Sorgt 1860 München bald für „Juristen-Futter“?

(causasportnews / red. / 27. Juli 2017) Sportlich brachte der jordanische Investor Hasan Ismaik seit seinem Einstieg als Financier dem Münchner Traditionsverein 1860 wenig Glück – der einstige Bundesliga-Klub stürzte unlängst sogar in die zweite Liga ab. Ob es den Klub ohne den Investor überhaupt noch geben würde, steht in den Sternen. Jedenfalls hat der Geschäftsmann seit 2011 einiges an Geld in den stets klammen Verein gepumpt. Der in Kuwait geborene, 40 Jahre alte Investor wird in München aber alles andere als ein Sympathieträger wahrgenommen. Das stete Gerangel um finanzielle Mittel und teils krude Entscheidungen des Jordaniers, der kürzlich sogar eine Beschwerde beim deutschen Bundeskartellamt zur Abschaffung der ungeliebten „50+1-Regel“ (vgl. zu dieser etwa Urs Scherrer/Remus Muresan/Kai Ludwig, Sportrecht, 3. Aufl., Zürich 2014, S. 386 f.) eingereicht hat – wohl um Investoreneinflüsse in Vereinen zu stärken – , hat zu immer grösserem Unmut bei den „Sechzigern“ geführt. Die Triebfeder des Zusammenwirkens zwischen Verein und dem immer unbeliebter gewordenen Investor dürfte vor allem in der permanenten, finanziellen Not des Klubs zu sehen sein. Der Verein wird die Kooperation mit ziemlicher Sicherheit jedoch bald beenden, jedenfalls wenn es nach dem obersten Vereinsorgan, der Hauptversammlung, geht. Dieses hat nämlich mit grosser Mehrheit einen aus rechtlicher Sicht Aufsehen erregenden Beschluss gefasst: Das Präsidium, die Exekutive des Vereins, ist von der Versammlung aufgefordert worden, den bestehenden Kooperationsvertrag zwischen dem Klub und Hasan Ismaiks Unternehmung aufzukündigen. So etwas gibt es im organisierten Sport kaum, nämlich, dass das höchste Vereinsorgan, das nach aussen grundsätzlich nicht handeln kann, der Exekutive, also dem Geschäftsführungsorgan, bezüglich eines Vertrags einen Auftrag erteilt. Kündigt das Präsidium den Kontrakt gemäss Versammlungsbeschluss, könnten dem Verein vom Geschäftsmann bzw. dessen Unternehmung allenfalls Vertragsverletzungen vorgeworfen werden. Wie sich diese Geschichte dann weiter entwickeln könnte, liegt auf der Hand: 1860 München würde wohl für „Juristen-Futter“ sorgen. Das letzte Kapitel in der Causa Hasan Ismaik / 1860 München würde dann wohl in den Gerichtssälen geschrieben.

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