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Die Besonderheiten des Fussballgeschäftes

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(causasportnews / red. / 12. August 2022) Dass das Fussballgeschäft ein besonderer Geschäftszweig darstellt, ist hinlänglich bekannt. In dieser Branche herrschen eigene Gesetzmässigkeiten. Im Zentrum stehen dabei selbstverständlich die Akteure, die Spieler (weniger – horribile est dictu – die Spielerinnen). Zudem wird der ökonomische Grundsatz, dass mehr Geld eingenommen werden soll als ausgegeben werden darf, regelmässig zumindest relativiert.

Das Beispiel FC Barcelona: Der katalanische Renommierklub ist seit Jahren ver- und überschuldet, offenbar im dreistelligen Millionenbereich. Das hindert jedoch die Spanier nicht, in jeder Transferperiode richtig Geld, das eigentlich nicht verfügbar ist, auszugeben. Auch jetzt wieder. So wurden Robert Lewandowski (vom FC Bayern München), Jules Koundé (vom FC Sevilla) und Raphael Dias Belloli, «Raphinha» genannt (von Leeds United), für ungefähr 160 Millionen Euro übernommen. Dass im Moment noch nicht alle Spielberechtigungen 2022/2023 für diese Akteure und auch für weitere Kaderspieler, die seit geraumer Zeit beim FC Barcelona unter Vertrag stehen, vorliegen, dürfte damit zusammenhängen, dass die Spanische Liga derzeit untersucht, ob der FC Barcelona auch tragbar wirtschaftet. Die wirtschaftliche Not macht erfinderisch, und der Klub hat nun offensichtlich künftige TV-Rechte verpfändet, um damit Kredite abzusichern. Das Tafelsilber von morgen wird also heute zur Erreichbarkeit tragbarer, wirtschaftlicher Verhältnisse verscherbelt. Wichtig ist zur Herbeiführung entspannterer, wirtschaftlicher Verhältnisse die Einhaltung von Gehalts-Obergrenzen. Aktuelle Spieler werden im Moment angehalten und im Weigerungsfall genötigt, zumindest auf Teile der vereinbarten Gehälter zu verzichten. Teure Spieler, auf die man tendenziell verzichten möchte, werden etwa regelrecht weggemobbt, um längerfristige Arbeitsverträge mit vereinbarten, horrenden Salärierungen nicht mehr erfüllen zu müssen. Diesbezüglich steht beispielsweise der Niederländer Frenkie De Jong auf der Abschussliste der Katalanen.

Das Beispiel Manchester United: In diesem Klub sorgt seit Wochen die «Personalie Cristiano Ronaldo» für Schlagzeilen. Nachdem Manchester United die Qualifikation für die Champions League verpasst hat, hat der 37jährigen Superstar, der sich im Herbst seiner Fussballkarriere befindet, das Interesse am Klub, für den er schon 2003 – 2006 tätig war, verloren. An sich will Cristiano Ronaldo weg. Derzeit existiert wohl kein Klub auf dieser Welt, der die pekuniären Vorstellungen des Portugiesen erfüllen möchte und Cristiano Ronaldo zudem, was ebenso wichtig ist, eine Fussball-Erfolgsgarantie geben könnte.

Nochmals Manchester United: Der englische Klub hat zweifelsfrei an Strahlkraft verloren, obwohl er immer noch eine edle Marke abgibt. Doch Sonderbares hat sich nun im Bereich des Marketings ereignet: Da wurde vor eineinhalb Jahren eine fünfjährige Partnerschaft zwischen dem englischen Klub und der Deutschen IT-Unternehmung «TeamViewer» mit Pauken und Trompeten aus der Taufe gehoben. Die Vereinbarung, die bis 2026 dauert, spült dem Klub jährlich 50 Millionen Euro in die Kasse. Nun ist kommuniziert worden, dass sich die Partner nach Ablauf der fünfjährigen Vertragszeit trennen würden. Welcher Marketing-Wert ein derartiger Deal, der noch fast vier Jahre dauern soll, beigemessen werden kann, bleibt wohl das Geheimnis vor allem von «TeamViewer». Fakt ist, dass die Aktienkurse des Deutschen Unternehmens seit der Bekanntgabe des Deals nur noch gesunken sind und sich nicht mehr erholt haben; die Aktien haben seither 80 Prozent an Wert verloren. Gewisse Vorkommnisse im Fussballgeschäft sind eben eigenen und besonderen Gesetzmässigkeiten unterworfen.