Vor einem neuen Fussball-Manipulationsskandal?

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(causasportnews / red. / 25 August 2018) Die erste Runde im Schweizer Fussball-Cup-Wettbewerb vom letzten Wochenende könnte auch der Beginn eines neuen Manipulationsskandals im Zusammenhang mit Sportwetten gewesen sein. Vor einer Woche endete das Cup-Spiel zwischen den beiden Zweitliga-Klubs FC Klingnau und FC Bramois gleich 7:0. Das ist ein Resultat zwischen gleich klassierten Mannschaften, das bemerkenswert ist. Die Partie wurde von der „Loterie Romande“ angeboten, geriet aber nicht erst wegen des Schluss-Resultats in den Fokus der Beobachter der westschweizer Wettanbieter-Gesellschaft. Der Schiedsrichter pfiff nicht weniger als vier Elfmeter; zwei davon führten zu Toren. Schon vor dem Spiel gab es Anzeichen und Hinweise dafür, dass die Partie manipuliert sein könnte. Auffällig präsentierten sich vor allem die Wett-Quoten: Auf Grund des Resultates hätte das 7,5-Fache des Einsatzes ausbezahlt werden müssen. Soweit kam es allerdings nicht. Die „Loterie Romande“ setzte nach entsprechenden Hinweisen die Wette bereits vor Beginn des Spieles aus und tätigte nach Abschluss der Partie auch keine Auszahlungen. Zwischenzeitlich ermitteln die Behörden, allen voran die interkantonale Lotterie- und Wettkommission (COMLOT). Die wahrscheinliche Manipulation des Spiels wurde also seitens des Wettanbieters entdeckt. Offensichtlich nicht reagiert haben die Warnsysteme der Sportverbände. Diese führen den Kampf gegen Manipulationen im Sport im Zusammenhang mit Sportwetten nur noch halbherzig, nachdem das Thema „Sportwettenskandale“ in den letzten Jahren mangels aktueller Vorfälle eher in den Hintergrund gerückt ist. Der Weltfussballverband FIFA hat sogar vor kurzer Zeit das verselbständigte Frühwarnprojekt „Early Warning System“ beerdigt. Für den Sportwetten-Spezialisten Dr. Urs Scherrer deutet bei den bekannt gewordenen Fakten im Rahmen des Spiels Klingnau – Bramois alles auf Manipulation im Zusammenhang mit Sportwetten hin. „Wenn in einer solchen Partie gleich vier Elfmeter gepfiffen werden und das Spiel 7:0 endet, kann das schon bedeuten, dass Wetten auf ein so klares Spielergebnis abgeschlossen worden sind. Klar ist, dass in einem solchen Fall nicht die Wette manipuliert ist, sondern das Spiel.“ Im „Hoyzer“-Skandal 2005 in Deutschland war der Schiedsrichter, der gegen Geschenke für das „richtige“ Spielresultat sorgte. Im aktuellen Fall ist zur Zeit unklar, wer die wahrscheinliche Spielmanipulation zu verantworten hat. Für den Schiedsrichter, die Spieler und die Funktionäre gilt die Unschuldsvermutung.

 

 

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