Wegweisender Übertragungs-Deal bezüglich Handball-WM?

handball-40768_1280 (causasportnews / red. / 13. Februar 2017) Ungefähr 13 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland sassen im vergangenen Jahr vor den TV-Geräten und schauten auf den deutschen öffentlich-rechtlichen TV-Sendern zu, wie Deutschland im Europameisterschafts-Finale Spanien schlug. Courant normal für Deutschland, das keinen Spass versteht, wenn es nicht nur um Fussball, sondern auch um Handball geht. Seit Beginn der Handball-Weltmeisterschaft in Frankreich, muss sich die Nation der Dichter, Denker und eben auch Handballspieler mit einer Novität anfreunden: Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF bleiben die Mattscheiben „schwarz“, was „Bewegtbilder“ der Handball-WM anbelangt. Deutschland muss sich mit einer ganz speziellen Rechteverwertungs-Situation anfreunden, nachdem es ARD und ZDF nicht gelungen ist, die Übertragungsrechte für den bedeutendsten Anlass im Handball in diesem Jahr zu erwerben. Bereits anlässlich der Handball-WM 2015 in Katar blieben die öffentlich-rechtlichen Sender sowie die deutschen Privat-TV-Anstalten aussen vor; das „Rennen“ um die Übertragungsrechte, die seit 2013 bei „BeIn Sports“, einer Gesellschaft des arabischen Senders „al-Jazeera“ mit Sitz in Katar (!), liegen, machte damals der Pay-TV-Sender „Sky“. Nota bene: Die Vergabe der Rechte durch den Internationalen Handball-Verband (IHF) an „BeIn Sports“ war damals umstritten und undurchsichtig. Eine spezielle Rolle bei der Rechtevergabe spielte der umstrittene ägyptische Präsident des Verbandes, Hassan Moustafa. Es wurden ihm Mauscheleien vorgeworfen.

Die Rechtesituation bezüglich der Handball-WM in Frankreich (11. – 23. Januar 2017) präsentiert sich nun noch spezieller: Die Spiele können per Live-Stream beim Internetportal des Premium-Werbepartners des Deutschen Handball-Bundes (DHB), der zugleich Namensgeber der deutschen Männer-Bundesliga ist (Deutsche Kreditbank; DKB), geschaut werden. In Deutschland wurden nach dem Zustandekommen des Rechteverwertungs-Deals kritische Stimmen laut, die befürchten, dass auf Grund dieser Konstellation eine objektive Berichterstattung über den Grossanlass nicht gewährleistet sei. Das sei im Rahmen anderer Rechtevergabe-Geschäfte allerdings auch sonst nicht anders, halten Medienkenner dagegen. Für die DKB dürfte sich der Deal rechnen – zwischenzeitlich kennt die (Sport-)Welt jedenfalls die Bank; ein solches Rechtverwertungsszenarium könnte wegweisend für die Zukunft sein.

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