Glitschiger und unberechenbarer Radsport

(causasportnews / red. / 30. August 2020) Die Tour de France zählt zu den wichtigsten Sportveranstaltungen der Welt. Obwohl sie im Freien stattfindet, ist sie heuer dennoch ein „Opfer“ von COVID-19 geworden. Aber wenigstens findet sie – unter Beachtung aller denkbaren Schutzvorkehrungen – seit gestern, mit einiger Verspätung, dennoch statt. In und um Nizza machten sich die besten Rad-Professionals auf die rund 3‘500 Kilometer lange Strecke. Zum Wochenend-Beginn war anlässlich der 1. Etappe vor allem das Wetter das Hauptthema. Insbesondere der Deutsche Super-Star und ehemalig Polizist Tony Martin mit dem Spitznamen „Panzerwagen“ sorgte zuvorderst im Feld dafür, dass das Renntempo den gefährlichen, glitschigen Bedingungen angepasst wurde. Weniger Tempo – weniger Stürze, dafür setzt sich „Kollege Panzerwagen“ autoritär und effizient an der Spitze des Peloton ein; und alle akzeptierten Tony Martins Autorität. Dennoch waren auf den übernassen Strassen einige Stürze nicht zu vermeiden; alle endeten glimpflich. Im Schlussspurt setzte sich dann der Norweger Alexander Kristoff durch.- Der Start zur „grand boucle“ in Nizza bedeutete den Auftakt zu einer Fahrt ins Ungewisse. Wegen „Corona“ war es überhaupt verwunderlich, dass zur Tour 2020 nun doch gestartet werden konnte. Statt am 27. Juni ging es jetzt erst am 29. August los. Am 20. September sollte in Paris der Gesamtsieger feststehen. Sollte. Die Verhältnisse sind allerdings derart unkalkulierbar, dass schon eine markante Verschlechterung der Situation im Zuge von COVID-19 ein Rennabbruch wahrscheinlich macht. Schon kurz vor dem Start des Rennens in Nizza wurden aus dem Tour-Tross gleich zwei Ansteckungen bekannt, von denen das Team „Lotto-Soudal“ betroffen ist. Die Belgier vermeldeten allerdings entwarnend, dass zwei „Corona“-Tests nicht negativ ausgefallen waren – was im Klartext positive Befunde bedeutete. Ein bisschen Schönfärberei darf ja sein unter den gegebenen Umständen. Alles in allem ist und bleibt die Tour 2020 unberechenbar; sie steht unter dem Damoklesschwert des vorzeitigen Abbruchs. Das macht das sonst übliche, sportliche Taktieren schwieriger. Wer die diesjährige Frankreich-Rundfahrt gewinnen will, tut gut daran, sich gleich zu Beginn an die Tabellenspitze zu setzen. Darauf zu vertrauen, dass die Tour, wie an sich geplant, (erst) am 20. September zu Ende gehen wird, ist ein riskantes Vabanque-Spiel. Zu unberechenbar sind die Verhältnisse im Zeitalter von COVID-19. Übrigens: Von Doping spricht im Moment im Radsport niemand.

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