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Spitzen-Reiterin wegen Tierquälerei gesperrt und gebüsst

causasportnews.com – 3/2025, 8. Januar 2025

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(causasportnews / red. / 8. Januar 2025) Im Pferdesport existieren neben den schönen und anmutenden Seiten dieser Sparte auch geradezu unappetitliche Vorkommnisse, über die am liebsten der Mantel des Schweigens ausgebreitet würde. Vor allem, wenn es um das «Sportgerät» «Pferd» geht. Dass Pferde-Sportlerinnen und -Sportler mit ihren Vierbeinern ab und zu nicht so umzugehen gewillt sind, wie dies sein müsste, ist leider eine Tatsache. So ist die Dunkelziffer bezüglich Misshandlungen und Tierquälereien im Pferdesport wohl relativ gross; sie geschehen in Trainings öfter als in Wettkämpfen und vor der Sport-Öffentlichkeit. Im Video-Zeitalter wird jedoch auch vieles transparent und bekannt, was eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschieht.

Noch in schlechter Erinnerung ist der Fall der Deutschen Annika Schleu (heute zufolge ihrer Heirat Annika Zillekens), die im Springreiten des Modernen Fünfkampfes der Olympischen Spiele 2021 in Tokio ihr Pferd im Wettkampf derart misshandelte, dass sie danach einem Sturm der Empörung ausgesetzt war (die Rede war von einem «Skandal-Ritt») und auch strafrechtliche Untersuchungen auslöste (vgl. causasportnews vom 7. November 2021). Nach dem Motto: «Nichts ist so fein gesponnen, es kommt alles ans Licht der Sonne» verhält es sich aktuell mit der dreifachen Olympiasiegerin Charlotte Dujardin. Kurz vor den Olympischen Spielen im vergangenen Sommer in Paris gelangte ein zwei Jahre altes Trainingsvideo an die Öffentlichkeit, auf dem zu sehen war, wie die erfolgreiche Britin auf ihr Pferd eindrosch. Deshalb wurde die Meldung der bald 40jährigen Dressurreiterin mit Blick auf die Olympischen Spiele in Paris im vergangenen Jahr zurückgezogen. Seit der Öffentlichkeit das Video mit den Misshandlungen bekannt und zugänglich ist, worauf zu sehen ist, dass Charlotte Dujardin innerhalb von einer Minute 24 Mal mit einer Gerte auf ihr Pferd einschlug, wird in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der britischen Erfolgs-Dressurreiterin nur noch von der «Skandal-Olympiasiegerin» gesprochen. Der Pferdesport-Weltverband FEI (Fédération Equestre Internationale) mit Sitz in Lausanne sperrte Charlotte Dujardin nach der Veröffentlichung des Videos umgehend provisorisch. Kürzlich hat die FEI nun die definitive Sanktion gegen die Ikone des Dressursports verhängt: Sie darf während eines Jahres keine Pferdesport-Veranstaltungen mehr bestreiten (die Sperre gilt rückwirkend ab Sommer 2024; Charlotte Dujardin wird also im Juli 2025 wieder an Wettkämpfen teilnehmen können). Die verhängte Busse von 10 000 Franken wird die erfolgreiche Dressur-Sportlerin verkraften können. Negativ wird ihr jedoch auch künftig das Image anhaften, in einem Zug als Tierquälerin im Pferdesport genannt zu werden, oder eben als «Skandal-Olympiasiegerin».

Deutscher Pferdesport erneut im Negativ-Fokus

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(causasportnews / red. / 14. Januar 2022) Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass der  organisierte Sport derzeit unter der «Corona»-Pandemie ächzt und der schönsten Nebensache der Welt, die längst, wie das Virus, zur Hauptsache mutiert ist, immer mehr die Schlagzeilen abhanden kommen. Deshalb wird etwa das Umfeld des Sportes in das gleissende Scheinwerferlicht der Medien gestellt. Notfalls werden zur Sicherung der Einschaltquoten «Wallraff-Methoden» angewendet, wie jetzt im soeben vom Kölner Privatsender RTL aufgedeckten Vorkommnis um den mehrfachen Olympiasieger Ludger Beerbaum, der sich mit Vorwürfen der Tierquälerei konfrontiert sieht. Ihm wird via Medien unerlaubtes «Barren» von Pferden vorgeworfen, was der erfolgreiche Reiter in Abrede stellt. Beim «Barren» sollen Pferde im Training durch Schläge mit einer Stange an die Beine dazu gebracht, bzw. entsprechend trainiert werden, die Beine beim Überspringen von Hindernissen so anzuheben, dass diese im Wettkampf ohne Berührungen derselben übersprungen werden. Heimlich aufgenommene Videos zeigen die vom 58jährigen Top-Reiter angewendeten Methoden, die seit Jahren grundsätzlich umstritten sind. Die konkrete Anwendung des «Barrens» wird von Ludger Beerbaum bestritten. Eine Journalistin hatte sich zwecks Recherchen auf der Anlage des Reiters als Praktikantin anstellen lassen. Der Reiter spricht von ehrverletzenden und verleumderischen Vorwürfen und will sich dagegen mit juristischen Mitteln zur Wehr setzen. Für Ludger Beerbaum sind die angewendeten Methoden «erlaubtes Touchieren» der Pferdebeine.- Für den viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum gilt die Unschuldsvermutung.

Wie dem auch sei: Ein halbes Jahr nach dem Skandal um die Deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu, die anlässlich des Reitwettbewerbs an den Olympischen Spielen in Tokio im Wettkampf ihr Pferd malträtiert hatte (causasportnews vom 7. November 2021), ist der Deutsche Pferdesport in der «Causa Ludger Beerbaum» erneut in den Negativ-Fokus der Medien und damit der Öffentlichkeit geraten.