Zulässige „Motivationsprämien“ – nur verlieren gegen Geld ist unzulässig

banknote_blur_cash_close_up_currency_economy_finance_focus-1178505 (causasportnews / red.th, 28. August 2018) Manipulationen im Sport gibt es nicht nur im Zusammenhang mit Sportwetten (vgl. dazu aktuell causasportnews vom 25. August), sondern auch aufgrund „sportlicher“ Motive. Ein solcher Vorgang wurde gegen Ende der vergangenen Woche vor dem Amtsgericht Osnabrück verhandelt. Als Angeklagte standen in einem Strafprozess drei Fussball-Professionals des VfL Osnabrück, die in der Drittligasaison 2016/17 bei diesem Klub tätig waren, vor Gericht; einer der angeklagten Akteure spielt nach wie vor beim VfL Osnabrück. Gemäss Anklage sollen sie gegen Geld dafür verlangt haben, dass der VfL Osnabrück den abstiegsbedrohten Klub SC Paderborn schlagen würde, um zwei andern Klubs im Kampf um den Abstieg Schützenhilfe zu leisten. Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) bekam damals vor dem Spiel Wind von der Angelegenheit. Die drei betroffenen Professionals nahmen an der Partei schliesslich gar nicht teil und wurden vom DFB sanktioniert. Zwar ermittelte danach die Staatsanwaltschaft, doch wurden nun die drei Spieler allesamt vom Vorwurf der Erpressung und der Spielmanipulation freigesprochen. Entscheidend war für das Gericht, dass das Spiel gegen den SC Paderborn nicht verloren, sondern gewonnen werden sollte. Die Anklage hielt fest, dass die Angeklagten unzulässigerweise suggeriert hätten, ohne Bezahlung keinen vollen Einsatz zu leisten. Diese Auffassung teilte das Gericht nicht und schloss sich der zu dieser Thematik herrschenden Rechtslehre an, dass „Motivationsprämien“ im Sport zumindest nicht unzulässig sind.- Zufälligerweise standen die in diesen Vorgang involvierten Klubs VfL Osnabrück und SC Paderborn schon früher im Fokus von speziellen Konstellationen: 2009 wurden dem damaligen VfL Osnabrück-Spieler Thomas Cichon eine Manipulationsabsprache vorgehalten; er erhielt eine Haftstrafe von neun Monaten. Der SC Paderborn wurde 2004 im Zuge der „Affäre Hoyzer“ bekannt. Damals besiegte der Regionalklub den Bundesligisten Hamburger SV auf bizarre Art und Weise 4:2. Danach flog der manipulierende Schiedsrichter Robert Hoyzer auf und bescherte dem deutschen Fussball einen der grössten Manipulationsskandale. Die Manipulation durch den Schiedsrichter erfolgte im Zusammenhang mit Sportwetten.

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