causasportnes.com – 88/2026, 23. September 2026

(causasportnews / red. / 23. September 2026) Der « Fall Granit Xhaka» erinnert an die markige Aussage des ehemaligen Deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, der es einmal auf den Punkt brachte, als er auf seine widersprüchlichen Aussagen angesprochen wurde: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?». In der aktuellen, verwirrlichen Geschichte um ein «Covid Zertifikat» spielt der Fussball- Nationalmannschafts-Captain Granit Xhaka die Hauptrolle. Er sagte, eine Ärztin habe ein gefälschtes Covid-Zertifikat ausgestellt, das er erworben habe, obwohl er nicht gegen Covid geimpft worden sei (Version 1). Dann das Dementi: Er habe sich nicht impfen lassen, sondern sich die Impfung bestätigen lassen, um den Eindruck zu erwecken, er habe sich impfen lassen (Version 2). Dazu die (frühere) Äusserung des PR-Mannes des Captains der Schweizer Nationalmannschaft: Es liege die Bestätigung einer Ärztin vor, dass sich Granit Xhaka zweimal habe impfen und sich dies habe bestätigen lassen (PR-Version). Die ins Geschehen involvierte Ärztin bestätigt, sie habe den Spieler konform gegen Covid geimpft (ärztliche Version). Die Qualifikationen der seit Tagen aufgescheuchten Medien ohne juristischen Sachverstand (wen wundert’s?): «Granit Xhaka gibt Impfbetrug zu» («NZZ»-Version 1). «Die Luzerner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der ‘möglichen Erschleichung einer falschen Beurkundung oder/und Urkundenfälschung’» («NZZ»-Version 2). «Zuerst die Lüge, dann das Geständnis» («NZZ»-Version 3). Zwei Fragen aus juristischer Sicht: Was ist ein «Geständnis» gegenüber der Öffentlichkeit strafrechtlich von Wert? Und: Wen könnte Granit Xhaka (im strafrechtlichen Sinne, Art. 146 des Strafgesetzbuches, StGB) betrogen haben? Und: Bestätigt der Spieler das Geständnis gegenüber den Behörden?
Die Moral der Geschichte: Heute werden solche Vorkommnisse durch die Betroffenen und durch die Medien (und deren Vertretern mit oft leichten Ausbildungs-Rucksäcken), inklusive PR-Dilettanten, aufgearbeitet – wohl auf der Linie von Konrad Adenauer! (siehe dessen Äusserung oben). Die unerlässliche Anmerkung an dieser Stelle: Für Granit Xhaka sowie die offenbar in den Vorgang involvierte Ärztin aus Luzern gelten die Unschuldsvermutungen.
Bezüglich des Sachverhaltes könnte vielleicht die vorgesehene Befragung von Granit Xhaka durch die Staatsanwaltschaft Luzern am 6. Oktober 2026 Aufschluss geben; schon das wäre sachdienlich. Der Spieler hat schliesslich verkündet, mit den Behörden kooperieren zu wollen. Aber vielleicht sieht das dann anlässlich der Befragung oder danach auch wieder anders aus…
