causasportnews.com – 36/2026, 17. April 2026

(causasportnews / red. / 17. April 2026) Die Facetten des Sportes sind manchmal speziell, um es einfach auszudrücken. Demnächst werden zwei Extremalpinsportler, der Schweizer Karl Egloff und der Amerikaner Tyler Andrews, im Basislager des Mount Everest auf ungefähr 5300 Meter über Meer die Gelegenheit beim Schopf packen, um möglichst schnell und ohne Sauerstoffhilfe auf den Gipfel des höchsten Berges der Welt (8848 M. ü. M.) und zurück zu stürmen. Angesagt ist ein Weltrekordversuch der beiden Extrembergsportler, in «fastest known time» (FKT), wie dies im Jargon heisst. Vor einem Jahr massen sich Karl Egloff und Tyler Andrews, als sie versuchten, das ehrgeizige FKT-Unterfangen am Mount Everest zu realisieren. Im Tempo des gehetzten Affen machten sich der 45jährige Schweizer und der zehn Jahre jüngere Amerikaner daran, den für sie begehrenswerten Speed-Weltrekord aufzustellen. 2025 lag in der Everest-Region ungewöhnlich viel Schnee. Das Wetter war zudem permanent schlecht, und es wehten am höchsten Berg der Welt starke Winde. Retrospektiv qualifiziert Karl Egloff das Projekt, an dem er und sein Rivale gescheitert sind, als hoffnungslos. Nun soll alles anders werden. Die Voraussetzungen scheinen heuer gut zu sein, um den Weltrekord am berühmtesten Berg der Welt zu knacken. Der Schweizer ist überzeugt, den Gipfelsturm und den Weg zurück ins Basislager des Everest in weniger als 24 Stunden bewältigen zu können. Guten Mutes ist der ausgebildete Bergführer mit Ecuadorianischen Wurzeln, dass er seinen Widersacher aus den USA im Wettlauf zum Mount Everest schlagen kann, obwohl Tyler Andrews zehn Jahre jünger ist als der Schweizer. Diesmal will der Speed-Bergsportler seine Akklimatisationsbestrebungen verbessern. Zu Hause in einem Zelt hat er etwa während mehr als 200 Stunden die Verhältnisse im Everest-Basislager simuliert.
Karl Egloffs Traum ist simpel einfach: Er strebt an, am höchsten Gipfel eines jeden Kontinents, den «Seven Summits», die FKT zu halten. Diesen Speed-Rekord realisierte er bisher an vier Gipfeln auf vier Kontinenten. Nebst dem Rekord am Mount Everest fehlen ihm noch die Carstensz-Pyramide in Ozeanien (4884 M. ü. M.) und der Mount Vinson in der Antarktis (4892 M. ü. M.). Jetzt steht erst einmal die Herausforderung am Mount Everest im Vordergrund. Am Berg der Berge könnte sich, wie im vergangenen Jahr, ein Duell auf Messers Schneide zwischen Tyler Andrews und Karl Egloff ergeben. Der 45jährige Bergsteiger lässt jedoch keine Zweifel offen, dass er an den Sieg im Speed-Wettkampf am Everest glaubt. Die beiden letzten Berg-Spitzen sollen dann aber noch im Verlaufe dieses Jahres die «Seven Summit»-Sammlung von Karl Egloff komplettieren. Für den Schweizer sind Speed-Bergbesteigungen primär Wettkämpf gegen sich selbst, Tyler Andrews Hauptmotivation ist bei diesem Tun die Erzielung von Weltrekorden. Kritische Stimmen zu diesen Wettläufen in der extremen Bergwelt blenden beide Top-Sportler aus. Schon gar nicht wird die Sinnfrage gestellt. Das muss selbstverständlich auch nicht sein. Citius, altius, fortius (schneller, höher, stärker) eben.
