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Stau am Mount Everest und andere Leistungsstörungen

(causasportnews / red. / 4. Juli 2019) Das Bild ging kürzlich um die Welt: Nicht nur im Strassenverkehr sind Staus an der Tagesordnung. Auch der Aufstieg zum Dach der Welt kann zu Stau- und Stress-Situationen führen. Oft enden Everest-Besteigungen tödlich. Ab und zu setzt allerdings die Natur der Expeditionsfreudigkeit der Menschen mit allen Risiken natürliche Grenzen. Nicht immer erreichen Bergsteigerinnen und Bergsteiger ihre Ziele, zumindest einmal im Leben auf dem höchsten Punkt der Erde zu stehen, auf 8848 Meter Höhe. Die Besteigung des Mount Everest ist für viele Menschen nur möglich, falls sie ordentlich in die Tasche greifen und sich organisiert zum 1953 erstmals bezwungenen Gipfel begeben. Und auch dann besteht keine Gewähr, dass der Gipfelsturm gelingt. So erging es vor etwas mehr als vier Jahren einem Alpinisten, der für die Besteigung des höchsten Berges mit einer Expeditions-Organisation eine Vereinbarung schloss und aufgrund dieser Absprache EUR 39 840 sowie überdies USD 11 000 für einen Zusatz-Sherpa bezahlt hatte. Wegen eines Erdbebens und befürchteter Nachbeben beschlossen die Verantwortlichen, die geplante Mount Everest-Besteigung  abzubrechen und aus dem vorgeschobenen Basislager auf 6 400 Meter Höhe nicht weiter aufzusteigen. Mit der Unmöglichkeit der Besteigung des Berges endete, juristisch gesprochen, eine Pauschalreise mit Leistungsstörung. Der vorzeitige Abbruch der Expedition im Frühjahr 2015 erfuhr vor Gericht eine Fortsetzung, weil es zwischen den Vertragsparteien bezüglich der Rückabwicklung des Vertrages Dissonanzen absetzte; konkret konnte bezüglich des durch den Organisator der Expedition zurückzuerstattenden Betrages keine Einigung erzielt werden. Dem Expeditionsteilnehmer wurden schliesslich gerichtlich EUR 2 360 zugesprochen. Dies hat mit Urteil vom 25. April 2019, das seit kurzem vorliegt, der Oberste Gerichtshof Österreichs entschieden (5Ob194/18t). Auf den Grundsatzentscheid wird in der nächsten Ausgabe von „Causa Sport“ eingegangen (www.causasport.org).