Sponsoren zahlen und fordern

ImAdidas Brazuca World Cup 2014 Football, The Official Matchball Zuge des sog. „FIFA-Skandals“ haben sich nun auch einige FIFA-Sponsoren (Coca-Cola, McDonald’s, Anheuser-Busch, Visa) zu Worte gemeldet und den Rücktritt des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter gefordert. Die Unternehmen sorgen sich allerdings nicht um ihren, sondern um den Ruf des Weltfussballverbandes, wie den Verlautbarungen der Sponsoren zu entnehmen ist. Die Forderungen der Sponsoren nach einem Rücktritt des FIFA-Präsidenten lässt einige Schlüsse zu: Weil es sich ausschliesslich um amerikanische Sponsoren handelt und die amerikanische Justiz daran ist, die FIFA in den Dunstkreis krimineller Organisationen zu rücken, kommt die Forderung der amerikanischen Sponsoren gegenüber der FIFA nicht überraschend. Sponsoren lassen sich nicht gerne in einem negativen Umfeld sehen (so etwa die immer wieder geführte Diskussion im Zusammenhang mit Sponsoring bezüglich des dopinganfälligen Radsports). Doch die Forderung seitens der US-Sponsoren wird allerdings nicht mit dieser Zielrichtung begründet: Man sorgt sich um den Ruf des Verbandes. Sinnigerweise bleiben Rücktrittsforderungen seitens anderer (nicht-amerikanischer) Sponsoren (derzeit) aus. Der langjährige Supporter „adidas“ beispielsweise will sich nicht der amerikanischen Forderung anschliessen, sondern verlangt lediglich dezidiert Reformen im Rahmen des Weltfussballverbandes. Die Forderung der US-Sponsoren ist zweifelsfrei politisch motiviert und ist im Gesamtzusammenhang mit den Attacken der US-Justiz gegen die FIFA zu sehen. Dass heute Sponsoren bestrebt sind, nicht nur zu zahlen und zu schweigen, sondern sich auch ganzheitlich einzubringen bestrebt sind, belegt auch ein Beispiel aus Deutschland: So hat der Hauptsponsor des Vereins Hansa Rostock („Kurzurlaub.de“) kürzlich auf die an sich ihm zustehende Werbefläche auf den Spieler-Trikots verzichtet. Der Grund dafür lag in Gewaltausbrüchen unter Fans sowie die Verwendung pyrotechnischen Materials im Zusammenhang mit einer Begegnung zwischen Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg. Solche Vorkommnisse im Rahmen eines Fussballspiels seien unakzeptabel und würden auch vom Sponsor nicht hingenommen, äusserte sich „Kurzurlaub.de“. Mit dieser Massnahme (und auch nach den Forderungen der FIFA-Sponsoren) ist offenkundig geworden, dass künftig vermehrt mit Interventionen von Sponsoren im Sport zu rechnen ist, wenn der Sport oder sein Umfeld Negativ-Seiten zeigen. Ob auch eine umgekehrte Entwicklung Realität werden könnte, ist im Moment nicht abzusehen. Es ist jedoch kaum damit zu rechnen, dass z.B. Sportklubs in Zukunft aufbegehren werden, wenn Sponsoren ethisch fragwürdig handeln, so etwa der VfL Wolfsburg gegenüber dem Sponsor „VW“; der Fussball-Bundesligaverein wird sich kaum dazu entschliessen, die Trikotwerbung für den unter Manipulationsverdacht geratenen Autokonzern einzustellen.

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