causasportnews.com – 35/2026, 15. April 2026
(causasportnews / red. / 15. April 2026) Die Situation ist unmöglich, aber sie lässt sich offensichtlich nicht ändern: Die Nationalmannschaft des Iran muss anlässlich der Fussball-WM-Endrunde, die ab 11. Juni in den USA, in Mexiko und in Kanada stattfinden wird, in den USA antreten. Der Fussball-Weltverband (FIFA) hat, wie erwartet (vgl. auch causasportnews vom 9. April 2026), entschieden, dass das Ansinnen der Iraner, nicht im Land der Kriegstreiber USA (sondern in Mexiko) antreten zu dürfen, abgelehnt wird. Somit muss der Iran, welcher derzeit die amerikanische und israelische Kriegsmaschinerie abzuwehren hat, in dem Land, das den wohl völkerrechtswidrigen Krieg begonnen hat, Fussball spielen. Eine nach Meinung von Experten stossende Konstellation. Natürlich ist dies ein weiterer Akt der Demütigung des Irans durch die USA. Es wird interessant zu verfolgen sein, wie und ob die Nationalmannschaft Irans die drei Vorrundenspiele auf amerikanischem Boden effektiv bestreiten wird. Die Entscheidung der FIFA hat übrigens die Verbandspräsidentin Mexikos, Claudia Sheinbaum, bekanntgegeben, und nicht etwa der untergetauchte FIFA-Präsident Gianni Infantino, der am Tropf des amerikanischen Präsidenten hängt und allgemein opportunistisch bestrebt ist, es allen recht zu machen. Die FIFA begründet die Ablehnung des Gesuchs des Irans, in Mexiko und nicht in den USA spielen zu können, mit einem «enormen logistischen Aufwand», der mit einer Verlegung der Spiele von den USA nach Mexiko verbunden wäre. Das ist allerdings wohl nichts anderes als ein verspäteter Aprilscherz. Wer offenbar, wie die FIFA, nicht in der Lage und fähig ist, im Rahmen einer Fussball-WM-Endrunde mit 48 teilnehmenden Mannschaften drei Spiele von 104 Matches zu verlegen, ist wohl absolut unfähig, einen solchen Anlass zu organisieren und durchzuführen.
Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist jedoch noch nicht gesprochen. Die FIFA-Entscheidung könnte erstens beispielsweise in Wiedererwägung gezogen werden, da Verbandsbeschlüsse eines Schweizer Vereins (das ist die FIFA) nicht in Rechtskraft erwachsen; und zweitens liessen sie sich gerichtlich anfechten. Falls der Fussballverband Irans beispielsweise an das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) in Lausanne gelangen würde, müssten einem solchen Verlegungsbegehren gute Verfahrenschancen eingeräumt werden. Dass der Iran im Land, das den Iran derart brutal und offensichtlich völkerrechtswidrig attackiert hat, nun dreimal genau dort im Rahmen der WM-Endrunde anzutreten hat, ist wohl unzumutbar. Eine entsprechende TAS-Entscheidung hätte auch den Vorteil für den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, dass nicht er persönlich, sondern eben ein Gericht die Entscheidung in der «Causa Iran» gegen das Austragungsland USA treffen würde. Der FIFA-Präsident könnte sich weiterhin der Gunst des US-Präsidenten sicher sein…

