Archiv für den Monat Januar 2018

Kein Schadenersatz wegen nicht angefochtener Dopingsperre

(causasportnews / rbr. / 9. Januar 2018) Es stellt keinen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung dar, wenn ein Sportverband den ihm angeschlossenen Athleten für die Anfechtung von Sanktionen die Anrufung des internationalen Sportschiedsgerichts CAS (Court of Arbitration for Sport in Lausanne/Schweiz) – unter Ausschluss der staatlichen Gerichte – vorschreibt. Entsprechend kann wegen einer Sperre, die nicht beim CAS angefochten wurde, auch kein Schadenersatz verlangt werden. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main entschieden (Urteil vom 21. Dezember 2017, 11 U 26/17 [Kart]).

Der Fall geht zurück auf die Klage eines deutschen Rad-Professionals. Er war vom Bundessport- und Schiedsgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) in drei Fällen von Verletzungen der Meldepflicht bzw. Versäumnis von Dopingkontrollen für ein Jahr gesperrt worden. Weiterlesen

Der Sport macht es möglich: Wenigstens ein Dialog kommt zu Stande

Druck (causasportnews / red. / 9. Januar 2018) In genau einem Monat beginnen die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. Doch über diesen Spielen schwebt, je näher der Anlass rückt, ein immer stärker wahrnehmbares, unsägliches politisches Damoklesschwert. Der wortreiche politische Schlagabtausch zwischen dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un und dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump ist in seiner Ernsthaftigkeit allerdings schwierig einzuschätzen. Die beiden Politiker lassen seit Monaten ihre Muskeln spielen und versuchen gegenseitig, sich stark zu reden – und das mit viel Pathos und Drohgebärden („Meine Rakete ist grösser als Deine“). Auch wenn das verbale Rencontre zwischen den Exponenten Amerikas und Nordkoreas eher an Kindergartenspiele erinnert („Ich mache Dir die Sandburg kaputt, wenn Du meine kaputt machst“), sind diese Vorzeichen mit Blick auf die Spiele von Pyeongchang, nicht einmal 100 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt, alles andere als erfreulich und belasten die Vorfreude auf den Anlass in Südkorea. Ernsthaft rechnet zwar niemand damit, dass die Spiele durch Attacken oder militärische Aktionen der beiden Staaten Nordkorea und Amerika gestört werden könnten, doch das Unbehagen ist vorhanden – Athletinnen und Athleten haben auch bereits offen über ihre Ängste bezüglich des Austragungsortes gesprochen. Ein Lichtblick bilden nun die Bestrebungen, Sportlerinnen und Sportler Nordkoreas an den Spielen teilnehmen zu lassen. Diese Gesprächsbereitschaft zwischen Süd- und Nordkorea kommt eher überraschend, kann aber als Indiz dafür gewertet werden, dass sich allgemein die politische Lage, in die auch die USA involviert ist, entspannt. Zwar wird heute zwischen den beiden Länder-Vertretungen Koreas lediglich über den Sport gesprochen; doch Polit-Auguren sehen durchaus eine Möglichkeit, dass daraus mehr entstehen könnte als eine Einigung über die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im benachbarten Südkorea. Wenigstens hat der Sport bzw. der sportliche Grossanlass in Südkorea die Gesprächsbereitschaft zwischen den beiden getrennten Ländern ermöglicht. Dass US-Präsident Donald Trump sich in Anbetracht dieser Ausgangslage nun ebenfalls in Szene setzt und international punkten will, liegt auf der Hand. Noch eben hat er den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un als „kleinen Raketenmann“ verspottet, nun scheint der „grosse Raketenmann“ in der „Causa Korea“ die Karte „vermittelnder Dialog“ spielen zu wollen. Der US-Präsident hat jedenfalls seine Bereitschaft erneuert, mit Kim Jong-un zu sprechen. Bei einem solchen Gespräch stünde der Sport im Hinter- und das nordkoreanische Raketenprogramm wohl im Vordergrund. Aber das Vehikel Sport hätte dann zweifelsfrei einen Prozess in Gang gesetzt. Der „Olympische Friede“ dürfte jedenfalls vom 9. bis zum 25. Februar gewährleistet sein.

(Limitierte) Reformatorische Wirkungen des Sports: Saudi-Arabien lockerte Kleidervorschriften für Schach-WM

chess-316658_1280(causasportnews / Red. / 6. Januar 2018) Dass die Austragung von Weltmeisterschaften oder ähnlichen Sport-Grossanlässen in den jeweiligen Gastgeberländern zur – zumindest vorübergehenden – Aufweichung gewisser restriktiver Vorschriften oder Gebräuche führen kann, ist an sich nichts Neues. So sind etwa die Ausrichterländer der Endrunden von FIFA-Fussballweltmeisterschaften oder der Olympischen Spiele regelmässig bereit, bestimmte Restriktionen (bspw. in Bezug auf Ein- und Ausreise) ausser Kraft zu setzen; in aller Regel geschieht dies aufgrund entsprechender Vorgaben bzw. auf Druck seitens der jeweiligen Weltsportverbände hin. Um die erwünschten Veränderungen zu bewirken, muss den fraglichen Sportverbänden indessen für gewöhnlich ein erhebliches Gewicht zukommen, und diesbezüglich hätte man nun den Weltschachverband (Fédération Internationale des Échecs; FIDE) nicht unbedingt „auf dem Zettel“ gehabt. Ungeachtet dessen hat das Gastgeberland der Ende Dezember 2017 durchgeführten Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach, Saudi-Arabien, eine ansonsten eher kompromisslos aufrecht erhaltene Restriktion für die Teilnehmerinnen des Anlasses etwas gelockert: Die an den Weltmeisterschaften teilnehmenden Frauen waren nicht verpflichtet, sich entsprechend den in dem muslimischen Staat für Frauen geltenden Kleidungsvorschriften zu verhüllen. Zwar war ihnen nicht vollständig freigestellt, was sie tragen (oder eben nicht tragen) wollten, jedoch genossen sie signifikant grössere Freiheiten als die übrigen Frauen in Saudi-Arabien. Offenbar sind auch weniger gewichtige als die publikumsstärksten Sportgrossveranstaltungen geeignet, in den jeweiligen Ausrichterländern gewisse Veränderungen zu bewirken. Für die zuvor amtierende Weltmeisterin im Schnell- und Blitzschach, die Ukrainerin Anna Musitschuk, gingen die Konzessionen Saudi-Arabiens indessen nicht weit genug: Sie verzichtete auf eine Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Riad (und damit auf eine Titelverteidigung), weil Frauen dort auch aus anderen Gründen als „Wesen zweiter Klasse“ behandelt würden.

Die Sache mit den Spielerfrauen

erjona-sulejmani-11(causasportnews / red. / 5. Januar 2018) Noch immer gehört die Zeitspanne zwischen Weihnachten und Neujahr zur „Sauregurken-Zeit“. In den Medien werden deshalb Themen breitgeschlagen, für die sonst kaum oder zumindest weniger Raum besteht. Aktuell ging und geht es um die sog. „Spielerfrauen“, also die Freundinnen und Frauen von Fussballspielern. Der Begriff „Spielerfrau“ wurde erstmals geprägt dank der Frau des ehemaligen Top-Spielers Bernd Schuster, Gaby Schuster. Die heutige Ex-Frau des Spielers, der vor allem in der Deutschen Bundesliga und später in Spanien auf und neben dem Fussballplatz – zuerst als Spieler, dann als Trainer – immer wieder für Furore sorgte, verstand ihre Rolle nicht etwa (nur) als Accessoire des Fussballers, sondern managte ihren Mann knallhart. Keine Vertragsverhandlung mit Bernd Schuster ging ohne Beteiligung seiner Frau über die Bühne; für Klub-Präsidenten und Fussball-Manager gehörten Verhandlungen mit Gaby Schuster nicht zu den Wunschbegegnungen. – Die Rolle der „Spielerfrau“ hat sich im Verlaufe der Jahre gewandelt. Je erfolgreicher der Fussballspieler, desto attraktiver die Frau an seiner Seite. Die Spielerfrauen begleiten heute ihre Partner nicht mehr zu Vertragsverhandlungen, sondern setzen sich auf der Tribüne oder an Partys medienwirksam in Szene. Sie sind meistens Models, Sängerinnen, TV-Stars und nutzen die Aufmerksamkeit im Umfeld ihres kickenden Partners für ihre wie immer gearteten (Werbe-)Zwecke. Kein Wunder, dass im Rahmen von Fussball-Events z.B. die „heisseste Spielerfrau“ Weiterlesen