Endet Gianni Infantino wie Joseph Blatter?

causasportnews.com – 72/2026, 6. August 2026

Man in FIFA suit kneeling distressed in front of burning FIFA building with banners
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(causasportnews / red. / 6. August 2026) Im Allgemeinen gehören der ehemalige Präsident des Weltfussball-Verbandes (FIFA), Joseph Blatter, und die aktuelle Nummer 1 der globalen Fussball-Vereinigung nicht gerade zu den absoluten Sympathieträgern. Es kursieren dann auch viele Reminiszenzen und nicht ganz ernst zu nehmende Vergleiche. Etwa wurde diese Frage gestellt: «Welcher Unterschied besteht zwischen dem FIFA-Präsidenten und dem Papst?» Antwort: «Der Papst meint nicht, er sei auch der FIFA-Präsident». Oder: «Welches ist der Unterschied zwischen Joseph Blatter und Gianni Infantino?» Antwort: «Joseph Blatter stammt aus Visp, Gianni Infantino aus Brig.» Anmerkung: Die beiden Städte im Kanton Wallis liegen rund zehn Kilometer auseinander.

Bekannt ist, dass der heute über 90jährige Joseph Blatter im Jahr 2016 nicht gerade rühmlich vom FIFA-Thron steigen musste. Interne Dissonanzen, der Druck der FIFA-Ethikkommission und auch das Bestreben der USA, den nicht an mangelndem Selbstbewusstsein leidenden, langgedienten Sport- und zuletzt Fussball-Funktionär aus dem Amt zu drängen, führten zum Abgang des Wallisers aus Visp. Der heute 56jährige Gianni Infantino, von Anbeginn seiner Präsidentschaft weg kein Mann zum Anfassen, erbte, auch deshalb, weil auch der als Nachfolger von Joseph Blatter vorgesehene ehemalige Top-Fussballer und UEFA-Präsident, Michel Platini, damals im Funktionärs-Dickicht hängenblieb. Bis zur kürzlich abgeschlossenen Fussball-Weltmeisterschafts Endrunde in den USA, in Mexiko und in Kanada arrangierte sich die Fussball-Welt mit Gianni Infantino. Dieser nervte zwar mit seinen Macht-Gebaren und seiner Ich-Bezogenheit immer mehr; der Fussball-Kosmos des ehemaligen UEFA-Funktionärs entrückte der realen Welt in atemberaubender Geschwindigkeit. Seine Anbiederungen gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump (wie etwa 2018 gegenüber Russlands Diktator Wladimir Putin), die im Alleingang erfolgte Vergabe des «FIFA-Friedenspreises» an Donald Trump, der Sündenfall vor der Politik in der «Causa Folarin Balogun» (als auf Druck von Donald Trump die aufgrund einer roten Karte erfolgte Sperre gegen den US-Spieler von der FIFA wieder aufgehoben wurde), und die teilweise  verpatzte Involvierung des US-Präsidenten in den WM-Endrunden-Ablauf und andere Vorkommnisse, die letztlich Gianni Infantino zu verantworten hatte, bewirkten, dass das Turnier in Übersee eine «Veranstaltung zum Vergessen» wurde. Die seit Monaten in der Öffentlichkeit zelebrierte «Bluts-Bruderschaft» zwischen den Präsidenten der USA und der FIFA bekam am Finaltag Risse, als es Gianni Infantino nicht schaffte, Donald Trump zentral ins Siegerbild der spanischen Mannschaft zu rücken. Donald Trump erkannte offenbar, dass die Macht des FIFA-Funktionärs doch von relativem Gewicht war. Seither herrscht zwischen dem «Weissen Haus» und dem «Home of FIFA» in Zürich so etwas wie ziemlich «dicke Luft».

Sich selbst zum Abschuss frei machte sich Gianni Infantino, als er ein paar Tage nach dem WM-Finale eigenmächtig, ja grössenwahnsinnig und selbstverliebt versuchte, das «Filetstück» des Männer-Fussballs, die Weltmeisterschaft, schillernden Investoren zum Frass vorzuwerfen. Diese Aktion brachte vor allem die UEFA und einen Teil der Mitglieder der FIFA (Nationalverbände) gegen Gianni Infantino auf. Ein regelrechter Aufstand der Fussballwelt führte dazu, dass der FIFA-Präsident rasch und kleinlaut innerhalb von ein paar Tagen den Projekt-Abbruch erklären musste. Seither ist der Fussball-Kosmos des Gianni Infantino nicht mehr derselbe, der er einmal war. Der Sturm auf den FIFA-Thron ist offenbar nicht mehr aufzuhalten. Erschwerend kommt nun hinzu, dass der Justizausschuss des US-Kongresses relativ forsch der FIFA Fragen unterbreitet hat, welche der Verband bis zum 9. August zu beantworten hat (etwa muss auch eine Liste aller Werte, die von der FIFA Donald Trump, der Trump-Regierung, den Familienmitgliedern von Präsident Trump zugewendet wurden, eingereicht werden; zudem muss die FIFA Aufschluss über den «FIFA-Friedenspreis» erteilen sowie Unterlagen zum Miet- und Pachtvertrag der FIFA im «Trump Tower» vorlegen). Der Grund für diese Fragen und Aufforderungen liegen offensichtlich im vieldiskutierten, preislich exorbitanten Ticketing anlässlich der WM-Endrunde in den USA begründet. Es scheint, dass die USA das Terrain ebnen wollen, von der FIFA Geld, wohl in Milliarden-Höhe, abkassieren zu können. In dieser Hinsicht hat Amerika «Übung», wie Schweizer Organisationen oder die Schweiz selber «gefügig» gemacht werden können.

Im Moment scheint Gianni Infantino als Präsident des Fussball-Weltverbandes nicht mehr zu halten sein. Die Fussball-Legende Luis Figo bringt es auf den Punkt: «Infantino muss weg». Zwar will sich der Walliser (Stand heute) vom FIFA-Kongress (Vereinsversammlung) am 18. März 2027 in Rabat für eine weitere und letzte Amtszeit wählen lassen. Vielleicht wird er aber bereits vorher von einem ausserordentlichen Kongress aufgrund der zwingenden Vereinsrechts-Bestimmung von Art. 65 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) abberufen (die Abberufung von Vereinsorganen kann durch eine Vereinsversammlung jederzeit erfolgen).

Das Ende von Gianni Infantino als FIFA-Präsident könnte also so enden wie die damalige, 2016 beendete Präsidentschaft von Joseph Blatter, nämlich unehrenhaft. Aber vielleicht sorgt der unberechenbare FIFA-Präsident auch hier für eine Überraschung… 

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