Dem «Zwergewerfen» folgt das «Managereinbuchten»

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Diese Art von Zwerg darf (wohl) noch herumgeworfen werden…

(causasportnews / red. / 20. Juni 2018) Nichts kann einfältig genug oder ausreichend menschenverachtend sein, um nicht in den Dunstkreis des Sportes gerückt zu werden. Vor allem in den USA – wen wundert’s – galt bspw. das „Zwergewerfen“, auch „Zwergenweitwurf“ genannt, lange als spektakuläre und boomende „Sportart“ ausserhalb der Schausteller-Szene. Im Hollywoodfilm „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio erlebte dieses für uns derbe Vergnügen vor rund fünf Jahren eine Kino-Renaissance. Entweder vergnügten sich die habgierigen Banker mit Prostituierten oder ergötzten sich eben am „Zwergewerfen“, das aber auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nun als mit der Menschenwürde unvereinbar verpönt ist. Zwischenzeitlich werden kaum mehr Zwerge geworfen, doch die Habgier der Banker und Wirtschaftskapitäne anderer Branchen ist geblieben. Mit entsprechenden Folgen. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass nicht ein Wirtschaftsführer verhaftet würde – und davon ist teilweise, zumindest jeweils indirekt, auch der Sport betroffen. Zum Beispiel die Schweizer Super League im Fussball. Der frühere Geschäftsführer der Raiffeisenbank Schweiz, Pierin Vincenz, hat es vor Jahren erreicht, dass die oberste Spielklasse im Fussball nicht nur mehr „Super League“ heisst, sondern „Raiffeisen Super League“ (vgl. auch Causa Sport News vom 12. März 2018). Soeben ist der vor allem von den Medien über Jahre hochgejubelte Banker nach mehrmonatiger Untersuchunghaft aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen worden; selbstverständlich gilt die Unschuldvermutung. Hätte die „Raiffeisen Super League“ die Gelder der Bank nicht dringend nötig, würde sich der Fussball längst von diesem Geld-Institut abwenden und ihm nicht noch länger eine Werbeblattform (!) gewähren. Nun aber lautet die Devise offensichtlich: „pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht). Weitere Beispiele von „Managereinbuchtungen“ mit Bezug zum Sport in der Schweiz gäbe es zuhauf. Gut (für das Renommée der Schweiz), dass es in Deutschland nicht anders aussieht. Da sorgte soeben die Verhaftung des Audi-Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler für Aufsehen. Der in den „Abgasskandal“ verwickelte Top-Manager gehört auch dem Aufsichtsrat der Bayern München AG an. Und aus dem Umfeld des FC Bayern sind weitere Namen im Zusammenhang mit Vorgängen aus der Wirtschaft und dem organisierten Sport bestens bekannt (für nicht Verurteilte gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung): Der als Bayern-Präsident amtierende Uli Hoeness, Karl-Heinz Rummenigge, Franz Beckenbauer, Martin Winterkorn (VW, Porsche, Audi). – Sport ist eben (auch) Wirtschaft, und deshalb kann «so etwas» halt passieren, wäre man geneigt (resignierend) zu glauben. Die Aufregung um Wirtschaftskapitäne mit Bezug zum Sport hält sich allerdings derweil in Grenzen. Eher lau wird in Deutschland und in der Schweiz nach den Gründen für die Straf- und Einbuchtungswelle, die Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und aus dem Sport erfasst hat, geforscht. Geht es um den Sport und um vom rechten Weg abgekommene Manager, wird die Ursachenforschung durchwegs mit den ungenügenden oder ungeeigneten Rechtsformen und Strukturen in Sport und Wirtschaft begründet. Zum Beispiel Raiffeisen: Die geltende Rechtsform (Genossenschaft) wird derzeit hinterfragt und für alle Miseren für abgeirrte Manager verantwortlich gemacht. So war es schon beim Weltfussball-Verband FIFA. Hier wurde etwa zuerst einmal die Vereinsform als für derartige Gebilde ungeeignet an den Pranger gestellt. Die Corporate-Governance Expertin, Prof. Monika Roth, sieht es allerdings glasklar. Massgebend seien in Unternehmen alleine die Menschen. So bleibt wohl nur, an „besseren Menschen“ zu arbeiten…

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