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Nun mögliche Fahrer-Ortung an der Tour de Suisse 2025 nach dem Tod von Muriel Furrer an der Rad-WM 2024

causasportnews.com – 43/2025, 12. Mai 2025

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(causasportnews / red. / 12. Mai 2025) Noch immer versucht die Radsport-Community den Unfalltod der jungen Rennfahrerin Muriel Furrer anlässlich der Rad-Weltmeisterschaft vom letzten Jahr in Zürich zu verarbeiten. Was im U19-WM-Rennen der Frauen in der Abfahrt in einem Waldstück in Küsnacht am Zürichsee geschah, bleibt bis heute in vielerlei Hinsicht ungeklärt. Am 27. September 2024 kam die am 1. Juli 2006 geborene Schweizer Fahrerin im WM-Frauen-Rennen von der Rennstrecke, die durch ein Waldstück führte, ab und blieb offenbar unbemerkt, jedoch schwer verletzt eineinhalb Stunden im Wald liegen, bis sie entdeckt wurde und ins Kantonsspital Zürich überführt werden konnte. Es stellt sich nun vor allem die Frage, ob das Leben der jungen Fahrerin hätte gerettet werden können, falls die ärztliche Betreuung umgehend nach dem Sturz möglich gewesen wäre.

Nach dem Vorfall anlässlich der Rad-WM, der das Leben der begnadeten, jungen Rennfahrerin derart brüsk und dramatisch ausgelöscht hatte, wurden seitens der Kantonspolizei Zürich und der Staatsanwaltschaft umgehend umfangreiche Ermittlungen zur Klärung des Unfallhergangs aufgenommen. Die Spezialisten der Kantonspolizei und des Forensischen Instituts Zürich hatten nach der Bergung der Fahrerin im Wald von Küsnacht die möglichen Spurensicherungen in die Wege geleitet; u.a. wurde das Rennrad von Muriel Furrer sichergestellt. Nach den nach dem Unfall bekanntgegebenen Erkenntnissen stürzte die Fahrerin während einer Abfahrt durch ein Waldstück in einer Linkskurve. Der Sturz wurde von niemandem beobachtet; Fernsehaufnahmen und andere Aufnahmen sowie Aufzeichnungen des Geschehens lagen und liegen nicht vor. Die gestürzte Athletin wurde von einem Angehörigen der Streckensicherheit etwa eineinhalb Stunden nach dem Vorfall bewusstlos abseits der Strecke im Wald entdeckt. Die sodann aufgebotenen Rettungskräfte übernahmen die Erstversorgung.- Dies wurde in einer Medienmitteilung vom 30. September 2024 von der Zürcher Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei Zürich vermeldet. Nach rund acht Monaten nach dem tragischen Unfalltod der Fahrerin sind die Untersuchungen aktuell noch immer nicht abgeschlossen. Somit liegen auch keine konkreten Untersuchungsergebnisse vor, wie die Oberstaatsanwaltschaft Zürich auf Anfrage von «causasportnews» bestätigte. Darüber soll zur gegebenen Zeit orientiert werden. Auf Nachfrage dieses Mediums bezüglich der doch einigermassen langen Untersuchungsdauer hielt die Oberstaatsanwaltschaft fest: «Es handelt sich um umfangreiche Untersuchungen, was stets seine Zeit braucht». Üblicherweise werde bei einem derartigen Vorfall seitens der Strafverfolgungsbehörden abgeklärt, ob allenfalls strafrechtlich relevantes Fehlverhalten (aufgrund eines konkreten Anfangsverdachts bezüglich eines bestimmten Tatbestandes) vorliegt. Bis dato sei in dieser «Causa» aktuell kein Strafverfahren eröffnet worden, bestätigte die Oberstaatsanwaltschaft.

Der Umstand, dass eine Fahrerin in einem WM-Rennen eineinhalb Stunden wohl schwer verletzt, jedoch unentdeckt, in einem Wald liegt, hat Funktionäre der Radsport-Szene aufgeschreckt. Dass nun aufgrund der Geschehnisse im WM-Rennen in der Schweiz diesem Missstand zukunftsgerichtet abgeholfen werden soll, verwundert nicht. Bei der bevorstehenden Tour de Suisse der Männer und der Frauen im Juni soll ein sog. «Tracking-System» eingeführt werden. Mit diesem technisch komplexen System lassen sich Fahrerinnen und Fahrer im Rahmen eines Radrennens jederzeit orten. Eher eigenartig mutet der Umstand an, dass sich der Verband der nationalen Radsport-Verbände (Union Cycliste Internationale, UCI, mit Sitz in Aigle im Wallis) mit der Einführung dieses Systems bei Rennen, die unter der Ägide des Verbandes stattfinden, Zeit lässt. Dieser Weltverband macht meistens durch Funktionärs-Streitigkeiten von sich reden und gilt als unbeweglich und träge. Die Bestrebungen in der Schweiz initiiert hat der Tour de Suisse-Direktor Oliver Senn, der auch anlässlich der WM in der Schweiz als Rennleiter amtete. Offen ist selbstverständlich im Moment, ob den WM-Rennleiter und Direktor der Schweizer Rundfahrt sowie auch andere Funktionäre der UCI eine strafrechtliche Verantwortlichkeit am Tod von Muriel Furrer treffen könnte.

E-Bike-Fahren ist gefährlicher als die Fortbewegung mit dem konventionellen Fahrrad

causasportnews.com – 40/2025, 30. April 2025

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(causasportnews / red. / 30. April 2025) Man hat es geahnt, doch nun ist es auch gerichtlich beurteilt worden: Fahrten mit dem E-Bike (Elektro-Fahrrad) sind weit gefährlicher als mit dem konventionellen Fahrrad; die rechtlichen Folgen sind entsprechend.

Etwa die Hälfte der Radunfälle, bei denen die Fahrerin oder der Fahrer ums Leben kamen, geschahen mit einem E-Bike. Dies, obwohl immer noch deutlich mehr konventionelle Fahrräder als Elektro-Fahrräder auf den Strassen verkehren. Weil also Fahrten mit Elektro-Fahrrädern grundsätzlich gefährlicher sind als mit gewöhnlichen Fahrrädern, hätten sich E-Bike-Fahrerinnen und Fahrer besonders vorsichtig zu verhalten, führte das Gericht aus. Das gelte auch für das Helmtragen. Es existiere zwar keine Helmtragpflicht, das Tragen eines Helmes sei aber notwendig. Die Unfallhäufigkeit mit Elektro-Fahrrädern habe in der Bevölkerung zu diesem Bewusstsein geführt. Etwa bei Unfällen sei eine E-Bike-Fahrerin oder ein E-Bike-Fahrer, die oder der bei den Fahrten keinen Helm getragen habe, bei einem Unfall für den erlittenen Schmerz mitverantwortlich. Das Nichttragen eines Fahrradhelms bei E-Bike-Fahrten sei als Sorglosigkeit in eigener Angelegenheit zu qualifizieren. Bei diesen Fahrten müsse in Anbetracht der Risiken eine erhöhte Vorsicht, also das Tragen eines Helms, erwartet werden. Bei einer Kollision zwischen einem Auto und einem E-Bike-Fahrer könne deshalb bei erlittenen Verletzungen von einem Mitverschulden des E-Bike-Fahrers ohne Helm ausgegangen werden. In diesem Sinne äusserte sich kürzlich der Oberste Gerichtshof Österreichs (OGH).

Zu beurteilen waren die Schadens- und Genugtuungsfolgen nach einem Unfall, der sich 2023 ereignete. Die Kollision zwischen einem Auto und einem E-Bike-Fahrer, der ohne Helm mit ca. 20 bis 25 Stundenkilometer unterwegs war, führten beim E-Bike-Fahrer zu gravierenden Kopf- und Gesichtsverletzungen. Weil der Fahrer ohne Kopfschutz unterwegs war, erkannte das Gericht auf eine Mitschuld des Fahrers mit dem Elektro-Fahrrad am Unfall. Diese Konstellation hatte keine Auswirkungen auf den gesamten Schadenersatz, sondern einzig auf das Schmerzensgeld (Genugtuung).

(Quelle: «Salzburger Nachrichten» vom 18. April 2025; «Causa Sport», causasport.org, wird auf diesen Fall zurückkommen.)

Forderungen nach Muriel Furrers Tod

causasportnews / 1206/11/2024, 29. November 2024

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(causasportnews / red. / 29. November 2024) Über zwei Monate sind vergangen, seit die junge Schweizer Radsportlerin Muriel Furrer anlässlich der Rad-Weltmeisterschaften in Zürich ums Leben gekommen ist. Als ob der Vorfall nicht schon an sich tragisch wäre, belastet die immer noch unbekannte Unfallursache vor allem die Familie und die Radsport-Szene: Was geschah am 26. September auf der Abfahrt auf nasser Strasse vom Pfannenstiel in Richtung Küsnacht ZH? Seit Wochen wird untersucht, ermittelt und spekuliert, wie die 18jährige Nachwuchshoffnung zu Tode gekommen sein könnte. Geradezu mysteriös mutet der Umstand an, dass Muriel Furrer von der Strecke abgekommen ist und dann im Wald verschwand. Sie blieb während eineinhalb Stunden unentdeckt. Ihr Verschwinden ist unerklärlich. Vor allem befeuert dieses Faktum die Spekulationen, dass das Leben der hoffnungsvollen Athletin vielleicht hätte gerettet werden können, wenn der Unfall sofort bekannt und die verunfallte Sportlerin hätte geborgen und allenfalls umgehend medizinisch versorgt werden können. In der Tat ist es unglaublich und unverständlich, dass die Menschen zum Mond fliegen können, Drohnen erfolgreich für alle möglichen Belange einsetzen und die Menschheit aktuell das Heil in der sog. «Künstlichen Intelligenz» sucht und offenbar findet, eine Sportlerin in einem WM-Rennen aber während eineinhalb Stunden in einem Wald verschwindet und dieses Verschwinden von niemandem bemerkt wird. Diesen Umstand möchten die Verantwortlichen der Rad-WM bestmöglichst ausblenden, denn auch ihnen ist der tragische Vorfall im Küsnachter Wald nicht mehr geheuer, zumal sich hier durchaus auch Fragen der zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeit stellen könnten. Jedenfalls präsentieren sich die Verhältnisse derzeit wie in der Politik, wenn bei Missständen und tragischen Impakten Forderungen an wen auch immer gestellt werden. Das ist im Rahmen des Internationalen Radsport-Verbandes (UCI) mit Sitz in Aigle im Wallis nicht anders. Einer der Hauptverantwortlichen der WM-Rennen in und um Zürich, der Schweizer Oliver Senn, fordert zur Überwachung und Kontrolle der Fahrerinnen und Fahrer während der Radrennen ein GPS-Tracking. Dadurch soll verhindert werden, dass Akteure, wie Muriel Furrer, während eines Strassenrennens lange Zeit wie vom Erdboden verschluckt bleiben. Vielleicht hat die «Forderung» von Oliver Senn, der u.a. auch als Direktor der Tour de Suisse tätig ist, etwas für sich. Ein Thema wird den Strassen-Radsport jedenfalls in Zukunft beschäftigen, nämlich, wie dem Umstand abgeholfen werden kann, dass die Rennen immer schneller und gefährlicher werden. Da nützen auch die Strassenhindernisse, die nach der WM in Zürich wieder flächendeckend und geradezu ideologisch getrieben aufgebaut werden, nichts – im Gegenteil. Diese Gefahrenquellen werden kaum zu neutralisieren sein, und auch die staatlich verordnete Unsitte, dass öffentliche Strassen immer mehr zu Parkplätzen «umgenutzt» werden, fördert die Sicherheit im Radsport nicht.

Der bewegende Abschied von Muriel Furrer – Fragen zur Todesursache bleiben unbeantwortet

causasportnews / 1200/11/2024, 13. November 2024

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(causasportnews / red. / 13. November 2024) Noch immer bewegt der Todessturz der 18jährig anlässlich der Rad-Weltmeisterschaft in Zürich verstorbenen Muriel Furrer. Zwar nahmen die Angehörigen, Bekannte, Freunde und die Radsport-Welt von der Nachwuchs-Hoffnung Abschied im Rahmen einer berührenden Trauerfeier, doch das Unfassbare und Traurige wird nie einen Abschluss finden können. Der Glaube wird sich im Tod der blutjungen Sportlerin erfüllt haben, für die Menschen um Muriel Furrer half die Trauerfeier in der reformierten Kirche in Uster, von der verunglückten Athletin Abschied zu nehmen, los zu lassen und das Geschehen zu verarbeiten. Oder wie es die 27jährige Mountainbikerin und Silber-Medaillengewinnerin in Tokio im Cross Country (2021) sowie Club-Kollegin von Muriel Furrer, Sina Frei, in der Trauer um ihre Radsport-Freundin anmerkte: «Abschied nehmen kann ich noch nicht – es hört ja nicht einfach auf wehzutun». Das Unfassbare wird man nie ad acta legen können.

So, wie derzeit die Hintergründe der Todesfahrt, die sich am 26. September in einem Strassenabschnitt in einem bewaldeten Gebiet ob Küsnacht ereignete, Fragen aufwerfen. Ungeklärt ist bis jetzt, weshalb die junge Fahrerin während des U19-WM-Rennens stürzte und während eineinhalb Stunden wohl schwer verletzt, jedoch unentdeckt, in einem Waldstück liegen blieb. Man stelle sich vor: In einem Weltmeisterschafts-Radrennen verschwindet eine Athletin für eineinhalb Stunden – und niemand hat es bemerkt! Der unerklärliche Vorgang wird derzeit von den zuständigen Behörden unter Beizug des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich untersucht. Zur Abklärung der Unfallursache sind Gutachten notwendig. Bisher wurden nicht einmal Hypothesen bekannt. In derartigen Fällen wird auch geprüft, ob allenfalls strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorliegen könnte. Je nachdem müssten allenfalls Strafverfahren eröffnet werden.-

Eine grosse Trauergemeinde hat von Muriel Furrer Abschied genommen. Die Fragen um ihren Todessturz im Küsnachter Wald werden wohl nicht so rasch endgültig beantwortet werden können.

Todesrisiken im Sport

causasportnews / 1192/10/2024, 23. Oktober 2024

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(causasportnews / red. / 23. Oktober 2024) Der Sportabstinenzler Sir Winston Churchill (1874 – 1965), der Grossbritannien als Premierminister gekonnt durch die schwierigen Zeiten des 2. Weltkrieges geführt hat, würde sich bestätigt fühlen, wenn er die aktuellen Zahlen zu Sport- und Todesfällen vorgelegt bekäme. «no sports» war offensichtlich sein Motto für ein langes Leben, neben dem Konsum von Whisky und Zigarren (so will es die Legende, dass der nicht gerade mit einer Adonis-Figur ausgestattete Politiker auf die Frage eines Journalisten, wie ein langes Leben Tatsache werden könnte, geantwortet haben soll). Dass sich Verletzungen und sogar Todesfälle bei der Sportausübung nicht gänzlich ausschalten lassen, versteht sich von selbst. Umfassend wird zudem versucht, die Risiken der Sportausübung auf ein Minimum zu reduzieren. Wichtig ist es, Sport zu treiben nach individuellen physischen und psychischen Fähigkeiten. Zudem sei es notwendig, bei der Sportausübung die eigenen Leistungsgrenzen im Auge zu behalten und je nachdem mit den sportlichen Aktivitäten aufzuhören oder sich beim Training oder Wettkämpfen Pausen zu gönnen. Das empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) in Bern, welche Zahlen zu Todesfällen und Verletzungen im Sport statistisch erfasst. Jeder Mensch, der sein Leben bei der Sportausübung verliert, ist einer zuviel. Das hat kürzlich auch der Todessturz der erst 18jährigen Schweizerin Muriel Furrer gezeigt, welche ihr junges Leben auf dramatische Art und Weise verlor. Der immer noch ungeklärte, mysteriöse Todessturz der Nachwuchshoffnung anlässlich eines Rennens im Rahmen der Rad-Weltmeisterschaften in der Schweiz im September haben Entsetzen und Trauer nicht nur in der Rennsport-Community bewirkt (vgl. auch causasportnews vom 2. Oktober 2024). Klar ist, dass insbesondere jeder Todesfall, der sich im Zusammenhang mit der Sportausübung ereignet, tragisch, traurig und nicht zu verstehen ist. Immerhin sterben jährlich im Durchschnitt 185 Personen in der Schweiz bei sportlichen Aktivitäten. In den letzten 24 Jahren kamen fast 4’500 Personen, mehr Männer als Frauen (nur im Pferdesport werden mehr Frauen als Männer verletzt oder stürzen zu Tode), ums Leben. Die meisten Sportunfälle ereignen sich im Freien. Die meisten Todesfälle sind beim Bergsteigen zu verzeichnen. In dieser Disziplin verlieren durchschnittlich 84 Personen pro Jahr ihr Leben. Jedes Jahr kommen zudem im Schneesport (38) und im Wassersport (31) relativ viele Akteure (Männer und Frauen) ums Leben.

Apropos Bergsport: Derzeit bewegt und berührt ein Bergsport-Unfall, der sich im Mai dieses Jahres beim Oeschinensee im Berner Oberland ereignete. Ein Berg-Wanderer, der mit seiner Partnerin und Verwandten eine Tour unternahm, wurde an diesem idyllischen Ort bei einem Lawinenabgang von einem herunterdonnernden Stein erschlagen. Seither wird die Schuldfrage am tragischen Ereignis vor allem in den Medien diskutiert (vgl. etwa Tages-Anzeiger vom 19. Oktober 2024, 35/36). Sind die Wanderer ausreichend über die Gefahren am Berg gewarnt worden oder waren sich diese ihrer Eigenverantwortung zu wenig bewusst? In diesem Spannungsfeld bewegen sich die Diskussionen um Schuldzuweisungen zwischen den Hinterbliebenen des getöteten Wanderers und den Behörden. Eines scheint allerdings sicher: Schuld war primär die Natur, die objektive Gefahren in sich birgt. Ihr wird jedoch noch keine Parteifähigkeit zugesprochen, obwohl solche Bestrebungen (ernsthaft) im Gange sind.

Schockierendes, Tragisches und Ungeklärtes

causasportnews / Nr. 1110/02/2024, 16. Februar 2024

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(causasportnews / red. / 16. Februar 2024) Nicht nur die Leichtathletik-Welt ist geschockt: In der Nacht auf den 12. Februar 2024 verstarb im Alter von erst 24 Jahren der Marathon-Weltrekordhalter Kelvin Kiptum. Der Kenianer kam bei einem Autounfall ums Leben. Vor ein paar Monaten stellte der begnadete Langstreckenläufer anlässlich des Chicago-Marathons am 8. Oktober 2023 mit 2:00:35 einen Fabel-Weltrekord auf. Nun ist der Kenianer mit noch Lauf-Potential ohne Ende tragisch von dieser Welt geschieden. Sein Ableben löste in Kenia eine Staatstrauer aus, nachdem sich die Todesnachricht in Windeseile verbreitete. Der Marathon-Weltrekordhalter sass selber am Steuer seines Autos mit dem Kelvin Kiptum mit einem Baum kollidierte. Der Trainer des Weltrekordhalters, Gervais Hakizimana, der mit Kelvin Kiptum im Auto sass, verstarb mit seinem Schützling. Eine weitere Person wurde schwer verletzt.

Nur zwei Tage später wurde eines Radstars gedacht, der vor genau zwanzig Jahren starb: Marco Pantani. Die Leiche des 34jährigen Italieners wurde am 14. Februar 2004 in einem Hotel in Rimini gefunden. Um den Tod des Ausnahmeathleten, den sie nicht nur in Italien den «Piraten» nannten, entbrannten Diskussionen, und es wurden Mutmassungen und Spekulationen zuhauf angestellt. Das tragische Ende des Giro-Siegers und Dominators der Tour de France, der die härtesten Radrennen der Welt im gleichen Jahr, 1998, gewann, war gemäss offizieller Version auf Drogen- und Medikamenten-Konsum zurückzuführen. Dies ist eine Version für die Ursache des Ablebens von Marco Pantani, der die Berge so rasch und mit Leichtigkeit mit seinem Rad zu erklimmen pflegte wie zu seiner Zeit kaum ein anderer Pedaleur. Vor allem seine Mutter glaubt nicht daran, auch nicht an die Theorie, ihr Sohn habe seinem Leben mit Drogen und Medikamenten selber ein Ende gesetzt. Suizid sei für ihren Sohn nie eine Variante gewesen, um aus dem Leben zu scheiden, hält Tonina Pantani bis heute fest. Sie glaubt vielmehr, der tragische Tod ihres Sohnes sei ein eiskalter Mord gewesen. Die Mafia habe ihre schmutzigen Hände im Spiel gehabt. Ungeklärtes und Unerklärliches trug sich in der Tat im Jahr 1999 zu, als der überlegene Bergkletterer Marco Pantani in einer verwegenen Fahrt in der Endphase der Italien-Rundfahrt die Führung im Giro übernommen hatte. Dann wurde er zur Dopingprobe aufgeboten, die einen zu hohen Blutwert ergab. Zum eigenen Schutz wurde Marco Pantani sodann umgehend gesperrt und musste den Giro gleichsam durch die Hintertür, niedergeschlagen und gedemütigt, verlassen. Weil sein Arzt am Tage zuvor beim Athleten noch normale Blutwerte festgestellt hatte, macht die Theorie auch heute noch die Runde, die Camorra habe im Wett-Geschäft Millionen gegen einen Sieg von Marco Pantani gesetzt, der deshalb auf diese Weise aus dem Rennen eliminiert wurde. Wie die anderen, genannten Todesursachen lässt sich auch eine aufgestellte Mord-Theorie bis heute nicht beweisen. Nachvollziehbar ist die These, der Fahrer habe die Demütigung des Ausschlusses aus dem Giro zufolge des festgestellten Dopingwertes nie verwunden und sei in Depression verfallen. Es könnte durchaus sein, dass Medikamente gegen Depressionen und der gleichzeitige Drogenkonsum zum Tod des «Piraten» im Hotelzimmer in Rimini geführt hat. Die Todesursache wird wohl nie schlüssig geklärt werden können. Sicher ist, dass der temporäre Held des italienischen Sportes, Marco Pantani, einen einsamen Tod starb und so ein verrücktes Leben im gleissenden Scheinwerferlicht des Sportes auf tragische Weise zu Ende ging.

Schneller, höher, weiter – muss es immer schneller sein?

causasportnews / Nr. 1105/01/2024, 30. Januar 2024

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(causasportnews / red. / 30. Januar 2024) Wer derzeit die alpinen Skirennen verfolgt, wähnt sich eher in der TV-Serie «Der Bergdoktor» als an Sportveranstaltungen. Praktisch in jedem Speed-Wettbewerb müssen die Rennen der Frauen und Männer unterbrochen werden, damit der Rettungs-Helikopter mehrheitlich schwer verletzte Fahrerinnen und Fahrer ins nächstgelegene Spital fliegen kann. Die teils furchterregenden Stürze nehmen meist ein schlimmes Ende – nicht wie jeweils das Finale in der TV-Serie mit Hans Sigl. Die Realität auf den Rennpisten und was sich dort zuträgt, ist eben mehr als nur eine Gefühlswelt mit medizinischem Touch am «Wilden Kaiser», sondern oft eine Kombination von Pech, Dramen und Schicksalsschlägen an den Austragungsorten im Rahmen des Ski-Weltcups.

Was ist nur los auf den Speed-Strecken im alpinen Skirennsport? Bilden die schlimmen Stürze und die verheerenden Verletzungsfolgen eine Kumulation von Zufällen? Oder handelt es sich um eine unglaubliche und rational nicht nachvollziehbare Pech-Serie? Über die Ursachen dieser Vorkommnisse wird im Moment gemutmasst und gerätselt. Die Rede ist bei den Analysen der teils gravierenden Unfälle von gehäuften, individuellen Fahrfehlern, von Überforderungen der Skiläuferinnen und -läufer bei diesen Geschwindigkeitsexzessen und von objektiven Gegebenheiten, die sind, aber nicht sein müssten. Da sich die Unfälle ausschliesslich in den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G ereignen, wird auch die entsprechende Sinnfrage gestellt. Es werden zudem Massnahmen diskutiert, etwa massive Tempo-Verringerungen und die Implementierung von noch mehr Sicherheits-Vorkehren. Für viele Betrachter sind die Rennen, in denen teils weit mehr als 100 Stunden-Kilometer erreicht werden, eine sinnlose Raserei geworden. Dass Stürze in diesen Geschwindigkeitsbereichen in der Regel grosse Verletzungsgefahren implizieren, ist evident. Die Unfälle sind sich wiederholende Tatsachen, die Einwilligungen der Fahrerinnen und Fahrer in das vorhandene Risiko hat nur haftungs- und versicherungsrechtliche Bedeutung.

Der Zufall oder was auch immer will es, dass sich in dieser Phase grausamer Stürze, von welcher auch Top-Fahrerinnen und -Fahrer, wie Aleksander Kilde oder Mikaela Shiffrin direkt betroffen sind, der Todestag einer erfolgreichen Rennfahrerin zum 30. Mal jährt. Am 29. Januar 1994 verstarb die Österreicherin Ulrike Maier beim Abfahrtslauf in Garmisch-Partenkirchen unter tragischen Umständen. Der Verlobte mit der gemeinsamen Tochter mussten sich das Drama um die 27jährige Partnerin und Mutter vor dem Fernsehen anschauen. Die «Unfall-Causa Ulrike Maier» wirkt bis heute nach. Die Tragödie führte zudem zu einem strafrechtlichen Nachspiel. Die beiden FIS-Renndirektoren Jan Tischhauser und Kurt Hoch mussten sich zwei Jahre nach dem Todessturz der Fahrerin vor einem Münchner Gericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten; das Verfahren endete mit einem Vergleich. Die beiden Beschuldigten bezahlten je 10’000 Mark an die Bergwacht.- Nicht nur der Skiunfall von Ulrike Maier bleibt in trauriger Erinnerung. Immer wieder schlug danach das Schicksal im alpinen Ski-Rennsport brutal zu. In der aktuellen Unfall-Häufung blieb der Skisport wenigstens vom Schlimmsten verschont. Aber die Ereignisse lassen mit Blick auf die Zukunft Extremes befürchten. Wahrscheinlich können Tragödien in den Speed-Disziplinen nur verhindert werden, falls die Geschwindigkeiten beschränkt werden; schneller, höher, weiter – zumindest schneller muss es nicht immer sein. Spektakel ist auch anderweitig möglich. Aber auch in diesem Zusammenhang bleiben Worte von Ulrike Maier einige Zeit vor ihrem Todessturz haften. Sie sagte einmal in einem Interview, auf die Gefahren im Skisport angesprochen: «Wenn es vorbestimmt ist, dann passiert es. Dem Schicksal kann man sowieso nicht ausweichen.». Auch dreissig Jahre nach ihrem Tod wirkt diese Aussage nach.

Der Unfalltag einer Sport-Ikone jährt sich zum zehnten Mal

causasportnews / Nr. 1095/12/2023, 29. Dezember 2023

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(causasportnews / red. / 29. Dezember 2023) Eine Philosophie von «causasportnews» wird geprägt vom Grundsatz: «Sich an Vergangenes erinnern – aber vor allem vorwärts schauen». In einem Fall muss diese generelle Regelung eine Ausnahme erfahren. Grund dafür ist der Unfalltag eines renommierten Sportlers, ein Tag, der sich am 29. Dezember 2023 zum zehnten Mal jährt. Vor zehn Jahren ging eine Schreckensmeldung um den Globus, als bekannt wurde, dass Michael Schumacher bei einem Skiunfall in Méribel (Frankreich) schwer verletzt worden sei. Der 29. Dezember 2013 war der Tag, an dem die Formel 1-Legende nicht von dieser Welt abtrat, aber ihr seither entrückt ist. Dieser Zustand dauert bis heute an. Über den Gesundheits-Status des siebenfachen Weltmeisters in der Königsklasse des Automobil-Rennsports ist nichts bekannt; es steht aber, keine Zweifel, schlimm um ihn. Es ist gut, dass der Rennfahrer, der 307 Formel 1-Rennen unbeschadet überstanden hatte und bei einem Skiunfall, bei dem die unglücklichsten Umstände zusammentrafen und tragische Folgen zeitigten, von seiner Familie gegenüber der Öffentlichkeit abgeschirmt wird. Am 3. Januar 2024 wird der aus dem Deutschen Kerpen stammende Spitzensportler 55 Jahre alt. Wenn von Michael Schumacher als Sportler gesprochen wird, ist dies untertrieben. Er ist auch nicht nur ein Super-Star, ein Ausnahmekönner, wie ihn die Formel 1 kaum je erlebt hat; der Deutsche hat sich gerechtfertigterweise längst den «Helden»-Status gesichert; er gilt als Sport-«Ikone» mit einer Strahkraft, die alles Zeitliche zu überdauern scheint. So sehen es die Medien, und dem ist nichts beizufügen. Im Formel 1-Rennsport hat Michael Schumacher vieles bewegt, vor allem auch in punkto Sicherheit in dieser Risiko-Sportart, in der er sieben Mal Weltmeister wurde, fünfmal sogar hintereinander. Die Formel 1, auch wenn es um eine Fahrer-Weltmeisterschaft geht, lebt primär von den teilnehmenden Akteuren am Lenkrad. Das gilt jedoch üblicherweise nicht für die Kultmarke «Ferrari» (der Rennstall gehörte bis 2014 zum FIAT-Konzern), bei der eben grundsätzlich nicht der Pilot der «roten Pferde» aus Maranello dem Team den Stempel aufdrückt; es prävaliert das Auto. Wer für die Rennsport-Abteilung gewinnt, siegt für «Ferrari»; wer diese Boliden als Fahrer letztlich zum Erfolg fährt, ist an sich irrelevant. Es sei denn, der Pilot heisst Michael Schumacher … Er hat in seiner «Ferrari»-Zeit zwei markante Ziele erreicht: Zum einen gelang es ihm, das oft labil agierende Team aus Italien regelrecht zum Erfolg zu treiben; zum anderen ist es ihm als Perfektionist dank deutscher Gründlichkeit gelungen, aus der Mannschaft ein konstantes Sieger-Team zu formen. Michael Schumacher personifizierte nicht nur die Formel 1, sondern auch die Marke «Ferrari».

Auf der ganzen Welt, und vor allem auch in Italien, gilt der 29. Dezember 2013 als Schicksals-Tag, ein Schicksals-Tag, an dem der Sport innehielt und seither die ganze Welt das «Prinzip Hoffnung» bemüht, dass die Sport-Legende wieder einmal Teil der Öffentlichkeit würde.

Es ist vielleicht ein Zufall, dass diese Meldung zum tragisch-traurigen Unfall von Michael Schumacher, der sich nun zum zehnten Mal jährt, auch die letzte Meldung von «causasportnews» in diesem Jahr ist. Nicht nur die Sport-Welt verneigt sich zum Jahresende 2023, insbesondere an diesem 29. Dezember, vor einer Sportler-Legende, die dieser Welt nun seit zehn Jahren entrückt ist und dennoch, physisch und als strahlkräftige «Ikone», weiterlebt.

TdS 2023: Nach den Cyclisten die Juristen

causasportnews / Nr. 1028/06/2023, 19. Juni 2023

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(causasportnews / red. / 19. Juni 2023) Die diesjährige Schweizerische Radrundfahrt Tour de Suisse (TdS) ist beendet. Gott sei Dank, wäre man geneigt zu sagen. Seit dem Unfalltod des Schweizers Gino Mäder, der in der Abfahrt vom Albulapass (causasportnews vom 16. Juni 2023) stürzte und verschied, war der Sport kein Thema mehr; das konnte und durfte er auch nicht mehr sein. Die Kernfrage lautete seit dem Drama um den Schweizer, ob eine Weiterführung der Tour de Suisse noch zu verantworten sei; aus sport-ethischer und aus sportlicher Sicht. Eher unverständlicherweise entschieden sich die Organisatoren für eine Weiterführung des Rennens. Nachdem aber zwei Teams und mehrere andere Fahrer den Rückzug von der Rundfahrt erklärt hatten, wurde das Radrennen allerdings so oder so ein sportlicher Wettbewerb ohne jeglichen Wert. Nur mit Bezug auf die Statistik ist anzumerken, dass der eher unbekannte, bald 23 jährige Däne Mattias Skjelmose Jensen die diesjährige Schweizer Rundfahrt, die in der letzten Phase zur Tour der Trauer wurde und an der niemand mehr Spass haben oder etwas abgewinnen konnte, als Gesamtsieger beendete.

Der Tod des 26jährigen Gino Mäder in der Schussabfahrt am Albulapass ist so unbegreiflich wie unverkraftbar. Die Trauerbewältigung wird weitergehen. Allerdings rücken nun nach dem Abschluss der Tour 2023 die juristischen Folgen des Unfalls, den der allseits beliebte und geschätzte Schweizer tragischerweise nicht überlebte, ins Zentrum der Abklärungen und Diskussionen. Da die Umstände der Todesfahrt noch nicht schlüssig nachvollzogen werden können, hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden Untersuchungen aufgenommen. Nun müssen unter den vorliegenden Umständen die Juristen den Cyclisten folgen. Die Abfahrt der Pedaleure am Albula in hoher Geschwindigkeit vor der Zielnähe, die Gino Mäder zum Verhängnis wurde, ist ein Kritikpunkt, dem sich die Veranstalter des Rennens ausgesetzt sehen. Im Vordergrund der Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden dürften die Tatbestände der fahrlässigen Tötung (Art. 117 des Strafgesetzbuches, StGB) sowie allenfalls der Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB) stehen. Unfälle im Zusammenhang mit Radrennen haben immer wieder zu strafrechtlichen Beurteilungen der Vorkommnisse geführt. Im Vordergrund standen meistens Fragen der ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen (mangelhafte Absperrungen der Rennstrecken).

Es zieht die Schweizer(innen) immer mehr in die Berge

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(causasportnewes / red. / 3. März 2023) Es gibt vielerlei Gründe, weshalb es Frau und Herrn Schweizer in die Berge zieht. In den letzten Jahren dürfte insbesondere «Corona» eine Ursache dafür gewesen sein, dass sich immer Menschen aufgemacht haben, um in den Bergen zu wandern (vorwiegend ältere Personen) oder dem Bergsteigen zu frönen (eher das jüngere Publikum). Vor allem auch die schönen und teils heissen Sommer- und Herbstmonate haben vor allem das Wandern zur «In-Sportart» werden lassen. Die Negativseite dieser unter dem Gesichtspunkt der Volksgesundheit an sich erfreulichen Entwicklung ist evident: Ereigneten sich in den Bergen um die Jahrtausendwende jährlich noch etwa 17’500 Unfälle, sind es aktuell über 35’000 pro Jahr. Zum Vergleich: Im Skisport werden jährlich etwa 70’000 Unfälle registriert. Die Unfall-Ursachen sind vielfältig. Oft sind Wanderer und Bergsportler unzureichend ausgerüstet, überschätzen sich, planen ihre Touren zu wenig profund und verunfallen aufgrund von Überforderung und Schwächen. Etwas überraschend mutet der Umstand an, dass sich von den jährlich gegen 100 tödlichen Unfällen in den Bergen die meisten in der Zentralschweiz ereignen. Unfallursachen sind Stürze, aber Bergsportlerinnen und -sportler stolpern oft zu Tode oder rutschen aus. Schlagzeilen machten im vergangenen Jahr mehrere und massierte tödliche Wanderunfälle, die sich auf dem «Wildkirchli-Trail» im Appenzellerland zwischen dem auch international bekannten Berggasthof «Aescher» und dem idyllischen Seealpsee ereigneten. Dieser teils sehr steinige Weg verleitet Touristinnen und Touristen oft zur Unachtsamkeit, obwohl der steil abfallende Bergweg brandgefährlich ist und oft krass unterschätzt wird. Beobachtungen der Bergrettung haben ergeben, dass auf diesem Weg oft mehr als die Hälfte der Wanderer mit Turnschuhen unterwegs ist; immer noch und trotz der bekannt gewordenen Todesfälle. Die idyllischen Bilder dieser Gegend ob dem Seealpsee mit den putzig anmutenden Sujets des Restaurants «Aescher» und dem «Wildkirchli», welche die vorwiegend ausländischen Touristinnen und Touristen ins Appenzellerland locken, vermitteln letztlich ein trügerisches Bild bezüglich des auf diesem Bergweg effektiv vorherrschenden Gefahrenpotentials.

Übernachtungsrekorde verzeichnet der Schweizer Alpen-Club (ACS) als Folge dieses Runs in die Berge im letzten Jahr. Rund 375’000 Berggängerinnen und Berggänger nächtigten 2022 in einer der der 147 geöffneten SAC-Hütten. Dadurch wurde das bisherige Rekordjahr 2009 um ungefähr 15’000 Übernachtungen übertroffen. Aufgrund des durchwegs schönen und warmen Wetters wurde in vielen Hütten dann allerdings das Wasser knapp.