Schach sei wie Alkohol und Glücksspiel, was Gott verboten habe, wird der Geistliche zitiert. Er nannte Schach auch ein „Werk des Teufels“, das im Islam verboten sei. Dass das Spiel auch Zeit- und Geldverschwendung bedeute und zu Streit führe, rundet seine Einschätzung ab. Diese Äusserungen des höchsten muslimischen Geistlichen in Saudi Arabien sind zweifelsfrei eine (erneute) Breitseite gegen den Sport. Allerdings scheint diese die Schach-Verantwortlichen nicht allzu sehr zu beunruhigen. Seitens des Schweizerischen Schachbundes wird jede Stellungnahme verweigert; man verschanzt sich hinter der politischen und religiösen Neutralität des Sports. Der Schweizerische Schachbund sei ein politisch und konfessionell unabhängiger Verein, weshalb die Stellungnahme zu den Äusserungen aus Saudi Arabien entsprechend ausfällt: „Wir nehmen dazu keine Stellung“, liess der Verband auf Anfrage von causasportnews über seinen Mediensprecher ausrichten.
(causasportnews / err. / 19. Januar 2016) Im Oktober 2015 wartete der „SPIEGEL“ mit der Sensationsstory auf, die Fussball-WM-Endrunde 2006 in Deutschland sei gekauft worden: Mit 10 Millionen Schweizer Franken seien die für den Zuschlag an Deutschland erforderlichen Stimmen von Mitgliedern des Exekutivkomitees der FIFA beschafft worden. Die „wahre Geschichte der WM“ gemäss dem deutschen Nachrichtenmagazin ist zwischenzeitlich zum „Rohrkrepierer“ geworden: Von den drei vom Medium ins Visier genommen Protagonisten Franz Beckenbauer (kann sich an nichts erinnern), Robert Louis-Dreyfus (längst verstorben) und Wolfgang Niersbach (nach unglücklichem Auftritt vor der Presse unter Druck zurückgetreten) ist auch nach Wochen der Mutmassungen, Gerüchte und Verdächtigungen keine Klärung der Behauptung des Magazins zu erwarten. Nachdem sich der mediale Nebel über dem „Sommermärchen“ verzogen hat, steht im Moment einzig ein mickriges Steuervergehen des DFB im Raum. Statt gekaufte Stimmen also das Versagen eines Verbands-Buchhalters.- Für die Medien also höchste Zeit, mit neuen, vernebelten Taten das zahlende Medienpublikum bei Laune zu halten. Perfekt getimt zum Auftakt des „Australian Open“ verkündeten die britische BBC und das amerikanische News-Portal „BuzzFeed“, 16 Top-Tennisspieler seien im Zusammenhang mit Sportwetten in Spielmanipulationen verwickelt. Wie bei solchen „Enthüllungen“ üblich, wurden keine Namen genannt (was nach Bekanntwerden des „Skandals“ etwa der Schweizer Roger Federer zu Recht forderte), sondern die „heisse Kartoffel“ sei der Vereinigung der professionellen Tennisspieler ATP weitergereicht worden – und diese mache nichts bzw. halte die Namen der Fehlbaren unter dem Deckel. ATP bestritt nach Bekanntwerden der „Enthüllungen“ umgehend alle Behauptungen und Verdächtigungen. Mit den Bekanntmachungen von „BBC“ und „BuzzFeed“ ist also eine weitere Nebelpetarde im Dunstkreis des professionellen Sports geworfen worden. Wie im Falle des deutschen „Sommermärchens“ fehlen auch in dem nun lancierten „Tennis-Skandal“ allerdings Beweise. Nicht nur der Medienkonsument darf sich die Frage stellen, ob es Aufgabe der Medien sein kann, für Nebel statt für Klärungen zu sorgen. Ungereimtheiten im organisierten Fussball sind sowenig zu bestreiten wie Sportmanipulationen im Zusammenhang mit Sportwettkämpfen. Medien, die glaubwürdig sein wollen, sollen aber nur Nebelpetarden zünden, die auch Fakten manifest werden lassen, wenn sich der Nebel verzogen hat. So, wie es „BBC“ und „BuzzFeed“ im Tennis machen (und so gleich alle Tennisspieler unter Generalverdacht stellen) und wie es der „SPIEGEL“ im Zusammenhang mit dem „Sommermärchen“ getan hat, wird vor allem der Sport, von dem auch die Medien leben, beschädigt.
(causasportnews / red. / 19. Januar 2016) In einem zwischenzeitlich rechtskräftig gewordenen Urteil vom 27. Oktober 2015 (23 O 58/15) hat das Landgericht Coburg Grundlegendes zum Schadenersatzrecht nach Verletzungen im Zusammenhang mit Fussballspielen bekräftigt. Ein Gegner (Schädiger) muss sich demnach im Spiel schuldhaft, nicht regelkonform verhalten; oder anders gesagt: Nur wenn Spielregeln vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt worden sind und ein Schaden resultiert, kommen Schadenersatz und allenfalls Genugtuung in Frage.
