Orkan auf der Piste – Ruhe an der juristischen Front

154886_soelden-gletscher (causasportnews / red. / 31. Oktober 2017) Vor dem geplanten Ski-Weltcup-Auftakt der Männer in Sölden vom vergangenen Wochenende waren die Augen insbesondere auf einen Spitzenathleten gerichtet: Auf den 23jährigen Norweger Henrik Kristoffersen. Seit geraumer Zeit liegt der Olympia-Bronzemedaillen-Gewinner von 2014 im Slalom mit dem Verband Norwegens im Clinch bzw. ficht einen erbitterten Rechtstreit aus, der darin gipfelte, dass der Athlet temporär aus dem Verbandskader Norwegens ausgeschlossen wurde (Causa Sport News vom 26. Juni 2017). Zwischenzeitlich hat sich die Lage an der juristischen Front im „Fall Kristoffersen“ dahingehend beruhigt, als der Athlet im Weltcup mittun kann. Er war gemeldet für den Riesenslalom der Männer auf dem Rettenbachgletscher. Nur fiel das Saisoneröffnungs-Rennen den stürmischen Verhältnissen auf dem Söldner Gletscher zum Opfer; das Rennen wurde abgesagt. Der nächste Einsatz des Slalom-„Orkans“ aus dem Norden soll nun am 12. November in Levi (Finnland) erfolgen. Wie der Verband Norwegens bestätigt hat, steht dem Start von Henrik Kristoffersen nichts (mehr) im Wege – trotz der laufenden, juristischen Auseinandersetzung. Noch vor einem Jahr boykottierte der Norweger das Rennen in Levi.

Es wäre auch eine unglückliche Konstellation, wenn der Athlet bezüglich seiner Sportausübung ein Opfer juristischer Auseinandersetzungen würde. Insofern haben sich Verband und Sportler auf einen vernünftigen modus vivendi verständigen können. Zumal es (lediglich) um Geld geht. Viel zwar, aber die diesbezüglichen Entscheidungen werden zu gegebener Zeit fallen, obwohl es auch im juristischen Streit einen Sieger – und einen Verlierer – geben wird. Auf 1,6 Millionen Euro wird der Streitwert beziffert. Soviel will der Athlet als Schadenersatz vom Verband. Henrik Kristoffersen möchte einen lukrativen Individual-Kopfsponsoring-Vertrag mit „Red Bull“ abschliessen. Der Verband lässt dies nicht zu, weil er den entsprechenden Platz auf den Helmen seiner Athleten einem Partner des Skiverbandes verkauft hat. Auf Grund der Gesamt-Konstellation gehen Verfahrens-Beobachter davon aus, dass der Athlet diese Auseinandersetzung tendenziell eher nicht gewinnen wird. Für Henrik Kristoffersen wäre das zwar ärgerlich, aber für ihn zählt im Moment vor allem der Umstand, dass ihn der juristische Streit nicht daran hindert, seinen geliebten Skirennsport auszuüben.

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