Spitzensportler unsterblich gemacht

causasportnews.com – 29. Juni 2026

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(causasportnews / red. / 29. Juni 2026) Spitzensportler (dies gilt auch für Athletinnen) machen sich oft durch eine besondere sportliche Leistung unsterblich. Will heissen: Daran erinnert sich die Menschheit auch weit über den Tod der Koryphäe hinaus. Zum Beispiel ist an den legendären, argentinischen Nationalhelden Diego Armando Maradona zu denken, der u.a. 1986 Argentinien zum Fussball-Weltmeistertitel führte. Der 2020 im Alter von 60 Jahren verstorbene Ausnahmekönner am Ball machte das Unmögliche möglich; und wenn die Füsse seine Fussballkunst nicht perfektionierten, stand ihm die «Hand Gottes» bei – an der Unsterblichkeit Gottes geht schliesslich kein Weg vorbei. Als Diego Armando Maradona im WM-Turnier in Mexiko mit Gott paktierte und im Spiel gegen England, natürlich irregulär, Gottes Hand zu Hilfe nahm, um den Ball ins Tor zu befördern, sprach und spricht die Welt noch heute vom berühmtesten, nicht geahndeten Regelverstoss, der sich je auf einem Fussballplatz zutrug.

Es grenzt natürlich an Gotteslästerung, um nun von der Auferstehung des Fussball-Gottes aus Argentinien zu sprechen. Aber ganz abwegig ist ein solcher Vergleich nicht, der sich im Rahmen der aktuellen Fussball-WM-Endrunde in Mexiko, in den USA und in Kanada zuträgt. Argentinien spielt mit Super-Star Lionel Messi in anderen Sphären. Sein Team befindet sich ziemlich stringent auf dem Weg ins WM-Finalspiel am 19. Juli 2026. Zumindest gegen Kap Verde (auch schon gehört, liebe Leserinnen und Leser?) sollte nichts schiefgehen…

 Zurück zu Diego Armando Maradona, der vor allem in Argentinien so präsent wie lange nicht mehr ist. In den Werbepausen während der WM-Spiele wird in Argentinien ein Werbespot mit dem Helden des Fussballs ausgestrahlt. Im Hintergrund ist während fast einer Minute seine Stimme zu hören, und am Ende des Werbeauftritts wird der junge Maradona, der 1986 sein Land in Fussball-Ekstase versetzte, ins Bild gerückt. Eine Auferstehung des gottbegnadeten Fussballspielers ist dies nicht. KI ermöglicht die Stimme und die Bewegten-Bilder. In Argentinien hat diese Werbeform, unterstützt von KI-Technik, eine breite Diskussion ausgelöst, ob «man» das mit einem zumindest «Gott ähnlichen» Vertreter des Fussballs machen darf. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Werbung von einem Sportwetten-Unternehmen initiiert wird. Das finden viele Menschen in Argentinien unpassend, weil in diesem Land die Online-Spielsucht sehr verbreitet ist. Das Uno-Kinderhilfswerk «Unicef» warnt sogar vor dieser Art von Spielsucht, die vor allem unter Jungen grassiert. Erschwerend kommt hinzu, dass Diego Armando Maradona zeitlebens mit seiner Alkohol- und Kokainsucht zu kämpfen hatte. Es ist eher anzunehmen, dass er zu Lebzeiten eine solche Art Werbung nicht getätigt hätte. Neben ethischen Bedenken mit Blick auf diese Aktivitäten eines online-Anbieters aus der Wett-Branche werden auch rechtliche Erwägungen vorgebracht. Die Rechte an der Stimme und den Bildern des verstorbenen Fussballers sind zwar ein Diskussionsthema, «Bet Warrior», so heisst das Wett-Portal, hat sich aber diese Rechte von den Angehörigen Maradonas abtreten lassen. Das hat den Zurückgebliebenen der Sport-Ikone auch Vorwürfe eingetragen, etwa dergestalt, das moralische Erbe von Diego Armando Maradona werde auf diese Weise im unrühmlichen Sportwetten-Business verhökert.

Es ist halt so eine Sache mit der Unsterblichkeit. Sie verkörpert die vielfältigsten Seiten. Mit der Unsterblichkeit eines verstorbenen Sportlers umzugehen ist wohl schwieriger als sich unsterblich zu machen.

(Quellen: Agenturen; «Neue Zürcher Zeitung» vom 20. Juni 2026)

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