causasportnews.com – 84/2026, 10. September 2026

(causasportnews / red. / 10. September 2026) Der Medienkonsument stellt es fest, sei es beim Durchblättern von Zeitungen und Zeitschriften sowie bei der TV-Nutzung: Der Schwingsport in der Schweiz boomt. Parallel dazu sind neue Tendenzen in dieser Disziplin im Bereich von Sportwetten auszumachen. So bietet die Lotteriegesellschaft «Swisslos» über die Wettplattform «Sporttip» seit kurzer Zeit Sportwetten im Bereich des Schwingsportes an. Schon gegen eine halbe Million Schweizer Franken sollen Frau und Herr Schweizer in diesem Jahr für Wetten im Rahmen von Schwingsport-Wettkämpfen eingesetzt haben. Ob derartige Wetten zu dieser typisch-schweizerischen Sportart und zu den Werten, welche das Schwingen vermittelt, passen, wird kontrovers diskutiert. Einigkeit herrscht diesbezüglich, dass Wetten, die auf Schwing-Veranstaltungen («Schwing-Feste») und auch auf einzelne Wettkämpfe der «Bösen» (so werden die Schwing-Sportler umgangssprachlich noch immer genannt) getätigt werden können, die Integrität dieser Sportart nicht beeinträchtigen dürfen. So sehen es vor allem der Eidgenössische Schwingerverband (ESV), der von den Wettumsätzen von «Swisslos» im Rahmen des «Swisslos-Sportfonds» bescheiden profitiert, und auch der Sportwettenanbieter «Swisslos», aber auch die Athleten selber. Sportwetten auf Schwinger-Wettkämpfe bergen ein Manipulationspotential in sich. Manipuliert werden allerdings nicht die Wetten, sondern die Wettkämpfe lassen sich allenfalls, auch mit Blick auf getätigte Wetten, grundsätzlich und theoretisch, bspw. zu Gunsten von abgeschlossenen Wetten, beeinflussen. Der Integritätsschutz ist also auch in dieser Sportart nicht zu vernachlässigen, wie aus dem Schwinger-Umfeld verlautet. Sport-Manipulationen sind denkbar durch beide an einem Kampf beteiligten Schwinger, dann auch nur durch einen Teilnehmer an einem Kampf, oder durch die Schiedsrichter an den Wettkämpfen. Insbesondere diese Sportart weist die Eigenheit auf, dass es bei Kämpfen oft zu unerwarteten Resultaten kommt. Man wird sich allerdings hüten müssen, überraschend ausgehende Kämpfe als manipulations-verdächtig zu qualifizieren. Manipulationen durch Schwinger mit Blick auf den Ausgang von Kämpfen widersprechen der Ethik im Schwingen. Sie sind zudem mit den Grundwerten, die in dieser Sportart hochgehalten werden, nicht zu vereinbaren. Alle Schwinger wurden zu Beginn dieses Jahres auf die Regeln und Grundprinzipien, die im Schwingen gelten, aufmerksam gemacht. Den Schwingern ist es auch verboten zu wetten, wenn sie ein direktes oder indirektes Interesse am Ausgang von Kämpfen haben. «Swisslos» überwacht zudem die Wettaktivitäten mit Blick auf ungewöhnliche Entwicklungen und auffällige Muster.
Derzeit kann auf den Ausgang von Wettkämpfen oder auf Fest-Sieger, usw. gewettet. werden. Kein Thema scheint der Ausbau des Wettangebots auf «Live-Wetten» zu sein, d.h., Wetten können während eines Wettkampfs nicht (mehr) getätigt werden.
Und noch das: Der grandiose Sieg von Samuel Giger am berühmten «Kilchberger Schwinget» am 5. September 2026 hat den Ruf bestärkt, «Schweiz Tourismus» möge den telegenen, gut präsentierenden und die typische Schweiz vertretende Schwinger aus der Ostschweiz zum Werbebotschafter nach und an Stelle der Tennis-Legende Roger Federer berufen. Tennis ist natürlich nicht Schwingen, und der Schwing-Sport wird ausserhalb der Schweiz nicht derart intensiv wahrgenommen wie Tennis. Samuel Giger wird zwar weiterhin für Furore im Schwingen sorgen, aber dieser Wirkungsgrad ist wohl ausschliesslich auf die Schweiz beschränkt.
