Bericht zur Vergabe der Fussball-WM 2006: Kräht der Hahn auf dem Mist …

(causasportnews / err. / 7. März 2016) Seit Oktober 2015 brodelt es in der Gerüchteküche: Die Vergabe der WM-Endrunde 2006 nach Deutschland soll „gekauft“ worden sein. Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte die „wahre Geschichte der WM 2006“ angekündigt, mit der Folgerung, die Deutschen müssten sich mit einem „zerstörten Sommermärchen“ anfreunden. Viel mehr als ein Märchen ist von der „Story“, welche vom deutschen Magazin lanciert worden ist (causasportnews berichtete verschiedentlich darüber) und die insbesondere drei Protagonisten im Visier hatte (Robert Louis-Dreyfus, gestorben; Wolfgang Niersbach, nach medialem Super-GAU zum Rücktritt gezwungen; Franz Beckenbauer, erinnert sich kaum mehr an etwas), auch nach fast einem halben Jahr nicht mehr geblieben. Noch immer dreht sich alles um die Bezahlung von 6,7 Millionen Euro, die letztlich über welche Konten auch immer nach Katar geflossen sein sollen. Die einzige Klarheit in diesem Vorgang bildet die Unklarheit. Wofür 6,7 Millionen Euro bezahlt worden sind, ist nach wie vor unklar; jedenfalls ist bis dato der vom „Spiegel“ thematisierte Stimmenkauf alles andere als bewiesen. Die Situation ist auch nicht geklärt, nachdem eine Gross-Kanzlei mit einem Grossaufgebot an (teuren) Juristen im Auftrag des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) versucht hat, den Geldmittelfluss zu erhellen. Der Bericht der Kanzlei ist soeben veröffentlicht worden – mit ernüchterndem Fazit: Die Untersuchung könne nicht belegen, dass Stimmen gekauft worden seien; die Untersuchung könne dies aber auch nicht widerlegen. Die Folgerung erinnert an die berühmte Wetterregel, die immer zutrifft: „Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert das Wetter – oder es bleibt wie es ist“. Zweifelsfrei wird diese Untersuchung Folgeuntersuchungen nach sich ziehen; interessant wird mitzuverfolgen sein, ob allenfalls Franz Beckenbauer doch noch zur Klärung des Geldmittelflusses sachdienliche Informationen wird beisteuern können; auf ihm ruhen die Aufklärungshoffnungen. Für den DFB dürfte das Resultat in jeder Hinsicht befriedigend sein: Er hat mit der Untersuchung jenen Auftrag erteilt, der von ihm erwartet worden war. Auch wenn das Ergebnis nichtssagend ist. Der nun vorliegende Untersuchungsbericht macht ihn (medial) unangreifbarer als bis anhin. Doch die Diskussionen um die Zahlung der 6,7 Millionen Euro werden nicht so schnell verstummen. „Der Spiegel“ spekuliert fast in jeder Ausgabe aufs Neue. Jedenfalls im Moment darf Deutschland aber immer noch an das „Sommermärchen“ glauben.

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