Deutscher Fussball: „50+1-Regel“ bleibt

50+1(causasportnews / red. / 26. März 2018) Sie besteht seit Jahren, und sie wird regelmässig diskutiert, kritisiert, (rechtlich) in Frage gestellt, aber immer wieder bestätigt: Die „50+1-Regel“ im deutschen Professional-Fussball, die besagt, dass ein Verein über die Stimmenmehrheit an einer Fussball-Kapitalgesellschaft, die im Rahmen der Deutschen Fussball-Liga (DFL) am Meisterschaftsbetrieb teilnimmt, verfügt. Mit der Regelung sollen Einflüsse von Investoren, die sich an Kapitalgesellschaften beteiligen, unter Kontrolle gehalten werden; geschützt werden soll vor allem die Integrität des Sports. Es wird unter sportlichen Gesichtspunkten als gefährlich betrachtet, wenn z.B. zwei Klubs, die vom selben Investor beherrscht werden, in einem Wettbewerb aufeinander treffen, weil so Absprachen durchaus möglich wären (vgl. auch „Multiple Club Ownership“: Urs Scherrer / Remus Muresan / Kai Ludwig, Sportrecht, 3. Aufl., Zürich 2014, 232 f., sowie betreffend „50+1-Regel“ in der gleichen Publikation, 386 f.; vgl. auch causasportnews vom 27. Juli 2017). Überrascht hat am 22. März in Frankfurt a.M. nicht, dass sich die DFL nun erneut für den Erhalt der Regel ausgesprochen hat, sondern, dass das Thema im Rahmen der Professional-Liga bereits jetzt und nicht, wie an sich vorgesehen, erst gegen Ende der zweiten Jahreshälfte auf’s Tapet kam. Mehr als die Hälfte der Klubvertreter votierte für den Erhalt der Regel. Über die Vor- und Nachteile der Regel lässt sich trefflich streiten, was auch seit Jahren getan wird. Auch juristisch werden Argumente pro und kontra vorgebracht, so etwa aus wettbewerbsrechtlicher Sicht. Im Rahmen eines Schiedsgerichtsverfahrens wurde erkannt, dass die „50+1-Regel“ gegen den vereinsrechtlichen Mitglieder-Gleichbehandlungsgrundsatz verstosse (vgl. dazu Causa Sport 2011, 334 ff.). Prominentester Kritiker der Regelung ist Hannover-Präsident Martin Kind, der seit Jahren auf verschiedensten Ebenen gegen „50+1“ ankämpft – bis heute ohne durchschlagenden Erfolg. Alles in allem kann konstatiert werden, dass die Beibehaltung der Regel, die in den Satzungen des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) verankert ist, der Integrität des Fussballs zumindest nicht schadet.

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