Im Renn-Sattel mit Personenschutz

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Pixabay / Chris Froome

(causasportnews / red. / 4. Juli 2018) Wenn am Wochenende (7. Juli 2018) zur wichtigsten Rad-Rundfahrt der Welt, zur Tour de France 2018, gestartet wird, hat der professionelle Radsport seine diesjährige, grösste Überraschung bereits hinter sich. Was bis vor wenigen Tagen undenkbar schien, ist Tatsache geworden: Der seit der 18. Etappe der Spanienrundfahrt 2017 unter Dopingverdacht stehende Chris Froome wird an der „Grande Boucle“ teilnehmen können; an sich ist es viel mehr als eine Teilnahme, denn der Brite will seinen fünften Tour-Sieg anvisieren und mit verschiedenen Radsport-Heroen, im Fussball wird heute in solchen Fällen von „Legenden“ gesprochen, gleichziehen. Die Teilnahme des viermaligen Tour-Siegers hing bis zuletzt an einem seidenen Faden. Noch in der Sonntagspresse wurde gemutmasst, dass es in dieser Woche zum juristischen Showdown kommen würde, weil damit gerechnet worden war, dass sich der Kapitän des besten Radteams der Welt, „Sky“, eine Teilnahme an der Tour de France allenfalls gerichtlich erstreiten würde. Über Chris Froome hing seit der Spanien-Rundfahrt im letzten Jahr das Doping-Damoklesschwert. Es ging darum, ob der bei ihm festgestellte, erhöhte Salbutamol-Wert als positiver Befund zu qualifizieren sei. Die Untersuchungen des internationalen Radsport-Verbandes (UCI, mit Sitz in Aigle / Schweiz) gegen den 33jährigen Briten sind nun aber ein paar Tage vor dem Start zur „Tour“ eingestellt worden, dies nach einem über Monate andauernden Fight zwischen dem Fahrer und seinen Anwälten, den beigezogenen medizinischen und juristischen Experten und der UCI-Verbandsführung. Die laufenden Abklärungen der UCI haben Chris Froome auch nicht daran gehindert, vor ein paar Wochen den diesjährigen Giro d’Italia zu gewinnen. Die erfolgte Einstellung des Verfahrens gegen den „Sky“-Kapitän ist kein „Freispruch“, wie zahlreiche Medien berichteten. Letztlich konnte dem begnadeten Rennfahrer ein Dopingmissbrauch nicht nachgewiesen werden, weshalb das Verfahren eingestellt und nicht etwa ein Entscheid gefällt wurde.- Doping-Fälle haben es in sich und sind auch geeignet, Emotionen zu schüren. Wer einmal unter Dopingverdacht steht, ist in den Augen vieler, auch sog. „Experten“, ein Dopingsünder; ist einem Sportler oder einer Sportlerin nichts nachzuweisen, gerät er oder sie rasch in den Verdacht, sich mit juristischen oder medizinischen Tricks einer Sanktion entziehen zu wollen. Was natürlich abwegig ist. Apropos Emotionen: Chris Froome wird an der Tour de France nicht nur von seinem Rad-Team unterstützt, sondern es wird sich wohl auch Anfeindungen jeglicher Art, so wie im Giro d’Italia geschehen, gefallen lassen müssen. Es wird für ihn ein Personenschutz-Konzept erstellt…

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