Beendete Rimuss-Fussballparty, ein Finanzdesaster – und Hoffnung

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Der „Rimuss“-Schriftzug auf den Trikots der Frauenmannschaft des FC Neunkirch gehört der Vergangenheit an (Bild: FC Neunkirch)

(causasportnews / red. / 12. Oktober 2017) Das gab es schon früher: Ein Fussball-Präsident (konkret der damalige Präsident des FC Wil, Andreas Hafen) erleichterte die Bank, bei der er in leitender Funktion angestellt war (konkret die Grossbank UBS), um Millionen, um das Geld in „seinen“ Klub zu pumpen und sich ein angenehmes Leben einzurichten. Die undurchsichtigen Spiele des geltungssüchtigen Lebemanns bzw. dessen Betrügereien flogen vor 15 Jahren auf – die UBS blieb davon allerdings unberührt (diese kam erst fünf Jahre später aufgrund anderer Umstände an den Rand des Kollaps und musste letztlich mit staatlichen Mitteln gerettet werden). Diese Episode aus dem helvetischen Fussball bringt sich in Erinnerung, nachdem bekannt geworden ist, dass die deliktischen Machenschaften eines anderen Fussball-Managers für eine renommierte Unternehmung gravierende Auswirkungen zeitigen – nicht so wie bei der UBS. Es geht dabei um die Frauenmannschaft des FC Neunkirch bei Schaffhausen, die im vergangenen Jahr im Schweizer Frauenfussball das Mass aller Dinge war (vgl. auch Causa Sport News vom 9. Juni 2017). Ein leitender Mitarbeiter der Rimuss und Weinkellerei Rahm AG in Hallau/Schaffhausen zweigte offenbar beträchtliche Mittel aus der Firmenkasse ab und unterstützte damit die Frauenmannschaft des FC Neunkirch. Die Betrügereien haben nun Auswirkungen: Der renommierte Kinder-Schampus-Produzent ist wegen der deliktischen Handlungen des Kadermitarbeiters und Sportchef des Fussballklubs ins Schlingern geraten und wird verkauft, wie bekannt geworden ist. Mit Bundesmitteln gestützt zu werden wie die Grossbank UBS, die nicht durch Fussball-Machenschaften vor dem Abgrund stand, ist natürlich in diesem Fall keine Option. Mit dem Verkauf des Schaffhauser Unternehmens, das jahrzehntelang von der bekannten Familie Rahm beherrscht und geprägt worden ist, endet die Betrugsgeschichte des Kadermitarbeiters und Fussballnarren für die bisherige Eigentümerschaft Rimuss und Weinkellerei Rahm in Hallau ernüchternd. Die positive Seite dieser Entwicklung darf darin gesehen werden, dass die Rimuss-Produktion – mit 45 Mitarbeitenden – künftig von einem anderen, renommierten Familienbetrieb übernommen wird, von der Davaz Holding AG in Fläsch bei Bad Ragaz. Dieser gehört zu den grössten Weinbau- und Weinhandelsunternehmen der Schweiz und setzt jährlich um die 32 Millionen Franken um. Die Rimuss-Fussballparty ist demnach definitiv beendet, Kindergeburtstage mit Rimuss können aber weiterhin als gesichert gelten; sie werden weitab des Fussballs auch künftig stattfinden können.

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