Eine unnötige Aufregung

erdogan-2155938_1280 (causasportnews / red. / 16. Mai 2018) Das war vorauszusehen: Dem Auftritt der deutsch-türkischen Star-Fussballspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan folgte der allgemeine Entrüstungssturm. Der Volkszorn, sekundiert von den üblichen Mainstream-Medien, entlud sich besonders heftig über dem Manchester-Fussballsöldner Ilkay Gündogan, der (s)ein Spiel-Shirt ehrfürchtig „seinem“ Präsidenten überreichte. Dumm ist bei der ganzen Sache einzig der Umstand, dass der türkische Staatschef die Sympathien der Welt nicht gerade im Überfluss geniesst wie etwa Frankreichs Staats-Top-Star Emmanuel Macron. Was die Fussballspieler getan haben, geht ja nun wirklich nicht, empört sich das Volk, das die Migrationspolitik der Bundesregierung mehrheitlich billigt. An sich bestätigen die beiden Kicker nur das weit herum herrschende Vorurteil, dass Fussballspieler eben nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind. Diese selbstverständlich nicht zutreffende Wertung ist allenfalls geeignet, Mesut Özil und Ilkay Gündogan insoweit von Schuld und Verantwortung zu entlasten, weil sie ja auf Grund ihrer entsprechenden Konstitutionen offensichtlich nicht so genau wussten, was sie taten, sie also schuldunfähig sind.- Aber aufgepasst: Selbstverständlich wussten die beiden genau, was sie taten; sie sind auch keineswegs dumm, was auf den Kern des Problems bezogen den Vorgang doch wieder verkompliziert. Wahrscheinlich ist der entfachte Zorn auch nach diesem „Dreier-Gipfel“ im Umfeld von Politik, Propaganda, Sport und Gesellschaft schlicht als Frustrations-Eruption zu werten. Deutschland wird mit dem Fussball-Ergebnis ähnlichen Resultat 1:1 vor Augen geführt, dass nationale Wurzeln doch tiefer greifen als gewährte(s) Kost und Logis und die Problematik mit Doppelbürgerschaften (Ilky Gündogan) ebenfalls nicht zu lösen ist. Die Aufregung nach den Entgleisungen der beiden Sport-Stars wird sich aber rasch wieder legen; Konsequenzen wird das Charmieren der entgleisten Kicker gegenüber dem türkischen Oberhaupt eh keine haben, auch wenn sich im organisierten Sport tätige Fussballspieler apolitisch zu verhalten haben. Nachdem sich nun die Medien, der Deutsche Fussball-Bund (DFB), Politiker und Experten ausreichend empört haben, kann nach dieser unnötigen Aufregung wieder zur Tagesordnung geschritten werden. Dass sich in absehbarer Zeit Gleiches oder Ähnliches wiederholen wird, ist nicht anzunehmen; etwa auch nicht, dass sich die für die WM-Endrunde favorisierte deutsche Nationalmannschaft vor Beginn des WM-Turniers in Russland vom US-Präsidenten mit deutschen Wurzeln, Donald Trump, moralisch aufrichten lassen wird. Muss sie wohl auch nicht. Dass aber der skurrile, türkische „Dreier-Gipfel“ nur politisch motiviert sein konnte, erhellt der Umstand, dass die Türkei in Russland gar nicht dabei ist.

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