Schweizer Women’s Super League wird zur Aktiengesellschaft

causasportnews.com – 47/2026, 25. Mai 2026

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(causasportnews / red. / 25. Mai 2026) Der Frauenfussball ist im Trend; sein Beachtungsgrad steigt. Und dort, wo man (oder «Mann») ihn nicht favorisiert, entspricht es einem sportlichen Dogma im Sinne der Gleichberechtigung und Gleichschaltung der Geschlechter, den Fussball der Frauen und Mädchen formell auf die gleiche Stufe des Männerfussballs zu stellen. Im Rahmen der Organisation des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) bahnt sich in dieser Richtung zumindest Bemerkenswertes an. Die Professional-Abteilung der Frauen im SFV soll zur eigenständigen Aktiengesellschaft (AG) werden und als «Axa Women’s Super League» (AWSL) am Markt auftreten. Die AG wird den Ligabetrieb und die Vermarktung übernehmen. Durch die formelle Eigenständigkeit des Frauenfussballs soll vor allem die Vermarktung der Liga verbessert werden können. Mit der Ausgliederung des Frauenfussballs aus dem SFV wird sportlich und organisatorisch an sich nichts Ausserordentliches realisiert. Insbesondere im obersten Segment des Männerfussballs bilden die Vereine (Art. 60 ff. des Zivilgesetzbuches, ZGB) mit vor allem ideeller Zielsetzung die Basiseinheiten im organisierten Sport; auch der SFV ist als Verein organisiert. Im Professional-Sport werden Betätigungseinheiten vor allem aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr und soweit noch nicht erfolgt, aus den Vereinen ausgegliedert und als Sport-Kapitalgesellschaften, z.B. Aktiengesellschaften (Art. 620 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts, OR), konzipiert. Die Struktur- und Zweckverfolgungsbestrebungen der Vereine und Kapitalgesellschaften bleiben allerdings und trotz der strukturellen Zweigleisigkeit stets gleich: Mit der Rechtform des Vereins werden ausschliesslich ideelle, nicht-wirtschaftliche Zwecke verfolgt, mit derjenigen der AG insbesondere wirtschaftliche; auch wenn mit der Rechtform der AG auch ideelle, nicht-wirtschaftlich Zwecke verfolgt werden können. Die AG ist denn auch vorwiegend kapital-bezogen strukturiert, der Verein und Verband personen-bezogen.

Die strukturelle Neuerung im Frauenfussball und die Ausgliederung dieser Sparte aus dem SFV lässt schwerpunktmässig wirtschaftliche Stossrichtungen erahnen. So ganz eigenständig soll die neue AG im Frauenfussball aber doch nicht funktionieren. Oder ist der Glaube an die wirtschaftliche Potenz des Frauenfussballs doch nicht oder noch nicht absolut? Im Rahmen des neuen AG-Konstrukts wird der SFV die sportliche Oberhoheit behalten und sich mit einer Zweidrittels-Mehrheit an der AG beteiligen. Die Klubs werden Aktionäre der AWSL. Die ausgegliederte AG verantwortet den Ligabetrieb, übernimmt die allgemeine Vermarktung, die Rechteverwertung (TV-Vermarktung) und die Kommunikation. Gemäss einer Stellungnahme des SFV fungiert der Verband als Garant für dieses Ausgliederungsprojekt. Er hat eine Defizitgarantie von 1,5 Millionen Franken übernommen. Das erstellte Budget basiert auf aktuellen Zahlen und dem für den Frauenfussball prognostizierten Wachstum. Je rascher sich die wirtschaftliche Situation im Rahmen der AWSL positiv entwickelt, desto schneller soll die Liga vom SFV in die (rechtliche und wirtschaftliche) Eigenständigkeit entlassen werden. Relativ bald wird es sich zeigen, ob sich diese Umstrukturierung und Neuorganisation im Schweizer Fussball rechnet. Der SFV lehnt sich bei diesem Projekt an die Bestrebungen in verschiedenen Ländern Europas an. In Frankreich, Spanien und England sind die Frauenligen bereits eigenständig organisiert worden. In Deutschland halten die Diskussionen an.

Den Hauptgrund für diesen vollzogenen Schritt sieht der SFV in dem in letzter Zeit gestiegenen Interesse am Frauenfussball. Vor allem bei den Zuschauerzahlen ist ein deutliches Wachstum verzeichnet worden. Nicht gerade zufällig dürfte die soeben verbreitete Meldung seitens des SFV sein, dass das Schweizer Fernsehen (SRG) und der SFV die bestehende Medienpartnerschaft verlängert haben. Ein zentraler Pfeiler der Vereinbarung bildet die Förderung des Frauenfussballs. Dabei soll die Women’s Super League künftig eine grössere, mediale Bühne erhalten.

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