Wenn Ethik mehr bedeutet als Gewinn

Berlinger (causasportnews / red. / 14. März 2018) Manchmal bleibt Bemerkenswertes unbemerkt, in unserer ethisch hoch aufgeladenen Zeit etwa auch dann, wenn Ethik praktisch angewendet und nicht nur theoretisch abgehandelt wird. So im Fall der Firma „Berlinger Special AG“ im St. Galler Dorf Ganterschwil. Die für hochwertige Produkte bekannte Unternehmung stellt seit Jahrzehnten u.a. Behälter für Dopingproben her und ist auf dem Markt für Sicherheitslösungen eine grosse Nummer. Für das Olympische Komitee (IOK) und die Welt-Antidoping-Agentur (WADA) fertigt die Unternehmung Fläschchen mit Hochsicherheitssystemen für Dopingproben, die etwa an Olympischen Spielen eingesetzt werden. In die Schlagzeilen geraten sind die Toggenburger im Vorfeld der Olympischen Spiele in Südkorea, als manifest wurde, dass auch die mit höchsten Sicherheitsstandard produzierten Fläschchen für Dopingproben manipuliert werden können. Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi sollen von „Berlinger Special AG“ hergestellte Fläschchen sogar in betrügerischer Absicht manipuliert und unzulässigerweise geöffnet worden sein. „Berlinger Special AG“ beklagt die zunehmende Betrugsintensität bei Dopingvergehen im Sport und will sich in diesem Umfeld unternehmerisch nicht mehr weiter positionieren. Diese Entwicklung sei nicht nur dem Ansehen des Sports abträglich, sondern vertrage sich auch immer weniger mit tragenden Werten des Unternehmens, verlautete es aus Ganterschwil. „Berlinger Special AG“ steigt nun aus diesem Business im Rahmen der Dopingbekämpfung aus und will sich künftig auf das Kerngeschäft, die High-Tech-basierte Überwachung von Kühlketten, konzentrieren.- Der Schritt des Unternehmens, sich künftig von diesem Betrugs-Sumpf zu distanzieren, ist verständlich. Im hehren Toggenburg bedeuten Integrität und Ethik im Sport mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Schade, dass dieser mutige und konsequente Schritt der Unternehmung in der Öffentlichkeit nur marginal wahrgenommen wird; Ethik interessiert wohl tendenziell nur am Rande – oder theoretisch. Im Netz sind auf den konsequenten Schritt der „Berlinger Special AG“ weitgehend positive Reaktionen festzustellen. „Ein Unternehmen, das auf Geld verzichtet, weil das Geschäftsumfeld nicht mehr seiner Überzeugung entspricht, verdient ein ‚Bravo‘. So soll es sein“, meinte ein Kommentator.

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