causasportnews.com – 76/2026, 18. August 2026

(causasportnews / red. / 18. August 2026) «Trump springt Infantino zur Seite», vermeldete erleichtert und frohgemut die «Neue Zürcher Zeitung» (12. August 2026). Fürwahr, es darf der amerikanische Präsident auch als Heilsbringer für die Fussballwelt gefeiert werden – wenn auch ungerechtfertigterweise. Die internationale Vereinigung der nationalen Fussballverbände hat im Dezember 2025 schon einmal vorgelegt und Donald Trump den «FIFA-Friedenspreis» verliehen. Zu Recht, schliesslich hat der Präsident des (vermeintlich) mächtigsten Landes der Welt bis jetzt alles Machbare für den Weltfrieden getan. Den Ukraine-Krieg hat er, wie angekündigt, innerhalb von ein paar Tagen fast beendet, den Iran-Krieg ziemlich rigoros gestoppt und das ehemalige Perserreich nicht ganz ausgelöscht sowie das verwüstete Gaza schon fast zur neuen Blüte gebracht; ein grandioser Urlaubsort ist praktisch aus dem Nichts entstanden. So wird er auch aktuell davon absehen, den Oman nicht in Grund und Boden zu bomben, was er eigentlich tun wollte. Soviel Gutmenschentum gehört gelobt und gepriesen, auch wenn die grossmäuligen Ankündigungen des mächtigsten Mannes der Welt kaum mehr jemand ernst nimmt und den Polit-Gaukler als selbstgefällige Nervensäge erlebt. Immerhin agiert der 80jährige Dealer im «Weissen Haus» getreu nach dem Motto des berühmten Konrad Adenauer: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!» Nun eilt Donald Trump seinem Freund Gianni Infantino zu Hilfe, der seit seinem gescheiterten Investment-Projekt für den Welt-Fussballverband durch Aktivitäten von Freund und Feind, von innerhalb und ausserhalb der globalen Fussball-Vereinigung arg in Bedrängnis geraten ist, was die «Neue Zürcher Zeitung» und andere Medien zu hoffnungsvollen publizistischen Eruptionen (wer hilft wem aus welchem Grund?) bewogen hat. Doch Donald Trump wir kaum zum Retter in der Not für Gianni Infantino werden, trotz verheissungsvollen Schlagzeilen der «Neuen Zürcher Zeitung». Den Freund Gianni Infantino sieht der US-Präsident aber beispielsweise als UNO-Generalsekretär. Kann sein, dass der Walliser in Verbandsnöten diesen Wechsel in die Weltpolitik vornehmen könnte. Statt Brig New York ist immerhin eine Option, auch wenn der Posten des UNO-Generalsekretärs nicht derart gut dotiert ist wie die höchste FIFA-Funktion. Dann wird auch Donald Trump realistisch, indem er, fast resignierend, sagt, die FIFA würde einen schrecklichen Fehler begehen, wenn der Verband auch nur in Erwägung ziehen würde, aus irgendeinem Grund den Präsidenten Gianni Infantino zu ersetzen. War das wohl die Total-Resignation vor der FIFA?
Immerhin ist die Fussball-Vereinigung ein simpler Verband nach Schweizer Recht (Art. 60 ff. des Zivilgesetzbuches, ZGB) mit Sitz in Zürich, der die Vereinsautonomie (das Selbstbestimmungsrecht) hochhält. Der private Verein kann Impakte von aussen ebenso abwehren wie Ungemach im Innern. Donald Trump hat schliesslich erleben müssen, was der «Fall Folarin Balogun» anlässlich der WM-Endrunde in den USA, in Mexiko und in Kanada ausgelöst hat. Gegen das Selbstbestimmungsrecht eines privaten Verbandes ist eben kein politisches «Kraut» gewachsen. So werden die Unterstützungsbemühungen des Politikers Donald Trump letztlich ebenso erfolglos bleiben wie die Bestrebungen des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zum fussballerischen Machterhalt, der jedoch kaum ernsthaft auf eine Unterstützung aus dem «Weissen Haus» hoffen kann. Ein Schweizer Verband ist auch ein vereinsrechtliches Bollwerk gegen alle Einflussnahmen von aussen, auch wenn sie vom mächtigsten Mann der Welt initiiert werden. Ob Gianni Infantino auch über das nächste Frühjahr hinaus Präsident der FIFA bleibt, wird der Weltverband am 18. März 2027, autonom und ohne Schützenhilfen von aussen, für oder gegen den derzeit im Amt befindlichen Präsidenten, bestimmen.
