Schlagwort-Archive: Tour de Suisse

Nun Sicherheit über alles im Radsport

causasportnews.com – 54/2025, 12. Juni 2025

Photo by Timothy George on Pexels.com

(causasportnews / red. / 12. Juni 2025) Über die Sicherheit im Radsport ist seit Monaten viel gesprochen worden. Vor allem der Tod der 18jährigen Muriel Furrer anlässlich der Rad-Weltmeisterschaften im Raum Zürich im September des letzten Jahres hat die Szene nicht nur aufgewühlt, sondern auch dafür gesorgt, dass in punkto Sicherheit nun einiges getan wird. Als geradezu unerträglich ist der Umstand eingestuft worden, dass die hoffnungsvolle Fahrerin in einer Abfahrt in einem Waldstück bei Küsnacht ZH von der Strasse abkam, wahrscheinlich in einen Baum prallte und dann eineinhalb Stunden schwer verletzt oder sterbend unauffindbar war. Die genaue Unfallursache ist immer noch Gegenstand der rechtsmedizinischen Untersuchungen sowie der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Unklar ist zudem, ob Muriel Furrer allenfalls hätte gerettet werden können, falls sie früher entdeckt worden wäre (vgl. dazu auch causasportnews vom 12. Mai 2025).

Die Organisatoren der Tour de Suisse haben nun vor der diesjährigen Austragung der Schweizer Landes-Rundfahrt (Frauen vom 12. bis 15. Juni; Männer vom 15. bis 22. Juni) eine Weltneuheit im Sicherheitsbereich angekündigt, die auch umgesetzt wird: Ein umfassendes Fahrer- und Konvoi-Tracking (auch «GPS-Tracking» genannt) zur Überwachung von Aktivitäten von Fahrerinnen und Fahrern. Damit soll verhindert werden, dass sich Vorkommnisse, wie diejenigen, die zum Tod von Muriel Furrer geführt haben, wiederholen. In den Knochen sitzt den Verantwortlichen Tour-Organisationen auch immer noch der Horror-Sturz des damals 26jährigen Gino Mäder, der an der Tour de Suisse 2023 am Albulapass zu Tode kam. Für ihn soll am 19. Juni anlässlich der diesjährigen Tour de Suisse an der Unfallstelle am Albula eine Gedenkstätte eingeweiht werden.

Insbesondere in der Schweiz hat der Radsport seit den Todesfällen von Muriel Furrer und Gino Mäder merklich an Bedeutung und Aufmerksamkeit verloren. Kein Wunder: Wenn der Tod mitfährt, ist dies alles nur noch tragisch und traurig. Zukunftsgerichtet soll nun mehr und alles Mögliche vorgekehrt werden, um die Sicherheit von Fahrerinnen und Fahrern bei Radsportveranstaltungen zu gewährleisten. Das umgesetzte «GPS-Tracking» anlässlich der Tour de Suisse 2025 ist zweifelsfrei ein wichtiger und unerlässlicher Schritt in die richtige Richtung. Das Thema «Sicherheit» im Radsport beherrscht dann auch die Diskussionen, die sportliche Ebene tritt in den Hintergrund. Kaum jemand hat bis jetzt zur Kenntnis genommen, und dies interessiert auch nicht vordergründig, dass die drei «Grossen» des Radsports an der diesjährigen Schweizer Landesrundfahrt nicht dabei sein werden: Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel.

TdS 2023: Nach den Cyclisten die Juristen

causasportnews / Nr. 1028/06/2023, 19. Juni 2023

Photo by Sora Shimazaki on Pexels.com

(causasportnews / red. / 19. Juni 2023) Die diesjährige Schweizerische Radrundfahrt Tour de Suisse (TdS) ist beendet. Gott sei Dank, wäre man geneigt zu sagen. Seit dem Unfalltod des Schweizers Gino Mäder, der in der Abfahrt vom Albulapass (causasportnews vom 16. Juni 2023) stürzte und verschied, war der Sport kein Thema mehr; das konnte und durfte er auch nicht mehr sein. Die Kernfrage lautete seit dem Drama um den Schweizer, ob eine Weiterführung der Tour de Suisse noch zu verantworten sei; aus sport-ethischer und aus sportlicher Sicht. Eher unverständlicherweise entschieden sich die Organisatoren für eine Weiterführung des Rennens. Nachdem aber zwei Teams und mehrere andere Fahrer den Rückzug von der Rundfahrt erklärt hatten, wurde das Radrennen allerdings so oder so ein sportlicher Wettbewerb ohne jeglichen Wert. Nur mit Bezug auf die Statistik ist anzumerken, dass der eher unbekannte, bald 23 jährige Däne Mattias Skjelmose Jensen die diesjährige Schweizer Rundfahrt, die in der letzten Phase zur Tour der Trauer wurde und an der niemand mehr Spass haben oder etwas abgewinnen konnte, als Gesamtsieger beendete.

Der Tod des 26jährigen Gino Mäder in der Schussabfahrt am Albulapass ist so unbegreiflich wie unverkraftbar. Die Trauerbewältigung wird weitergehen. Allerdings rücken nun nach dem Abschluss der Tour 2023 die juristischen Folgen des Unfalls, den der allseits beliebte und geschätzte Schweizer tragischerweise nicht überlebte, ins Zentrum der Abklärungen und Diskussionen. Da die Umstände der Todesfahrt noch nicht schlüssig nachvollzogen werden können, hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden Untersuchungen aufgenommen. Nun müssen unter den vorliegenden Umständen die Juristen den Cyclisten folgen. Die Abfahrt der Pedaleure am Albula in hoher Geschwindigkeit vor der Zielnähe, die Gino Mäder zum Verhängnis wurde, ist ein Kritikpunkt, dem sich die Veranstalter des Rennens ausgesetzt sehen. Im Vordergrund der Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden dürften die Tatbestände der fahrlässigen Tötung (Art. 117 des Strafgesetzbuches, StGB) sowie allenfalls der Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB) stehen. Unfälle im Zusammenhang mit Radrennen haben immer wieder zu strafrechtlichen Beurteilungen der Vorkommnisse geführt. Im Vordergrund standen meistens Fragen der ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen (mangelhafte Absperrungen der Rennstrecken).

«Tour de Suisse 2022»: Ende gut, (fast) alles gut

Photo by Pixabay on Pexels.com

(causasportnews / red. / 20. Juni 2022) Noch vor wenigen Tagen war es eine reale Gefahr, dass die «Tour de Suisse 2022» nicht würde zu Ende geführt werden können. Etwa ein Drittel des Teilnehmerfeldes wurde durch das «Corona» eliminiert. Weil das Virus nicht nur unter den Fahrern wütete, sondern auch der Begleittross von ihm befallen wurde, musste das Schlimmste befürchtet werden: Ein Rennabbruch (vgl. auch causasportnews vom 19. Juni 2022). Dass es nicht soweit kam, war so unerklärlich wie der Umstand, dass die Schweizer Rundfahrt plötzlich doch noch bis zum Ende durchgezittert werden konnte. Das lag vielleicht daran, dass die «Tour de Suisse» am Wochenende im Ausland, im Fürstentum Liechtenstein, beendet wurde. Der Brite Geraint Thomas liess sich in Vaduz als sicherer Gesamtsieger feiern. Ende gut, und, trotz «Corona», (fast) alles gut, könnte ein aktuelles Fazit gezogen werden. Die im internationalen Verhältnis bescheidene Tour, die 2020 wegen «Corona» nicht durchgeführt werden konnte, ist nun nicht mehr viel mehr als Geschichte. Nicht nur die Randsport-Community hat den Fokus bereits auf das berühmteste und auch härteste Radrennen auf dem Planeten gerichtet: Auf die «Tour de France 2022», die am 1. Juli 2022 in Kopenhagen beginnen soll. Die «grande boucle» soll zum Radsport-Leckerbissen dieses Jahres werden, doch hängt das «Corona»-Damoklesschwert bedrohlich über der Tour. Die steigenden Fallzahlen in weiten Teilen Europas haben die Organisatoren der «Tour de France» dazu bewogen, die Massnahmen im Kampf gegen das Virus mit allen seinen Mutationen zu verstärken. Das Damoklesschwert «Corona» wird ab 1. Juli 2022 über dem Peloton schweben, verbunden mit der Hoffnung, dass es bis zum Ende der Tour am 24. Juli in Paris nicht plötzlich heruntersausen möge…

«Tour de Suisse» wird zur «Tour de Covid»

Photo by Chris Peeters on Pexels.com

(causasportnews / red. / 19. Juni 2022) Das war vorauszusehen und ist nun nicht mehr zu ignorieren: Die Schweizer Radrundfahrt «Tour de Suisse» wird von der neuen «Covid-Welle», die immer heftiger wird, überrollt. Zur Etappe am Freitag von Locarno (TI) nach Moosalp (VS) mussten gegen 30 Fahrer wegen akut gewordenen Infektionen auf eine Weiterfahrt verzichten; einige Akteure gaben wegen Magen-Darm-Beschwerden auf. «COVID-19» grassiert überdies im Tour-Tross. Von «Corona»-Kranken entlang der Strecke gar nicht zu sprechen. «COVID-19» ist zurück, und die Lage wird immer dramatischer. Diese wird zwar sonst in der Bevölkerung ignoriert (schliesslich soll die Urlaubszeit nicht durch diese Seuche negativ beeinträchtigt werden), doch die Fallzahlen sprechen für sich. Für die am Wochenende in Vaduz (Liechtenstein) zu Ende gehende «Tour de Suisse 2022» könnte es zu einem dramatischen Finale kommen, falls das Radrennen weitere Ausfälle im Teilnehmerfeld und im Begleit-Tross verzeichnen sollte. Die Rede ist sogar davon, die Rundfahrt nun nicht mehr zu Ende zu führen. Das wollen die Tour-Organisatoren selbstverständlich mit allen Mitteln verhindern und den grössten Sportanlass der Schweiz «durchzittern», wobei die Mittel insbesondere bezüglich der Bekämpfung der Seuche nicht unbedingt der Logik entsprechen. Es wird vor allem kommuniziert, es werde intensiv und ausreichend getestet; entscheidender wäre allerdings, die vorbeugenden Massnahmen zu verstärken und sich an die allgemein empfohlenen Schutzkonzepte zu halten. Aktuell haben sich nicht nur Fahrer aus dem Teilnehmerfeld wegen «Corona» verabschiedet. Das holländische Team «Jumbo Visma» musste sich wegen vier «Corona»-positiver Fahrer gleich als ganzes Team zurückziehen. So verwundert es nicht, dass bei dieser Ausgangslage die Regularität des Rennens zum Thema wird; es wird auch von einer «Farce» gesprochen. Als exogener Impakt muss derzeit mit «COVID-19»-Ansteckungen gerechnet werden, weshalb die Seuche, die sich wiederum stärker ausbreitet, im Sport als einzukalkulierender Unwegsamkeits-Faktor gewertet werden muss. Die aktuelle «Tour de Suisse» ist nur eine Sportveranstaltung, die von «COVID-19», bzw. von Mutanten, beeinflusst ist. Der Sport wird sich auch in Europa darauf einrichten müssen, dass ihn jetzt die nächste, grosse Seuchen-Welle überspült.