Fussball-WM-Endrunde in Katar 2022 vor Erweiterung?

(causasportnews / red. / 11. März 2019) Es gibt Produkte, die verkaufen sich von selbst. Zum Bespiel die Autos von „Mercedes“ oder die Uhren von „Rolex“. Bei diesen Luxusgütern können Marketingabteilungen und Werbefachleute an sich nur etwas falsch machen, sofern sie Aktivismus entfalten, wovor aber dringend abzuraten ist. So verhält es sich grundsätzlich auch mit dem Produkt „Fussball“, das auf höchster Ebene vom Weltfussballverband FIFA vermarktet wird. Und das äusserst erfolgreich. Die FIFA generiert die ins Gewicht fallenden Mittel zu einem grossen Teil über die TV-Vermarktung. Ein Fernsehsender, der eine WM-Endrunde, wie das nächste Mal 2022 in Katar, nicht anbieten kann, gehört in jeder Hinsicht zu den Verlierern. Das gilt auch für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, die beispielsweise bei der Abdeckung der Spiele im Rahmen von Fussball-Weltmeisterschaften eine besondere Form des (staatlich verordneten) „Pay-TV“ darstellen.

Das Verständnis für diese Zusammenhänge ist evident, wenn die angestrebten Entwicklungen bezüglich teilnehmender Nationalmannschaften an der WM-Endrunde 2022 in Katar betrachtet wird. Die FIFA will bereits in knapp vier Jahren das Teilnehmerfeld von 32 auf 48 Nationalmannschaften aufstocken. Mehr Spiele, ein grösseres Angebot, steigende Nachfrage – mehr Geld. So einfach ist die Rechnung, welche derzeit in der Teppichetage der FIFA am Zürichberg in Zürich vorgenommen wird. Aus verschiedenen Gründen erwachsen diesen Bestrebungen allerdings Opposition. Neuerdings sind in diesem Zusammenhang auch rechtliche Implikationen auszumachen. Die WM-Endrunde 2022 ist 2010 in Zürich von der damals zuständigen FIFA-Exekutive an Katar vergeben worden. Soll nun eine Aufstockung des Endrunden-Teilnehmerfeldes beschlossen werden, würde dies wohl eine räumliche Ausdehnung auf weitere Staaten bedingen. Genannt werden in diesem Zusammenhang derzeit Kuwait und Oman. Dies würde allerdings bedeuten, dass eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes nur mit Einwilligung des Verbandes von Katar vorgenommen werden könnte. Ein schwieriges Unterfangen, da zwischen den genannten Ländern nicht gerade die grosse Liebe auszumachen ist. Würde der Verband Katars grundsätzlich zustimmen, müsste das den Grossanlass vergebende Organ der FIFA, neu der Kongress (Vollversammlung der Mitglieds-Verbände), dem Projekt ebenfalls zustimmen. Wie eine solche Beschlussfassung ausgehen könnte, ist derzeit ungewiss. Im Augenblick scheint es jedenfalls völlig offen zu sein, ob letztlich 32 oder doch 48 Nationalmannschaften im November/Dezember 2022 die WM-Endrunde in (oder in und um) Katar bestreiten werden. Einfacher ist danach die Ausgangslage bezüglich der WM-Endrunde 2026: Diese wird von den USA, von Kanada und von Mexiko organisiert und durchgeführt. Wenigstens sind bei jener Endrunden-Austragung die räumlichen Aspekte kaum ein Thema. Und die Mauer zwischen den WM-Endrunden-Ausrichtern USA und Mexiko wird, sollte sie je gebaut werden, bis dann (und nach der Präsidentschaft von Donald Trump, die längstens bis 2025 dauernd wird) eh nur noch ein Mahnmal der Geschichte abgeben.

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