Versteht die UEFA (keinen) Spass?

uefa(causasportnews / red. / 15. Juli 2016) Ein Clip mit übereinandergelegten deutschen Elfmeterschüssen anlässlich des EM-Viertelfinalspiels Deutschland – Italien vom 2. Juli 2016 sorgt immer noch für Diskussionen. Der Urheber der visuell umgesetzten Idee, der Künstler Kurt Prödel, kann nicht nachvollziehen, weshalb der Europäische Fussballverband UEFA keinen Spass versteht. Der zwölf Sekunden lange Clip war im Internet ein Renner, bis die UEFA intervenierte und ihn sperren liess. Versteht die UEFA also keinen Spass? – Das kann so nicht gesagt werden. Jedenfalls war der Verband der Meinung, der Künstler habe mit der visualisierten Sequenz der von deutschen Spielern geschossenen Elfmeter das Urheberrecht der UEFA (als Rechteinhaberin des Turniers in Frankreich) verletzt, weil Kurt Prödel über keinerlei Bildrechte verfügte. Ganz unverständlich ist die Auffassung des Verbandes nicht, ist doch die Verwendung von Bildern durch Unberechtigte (die sog. „Rechte-Piraterie“) zum grossen Problem einer jeden Sportveranstaltung geworden. Unter anderem werden Bildrechte an Veranstaltungen (insbesondere Fernsehrechte) verkauft; Dritte, welche Bilder verwenden, die an sich immaterialgüterrechtlich geschützt sind, verwenden somit ein Gut, das üblicherweise käuflich erworben werden muss. Kurt Prödel hat somit offenbar unberechtigterweise und nach Auffassung der UEFA Bilder der Veranstaltung in Frankreich verwendet, für die andere bezahlen müssen. Die UEFA begründete denn auch die Sperre der Prödel-Sequenz damit, dass die Exklusivität der bezahlenden Partner geschützt werden müsse, ebenso deren Vertrauen in den von der UEFA organisierten Fussball. Das Vorgehen der UEFA hat demnach nichts mit mangelndem Humor zu tun, sondern dürfte im Bestreben begründet liegen, jegliche Trittbrettfahrerei auch bei kostenpflichtigen Bildern zu unterbinden (über Unterbindungen im Rahmen des sog. „Ambush Marketing“ regt sich heute schon gar niemand mehr auf). Der Verband dürfte sich auch künftig gegen diese „Rechte-Piraterie“ im Internet zur Wehr setzen – zum Schutz der zahlenden Vertragspartner. Auch auf „Twitter“ kann der Zwölf-Sekunden-Clip des Künstlers übrigens nicht mehr angeschaut werden. Doch ganz Findige werden auf den gemäss Kurt Prödel originellen Kunstgenuss nicht verzichten müssen: Was einmal im Netz war, ist immer wieder abrufbar; in Anlehnung an eine klassische Juristenweisheit: Quod est in rete, est in mundo

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