FIFA-Reformen: Von Domenico Scala unterbreitete Vorschläge durchwegs begrüsst

Domenico Scala

Domenico Scala

Der Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission des Weltfussballverbandes FIFA, Domenico Scala, hat sein mit Spannung erwartetes, acht Punkte umfassendes Reformpapier veröffentlicht. Der in Rekordzeit verfasste Bericht könnte den organisierten Weltfussball nachhaltig – zum Positiven – verändern. „Werden die Empfehlungen von Domenico Scala umgesetzt, dürfte die FIFA zu den am besten aufgestellten internationalen Sportorganisationen zählen“, beurteilt ein Experte das Papier. Domenico Scala, der innerhalb der FIFA unabhängig agiert und auch seine Reformvorschläge ohne Weisungen erarbeitet hat, kennt zwar das Innenleben des Weltfussballverbandes, gilt aber als ganzheitlicher Visionär und Stratege mit unternehmerischem Weitblick. „Aber ich mache keine Verbandspolitik. Der Inhalt meines Berichts orientiert sich an den gängigen Leitlinien moderner Unternehmungen und dürfte den organisierten Fussball weiterbringen, falls die Punkte von den zuständigen FIFA-Gremien umgesetzt werden“, ist der ehemalige Handballer und heutige Wirtschaftsmanager überzeugt. Diese Ansicht wird auch von den internationalen Medien geteilt. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Reformen könnte zudem auch den Druck, dem die FIFA in vielerlei Hinsicht ausgesetzt ist, verringern.

Die von Scala unterbreiteten Vorschläge sind dezidiert klar und fokussiert ausgefallen: Amtszeitbeschränkungen, zentrale Integritätsprüfungen von künftigen FIFA-Funktionären, Wahl der obersten FIFA-Leitungsgremien durch das FIFA-Parlament (Kongress), Modifizierung des FIFA-Exekutivkomitees, Transparenz bezüglich der Funktionärs-Entschädigungen, Ethik-Standards für FIFA-Mitglieder (Nationalverbände) und Kontinentalverbände (Konföderationen) sind einige der Reformpunkte, mit denen sich die FIFA nun wird befassen müssen. Spätestens wenn die von Domenico Scala unterbreiteten Vorschläge (zu denen im Übrigen auch die Einführung von Amtszeitbeschränkungen gehört, die im vergangenen Jahr vom FIFA-Kongress noch abgeschmettert worden ist, von Scala aber als „umsetzungsnotwendig“ bezeichnet wird) übernommen werden, dürften polemisch gefärbte Vorwürfe wie etwa, die FIFA werde wie ein „Kaninchenzüchterverein“ geführt, endgültig obsolet sein.

Das Reformpapier von Domenico Scala stösst bei den internationalen Medien – darunter auch etliche, die sich üblicherweise betont FIFA-kritisch zeigen – auf einhellige Zustimmung. Wenn es um das Thema „FIFA“ geht, finden sich allerdings immer einzelne hartnäckige Nörgler. In diesem Sinne setzte sich einmal mehr die ehemalige Leichtathletin Sylvia Schenk aus Frankfurt a.M. in Szene. Gegenüber dem deutschen Sport-Informationsdienst kanzelte die selbsternannte Anti-Korruptionsexpertin von Transparency International die Reformvorschläge von Domenico Scala als „olle Kamellen“ ab. Zudem sei das Papier „substanzlos“, nörgelte die ehemalig Athletin und heutige Rechtsanwältin weiter. Scala unterstellt sie „persönliche Motive“ und moniert angebliche „handwerkliche Fehler“ im Bericht.

Die verbalen Rundumschläge von Sylvia Schenk würden weder beeindrucken noch seien sie hinreichend fundiert, als dass man sich mit ihnen seriös auseinandersetzen könnte, meinen fachkundige Beobachter. Sie scheinen denn auch nicht allzu ernst genommen zu werden; soweit ersichtlich, wurden die Attacken auch in den Medien nicht weiter aufgenommen. Die – selbsternannte – Hüterin der sportlichen Moral scheint offenbar frustriert darüber zu sein, dass sie in den Reformprozess bei der FIFA nicht (mehr) eingebunden ist. Das war sie noch vor nicht allzu langer Zeit – allerdings blieb sie dabei farb- und wirkungslos. Weshalb sie – insbesondere aktuell wieder – davon abgesehen hat, konstruktive Vorschläge (einschliesslich „neuer Kamellen“) zu machen, bleibt offen. Allzu viel Kreatives war von ihrer Seite aus Frankfurt jedenfalls nicht zu vernehmen. Anders übrigens der in der gleichen Stadt domizilierte Deutsche Fussball-Bund (DFB), dessen Präsident Wolfgang Niersbach vor einiger Zeit einen allgemein stark beachteten „10-Punkte-Plan“ für die Reformierung der FIFA vorgelegt hat. Die entsprechenden Punkte sind ganz offensichtlich nun auch in den Bericht von Domenico Scala eingeflossen. Der Bericht wird von einem Experten, der ihn im Auftrag von „causasportnews“ beurteilt hat, als wichtiger Schritt im Reformprozess der FIFA qualifiziert. Zur den Äusserungen von Sylvia Schenk meint der Experte: „Man darf diese Kritik an den Vorschlägen von Domenico Scala, die an sich nur eine unsubstantiierte Nörgelei ist, nicht überbewerten; der mit dem bei Moralaposteln üblichen Pathos versehene Rundumschlag gegenüber dem Reformpapier von Domenico Scala macht Sylvia Schenk jedoch endgültig zur Alice Schwarzer des Sports“.

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