Fussball(er)-Eigentor in der Diskussion um die Zuwanderungsbregrenzungs-Initiative?

causasportnews.com – 39/2026, 29. April 2026

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(causasportnews / red. / 29. April 2026) Seit geraumer Zeit tobt der Abstimmungskampf um die Zuwanderungsbegrenzung. Bis 2050 soll die Bevölkerungszahl in der Schweiz auf zehn Millionen Menschen gedeckelt werden. Im Vorfeld der Abstimmung ist vor allem ein unsportlicher Wettstreit um Ideologien entbrannt. Rechtsorientierte votieren tendenziell für diese Initiative, auch als «Nachhaltigkeitsinitiative» bezeichnet,  die aus Kreisen der Schweizerischen Volkspartei (SVP) lanciert wurde und über die das Schweizer Stimmvolk am 14. Juni befinden wird. Linke stemmen sich schon aus Prinzip gegen dieses Unterfangen; vor allem, weil dieses Thema primär ein «SVP-Begehren» ist. Zu den Linken gehören gemäss Untersuchungen schwergewichtig auch die Journalisten, auch wenn sie für milliarden-schwere Verlagshäuser tätig sind. Je näher der Abstimmungs-Sonntag rückt, desto vehementer prallen die Ideologien von rechts und von links aufeinander. So wartete die Boulevard-Zeitung «Blick» (25. April 2026) mit dieser Schlagzeile auf: «Fussball-Boss zeigt SVP die Rote Karte». In einem Artikel, beginnend auf der Frontseite der Zeitung, bejammert der CEO der Schweizer Professional-Fussball-Liga (Swiss Football League), Claudius Schäfer, die Zukunft des Fussballs in der Schweiz bei Annahme der Initiative. Der Berner Fussball-Manager sieht bei der Annahme der Initiative die Rekrutierung von Fussball-Fachpersonal, wie Trainer und Spieler, aus dem EU-Raum gefährdet. Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit müsse im Falle der Annahme der Initiative als «massiv erschwert» qualifiziert werden, lässt sich Claudius Schäfer zitieren. SVP-Nationalrat Lars Guggisberg kann die Befürchtung des Liga-CEO überhaupt nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, meint er. Unter anderem könnten bei allfälligen Einreisebeschränkungen für Fussballspieler die Schweizer Nachwuchs-Akteure wieder gezielt gefördert werden. In der Tat darf der aktuelle Stellenwert des Schweizer Fussballs im Gesamten und im internationalen Kontext nicht überschätzt werden. In der Professional-Liga steht der Provinzklub und Aufsteiger FC Thun derzeit mit einem satten Punktepolster vor dem Gewinn des Schweizer Meistertitels; in der sog. «Ausbildungsliga» («Challenge League») wird der FC Vaduz aus dem benachbarten Fürstentum Liechtenstein (!) heuer wohl den direkten Aufstieg in die Swiss Football League schaffen. So würde eine Zuwanderungsbegrenzung für den Schweizer Fussball wohl gar keine fussballerischen Qualitätseinbussen nach sich ziehen. Oder so gesehen: Die Abstimmungshilfe gegen die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» durch den CEO der Swiss Football League in Zusammenarbeit mit dem «Blick» muss wohl als klassisches Eigentor gewertet werden. Das sehen übrigens auch die Leserinnen und Leser des «Blick» (27. April 2026) so, die auf der «Leser»-Seite, einem verlängerten «Stammtisch», ausnahmslos gegen das Ansinnen von Liga-CEO Claudius Schäfer wettern («so ein Quatsch»; «also viel schlechter kann das Niveau nicht mehr werden»; «es wäre … sowieso schöner, wenn man anhand der Aufstellung erkennen könnte, dass es sich um einen Schweizer Klub handelt»; «vor dem Fussball kommen die Eidgenossen, die fühlen sich nicht mehr wohl in dieser Schweiz»; usw.). Die Prognosen für den Abstimmungs-Sonntag vom 14. Juni 2026 sind offen. Vorlagen mit SVP-Rückenwind haben es naturgemäss schwerer als etwa solche aus dem linken Lager. Konkret dürfte sich der Support der Links-Medien jedoch nicht stark negativ auf das Abstimmungsresultat auswirken. Siehe die Reaktionen der Leserinnen und Leser des «Blick» auf die Befürchtungen von Liga-CEO Claudius Schäfer. Aber auch das ist ein Phänomen: Grundsätzlich kann nur gut sein, was nicht von der SVP ausgeht.

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