Des Boxers Freud‘, der Juristen Leid…

(causasportnews / red. / 29. Januar 2019) Es hätte der sport-juristische Prozess-Knüller des noch jungen Jahres werden können, doch nun ist der Vorgang kürzlich (einstweilen) juristisch unspektakulär zu Ende gegangen: Der „Doping-Prozess“ um den deutschen Professional-Boxer Adnan Catic, alias Felix Sturm. Mangels hinreichenden Tatverdachts lehnte die zuständige Strafkammer des Landgerichts Köln die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, weil mit einer Verurteilung nicht zu rechnen sei. Den Ausgang dieses Verfahrens haben Juristen interessiert entgegen gesehen; doch aus einer materiell-rechtlichen Beurteilung wird nun nichts. Zumindest einstweilen nicht. Die Staatsanwaltschaft wird gegen den Entscheid des Gerichts offensichtlich Beschwerde einlegen. Affaire à suivre.

2016 wurde Felix Sturm nach einem gewonnen WM-Kampf positiv auf das Steroid Stanozolol getestet. Dies brachte ihm eine Anklage ein wegen Selbstdopings, Teilnahme an einem Wettkampf unter Selbstdoping und gefährlicher Körperverletzung. Insbesondere der letztgenannte Anlagepunkt sorgte für juristische Spannung, weil seitens des Gegners eines Doping-Delinquenten hierfür keine stillschweigende Einwilligung in Verletzungen, wie sie in dieser Kampfsportart üblich sind, angenommen werden könne. Ein integer antretender Gegner dürfe davon ausgehen, dass (auch) sein Kontrahent fair und unmanipuliert in den Kampf steige (vgl. dazu gesamthaft causasportnews vom 14. Dezember 2018). Obwohl bei Felix Sturm ein positives Test-Ergebnis vorliegt, soll ein einige Zeit nach dem Fight eingeholtes Gutachten zum Schluss gekommen sein, dass keine doping-relevanten Spuren vorhanden seien. Die Konstellation erinnert zwangsläufig an den „Fall Baumann“ mit der berühmten „Zahnpasta-Theorie“. Wie dem (im Moment) auch sei: Die Juristen bedauern, dass in dieser speziellen Causa kein Urteil ergehen wird, doch den betroffenen Felix Sturm freut’s. Der 39jährige Leverkusener plant nach dreijähriger Wettkampfpause nun jedenfalls ein Ring-Comeback. Antreten will er gegen den fast gleichaltrigen Ex-Weltmeister Arthur Abraham. Mehr dazu in der Ausgabe 1/2019 von „Causa Sport“.

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