Doppel(s)pass

Resisepass

Bildrechte: Justus Blümer / flickr

(causasportnews / red. / 20. Juni 2018) Seit bald einer Woche plätschert die Endrunde der Fussball-WM in Russland dahin – glücklicherweise erfolgt die Turnieraufstockung von 32 auf 48 Mannschaften erst in acht Jahren. Grosse sportliche Höhepunkte der Gruppenspiele in Russland sind bis anhin nicht auszumachen; als Ausnahme darf das spektakuläre Spiel Portugal gegen Spanien bezeichnet werden. Oder die überraschende Niederlage von Titelverteidiger Deutschland gegen Mexiko, was in Deutschland derzeit mehr Emotionen frei setzt als das herrschende Zuwanderungschaos. Nach der Auftakt-Pleite im ersten Gruppenspiel betreibt Fussball-Deutschland derzeit vor allem feinfühlige und kreative mentale Aufbauarbeit für die von den Mexikanern kalt geduschte Mannschaft von Joachim Löw. Der Bundestrainer wird – obwohl im Turnier noch alles möglich ist – nach allen Regeln der (medialen) Kunst vorgeführt und erniedrigt und auch schon mal als der realen Welt entrückter „Bundestrainerpräsident“ auf die Stufe von Bundeskanzlerin Angela Merkel gestellt. Sowohl der Bundestrainer als auch die Bundeskanzlerin durchleben im Moment schwierige Phasen. Oberwasser spüren nun diejenigen fussballerischen Besserwisser, welche die Fähigkeiten des Bundestrainers seit jeher angezweifelt haben und sich im WM-Spiel 1 nach Hansi Flick, dem nachgesagt wurde, er sei an sich und insbesondere 2014 der heimliche Bundestrainer und Baumeister des WM-Erfolgs in Brasilien gewesen, nun bestätigt fühlen. Noch immer schwelt im Vorfeld des nächsten Gruppenspiels der Deutschen gegen Schweden am Samstag die zum Skandal emporstilisierte Aktion der beiden Türkischstämmigen im deutschen Team, Mesut Özil und Ilkay Gündogan (vgl. dazu causasportnews vom 16. Mai 2018). Das Kesseltreiben gegen sie ist auch nach dem Auftaktspiel der Deutschen nicht abgeklungen. Deutschland ignoriert jedenfalls geflissentlich, dass die beiden Spieler mit ihrer Aktion genau das manifestiert haben, was die deutsche Bevölkerung mit der aktuellen Politik beabsichtigt: Eine angemessene Integration von Ausländern, die, teils als Doppelbürger, sich ihrer Wurzeln nicht nur

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besinnen, sondern diese im Rahmen von Parallelgesellschaften auch manifest werden lassen sollen. Fussballspieler mit zwei Staatsbürgerschaften (wie, was allerdings im Moment nicht ganz klar scheint, Ilkay Gündogan) haben es wider Erwarten in Deutschland schwer. Der fussballerisch und staatsrechtlich geprägte Doppelpass bedeutet nicht immer auch Doppelspass…Aber vielleicht sieht die Welt am Samstagabend auch für Deutschland wieder anders aus.

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