Sagen, was ist – auch dann, wenn es kaum etwas zu sagen gibt

causasportnews.com – 87/2026, 21. September 2026

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(causasportnews / red. / 21. September 2026) Seit Tagen brodelt es in der Gerüchteküche. Irgendwie hängt der Captain der Schweizer Fussballnationalmannschaft, Granit Xhaka, mit drin. Er soll sich 2021 von einer Ärztin ein gefälschtes Covid-Zertifikat besorgt haben. Deren Praxis ist offenbar 2023 von der Polizei durchsucht worden. Der Sprecher (sic!) des Fussballspielers bestätigte, dass Granit Xhaka am 25. Januar 2022 ein erstes Mal und am 11. November 2022 ein zweites Mal gegen Covid geimpft worden sein soll.

Die «Causa Granit Xhaka» hat den medialen Hühnerhaufen zum Gackern gebracht. Mutmassungen, Gerüchte, Thesen, Antithesen und Hypothesen – das alles war dazu angetan, den «Fall» pendent zu halten. Der Spieler selbst hat zum Thema geschwiegen. Es wurde lediglich bekannt, dass Granit Xhaka am 6. Oktober 2026 von der Staatanwaltschaft Luzern befragt werde. Das heisst, dass gegen den Spieler ein Anfangsverdacht auf deliktisches Verhalten bestehen könnte. Bezüglich des Spielers und der genannten Ärztin gilt die Unschuldsvermutung. Bis zur Niederschrift dieser Zeilen war der Sachverhalt in dieser Angelegenheit nicht bekannt, bzw. nicht nachvollziehbar. Auch inwiefern Granit Xhaka in diesen Fall involviert war, konnte bis anhin nicht eruiert werden, ebenso nicht, was dem bald 34jährigen Nationalmannschafts-Captain allenfalls strafrechtlich vorgeworfen und in welcher Eigenschaft der Fussballspieler bei der Staatsanwaltschaft Luzern befragt würde (als Auskunftsperson? Als Beschuldigter? Als Zeuge?). So kam es, dass den Medien das Credo für adäquaten Journalismus in Erinnerung gerufen werden musste. Sagen, was ist, so hat es einst der Herausgeber des Deutschen Nachrichten-Magazins «Der Spiegel», Rudolf Augstein, von seinen mitarbeitenden Medienschaffenden gefordert. Diese allgemein hochgehaltene Maxime im Journalismus gilt selbstverständlich auch dann, wenn es in einem Vorgang kaum etwas zu sagen gibt. Dann muss auch in diesem Fall Transparenz geschaffen werden. So war es jedenfalls im hier beschriebenen Vorgang bis zum heutigen Tag, als Granit Xhaka eine Erklärung abgab, dass er sich in der Tat eine gefälschte Corona-Impfbestätigung besorgt habe, obwohl er sich nicht impfen liess; dies hat er nun als «Fehler» bezeichnet. Der Sprecher des Spielers dürfte vor Scham im Boden versunken sein (vgl. dessen Erklärung oben – sic!).

Damit ist der ganze Sachverhalt in dieser unerfreulichen Angelegenheit noch nicht klar. Er dürfte nach der Befragung des Spielers am 6. Oktober 2026 mehr Licht ins Dunkle kommen. Logisch, dass nun nach diesem dürren «Geständnis» des Spielers die Meinungen am Fussball-«Stammtisch» gemacht sind – pro und kontra Granit Xhaka. Apropos «Geständnis»: Es dürfte interessant werden, ob dieses «Geständnis» auch bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben wird. Der Captain der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft spricht selber von einem Fehler, den er begangen habe. Das heisst, dass dieser Fall ähnlich ausgehen könnte wie die Angelegenheit des Schweizer Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer, der den Skandal um seine Person nicht überlebte.

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