Bundesgericht versagt Leichtathleten Olympia-Teilnahme

(causasportnews / red. / 10. August 2016) Obwohl die Olympischen Sommerspiele in Rio seit Tagen im Gang sind, beschäftigen sich immer noch Gerichte mit Begehren von Athleten um Zulassung zu den Wettkämpfen. Das Schweizerische Bundesgericht hat nun allerdings die Anträge zweier russischer Leichtathleten, der Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa und des Hürdenspezialisten Sergei Shubenkow, abgewiesen, die auf dem Wege des einstweiligen Rechtsschutzes die Startberechtigung für Rio vor Gericht erstreiten wollten (Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts vom 8. August 2016; 4A_444/2016, 4 A_446/2016). Gemäss Bundesgericht hätten die Sportler nicht hinreichend glaubhaft machen können, dass sie die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorgegebenen Anforderungen für eine Teilnahme an den Spielen von Rio erfüllt hätten. Das IOC habe die Liste der zugelassenen russischen Sportler zudem am 4. August 2016 abschliessend veröffentlicht. Das Bundesgericht wird die eingereichten Beschwerden zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden; vorgängig ging es lediglich um die Entscheidung im Rahmen vorsorglicher Massnahmen. Damit ist auf jeden Fall für die beiden Athleten das Thema „Teilnahme an den Spielen von Rio“ vom Tisch.

Die Entscheidungen des IOC sowie der Sportfachverbände im Nachgang zum Dopingskandal in Russland (siehe causasportnews vom 21. Juli 2016 und vom 26. Juli 2016) haben verschiedene Gerichte beschäftigt, so vor allem den Internationalen Schiedsgerichtshof (CAS) in Lausanne. Dabei wurden die Anordnungen des IOC und der Internationalen Sportfachverbände weitgehend geschützt. Einzig die Nichtnominierung von Athleten mit der Begründung, diese seien schon früher wegen Dopings sanktioniert worden, qualifizierte der CAS erwartungsgemäss als rechtswidrig: Ein Athlet, der in der Vergangenheit wegen Dopings bestraft worden sei und der die Strafe verbüsst habe, müsse deswegen keine weiteren Nachteile gewärtigen da dies sonst einer „Doppelbestrafung“ gleichkomme. Die entsprechenden Entscheidungen des CAS bezüglich der Schwimm-Weltmeisterin Julia Jefimowa und der Ruderer Anastassia Karabelschtschikowa und Ivan Podschiwalow dürfte als „Rio-Regel“ in die Sportrechtsgeschichte eingehen. Die Situation um die „Rio-Regel“ ähnelt der bereits früher als nicht rechtmässig erklärten „Osaka-Regel“ (Causa Sport 2012, 126 ff.). An die im Zusammenhang mit Dopingvergehen früher angewandte, jedoch längst aufgegebene „Kontaminationsregel“ (so etwa im Zusammenhang mit dem „Fall Gasser“) vermag sich heute kaum mehr jemand zu erinnern.

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