Tennis: Ist der Stöhner der schlimmere Störer als der Gestörte?

causasportnews.com – 49/2026, 28. Mai 2026

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(causasportnews / red. / 28. Mai 2026) Sport ohne Publikum ist wie eine Suppe ohne Salz. Zumindest grundsätzlich ist das so. Das Publikum, die Fans oder die Anhänger von Sportlerinnen und Sportlern sowie von Teams usw. können aber auch zu Problemen werden. Zum Beispiel im Fussball. Dabei dominiert oft die Publikums-Militanz, und Zuschauerinnen und Zuschauer wünschte man sich ins Pfefferland. Im Tennis grassiert seit geraumer Zeit ein Phänomen, das nur schwer in den Griff zu bekommen ist: Insbesondere Tennis-Spielerinnen werden von einzelnen Zuschauern durch Artikulationen aller Art in ihrer Konzentration gestört. Beim Tennis ist die Ruhe, das Silentium, anlässlich eines Spiels und während eines Matches ein wichtiger Faktor. Daran hält sich das Publikum in der Regel. Neuerdings allerdings nicht immer. So geschah es kürzlich anlässlich des Tennisturniers in Rom, als ein Zuschauer die beiden Spielerinnen Laura Siegemund und Wera Swonarjowa nicht nur anfeuern, sondern durch Zwischenrufe zu belästigen und zu irritieren versuchte. Die Deutsche Top-Spielerin Laura Siegemund regte sich deswegen fürchterlich auf und knöpfte sich den Störer nach dem Spiel in Rom gleich vor und fragte ihn: «How much money did you have in this game»? Damit spielte sie auf die Möglichkeit an, dass der Mann eventuell Wetten auf den Ausgang dieses unbedeutenden Spiels tätigte und das Ergebnis durch seine Störungen mit Rufen und anderen Artikulationen beeinflussen wollte. Sportwetten und ihre Folgen sind gerade im Tennis zu markanten Diskussionsthemen geworden. Es kann konstatiert werden, dass heute weltweit auf praktisch alle organisierten Tennisspiele, und seien sie noch so unbedeutend, gewettet werden kann. Dass Wetten platziert und der Ausgang beispielsweise einer Tennispartie dann durch Beeinflussungen aller Art (Störungen des sportlichen Wettbewerbs, Bestechung von Schiedsrichtern, Manipulation von Sportlerinnen und Sportlern, Trainerinnen und Trainern, Offiziellen, Funktionären, usw.) versucht oder angestrebt wird, bedroht die Integrität des Sportes in den Grundfesten. Im Wettgeschäft sind insbesondere die Live-Wetten, welche oft auch während laufenden Spielen oder Matches online platziert werden können, eine grosse Gefahr für die «Reinheit» sportlicher Wettkämpfe.  Ob der Stör-Vorfall in Rom im Zusammenhang mit allenfalls platzierten Sportwetten steht und die Störungen des Zuschauers den Verlauf der Tennispartie beeinflussen sollte, ist nicht bekannt.

Einflussnahmen auf sportliche Wettkämpfe in der geschilderten Art sind Gift für den integren Sport und für Sportlerinnen und Sportler mehr lästig. Schlimm ist auch das Verhalten von zuschauenden Einzelpersonen, welche etwa in Frauen-Tennispartien versuchen, die Spielerinnen durch leicht wahrnehmbares Stöhnen, die Simulation des Verhaltens in intimen Momenten, also durch sexistisches Agieren, aus dem Tritt zu bringen. Die Sportart Tennis eignet sich wegen der Silentiums-Vorgaben für solches Tun. Störer, wozu auch die Stöhner zu zählen sind, lassen sich immer schwieriger eingrenzen. Das gilt auch für eine weiter Kategorie von Menschen, welche von der 38jährigen Laura Siegemund ausgemacht wurde. Das seien dann die Menschen, die ärztlich behandelt werden müssten. Die Frage steht demnach allenfalls im Raum, ob der Stöhner der schlimmere Störer als der Gestörte (der kranke Mensch) sei.

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