„Fall FC Biel“ – Seltsames Gebaren eines Klubpräsidenten

150px-FC_Biel-Bienne.svg(causasportnews / red. / 19. Mai 2016) Der FC Biel wird den Lizenzentzug kaum mehr abwenden können und wohl am Ende dieser Fussball-Saison aus der zweithöchsten Spielklasse (Challenge League) relegiert werden. Dass noch eine Wende herbeigeführt werden kann, nachdem nun das Rekursgericht der Swiss Football League (SFL) den zuvor verhängten Lizenzentzug bestätigt hat, glaubt kaum mehr jemand. Der FC Biel nimmt seit einigen Wochen nicht mehr am Spielbetrieb teil und ist bankrott – auch wenn er noch vor kurzem einen Konkursaufschub erwirkt hat (causasportnews vom 2. Mai 2016). „Der FC Biel ist in der Tat kollabiert, seit geraumer Zeit ist nichts mehr da, weder Geld noch Spieler. Die Situation ist schlicht hoffnungslos“, bestätigt der CEO der SFL, Rechtsanwalt Claudius Schäfer heute gegenüber causasportnews. Der CEO der Liga versteht die Kritik, die nun insbesondere am Lizenzierungsverfahren der SFL geübt wird. Allerdings, so Claudius Schäfer, müsse berücksichtigt werden, dass das Lizenzierungsverfahren vor einem Jahr schon abgeschlossen war, als ein Zürcher Wirtschaftsanwalt den Klub übernahm und nur noch ein rudimentäres Lizenzierungsverfahren zu durchlaufen hatte. „In einem solchen Fall ist die Liga machtlos. Konkret erfolgte die Aktienübernahme der AG ohne Bewilligung der SFL“, betont Claudius Schäfer. Seltsam ist offensichtlich das Gebaren des „starken Mannes“ im Klub, der angetreten war, um aus dem im Mittelfeld des Schweizer Fussballs dümpelnden FC Biel eine grosse Nummer im europäischen Fussball zu machen. „Es gibt immer wieder Leute, die ihre Geschäfte nicht so betreiben, wie sie es einmal vorgegeben haben“, bemerkt der CEO der Liga. In der Tat liegt der Schluss nahe, dass der Zürcher Wirtschaftsanwalt, hinter dessen Engagement grundsätzlich ein grosses Fragezeichen zu setzen ist, hauptsächlich für den Kollaps in Biel verantwortlich sein könnte. Es ist davon auszugehen, dass er für seine Aktivitäten bzw. Inaktivitäten die (finanzielle) Verantwortung wird tragen müssen. Die Situation um den FC Biel ist ein (weiteres) Beispiel dafür, dass insbesondere nicht gerade begüterte Klubs auch schillernde Persönlichkeiten, welche den Sport offensichtlich als Selbstdarstellungs-Plattform oder für die Verfolgung rein persönlicher Interessen nutzen wollen, anziehen.

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