Sport-Manipulationen intensiver strafrechtlich bekämpfen

Eine effektive Bekämpfung von Sport-Manipulationen im Zusammenhang mit Sportwetten ist nur mit strafrechtlichen Mitteln möglich. Dieses Fazit wurde anlässlich eines Symposiums des Deutschen Sportwettenverbandes (DSWV) in Berlin gezogen. Die Standortbestimmung zu einem Dauerbrenner-Thema des Sports fiel nüchtern und sachlich aus. Seit der „Fall Hoyzer“ vor rund zehn Jahren die Öffentlichkeit aufgerüttelt hat, versuchen insbesondere Sportverbände und -organisationen, derartige Manipulationen präventiv und repressiv zu bekämpfen, allerdings ohne grosse Wirkung. Die Möglichkeiten der Sportverbände und –organisationen, Manipulationen zu verhindern und zu sanktionieren, sind beschränkt; die privaten Verbände verfügen bspw. nicht über Mittel, wie sie etwa Strafverfolgungsbehörden nutzen können. Die Durchschlagskraft der Sportverbände und –organisationen bei der Manipulationsbekämpfung ist denn auch eher gering, obwohl teils ein ansehnlicher Aufwand betrieben wird, um repressiv und auch sanktionsrechtlich gegen Sportmanipulatoren vorzugehen. Auch der Einsatz privater Überwachungsgesellschaften, oft im Auftrag der Verbände, ist nicht viel mehr als eine „Datenschlacht“ und ein für die Verbände gigantischer Kostenfaktor ohne greifbaren Nutzen. Tatsache ist, dass Manipulationen im Sport, auch im Zusammenhang mit Sportwetten, in der Regel durch Ermittlungsaktivitäten staatlicher Behörden (mit) aufgedeckt werden. Deshalb ist es nur konsequent, dass nun vermehrt Massnahmen seitens des Staates gegen derartige Manipulationen gefordert werden, vor allem die Schaffung von entsprechenden Straftatbeständen; nach wie vor ist es schwierig, Manipulationen im Sport strafrechtlich zu erfassen – der Betrugstatbestand ist hierzu oft nicht ausreichend. So brachte es der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Ole Schröder, in Berlin auf den Punkt: „Nur ein Strafrecht, das die Manipulatoren auf dem Spielfeld als Täter erfasst, kann Spielmanipulationen im Sport effizient bekämpfen.“ Eher nicht nachvollziehbar ist hingegen das (auch anlässlich des Symposiums) immer wieder vertretene Argument, ein regulierter Sportwettenmarkt sei Grundlage für einen wirksamen Kampf gegen Sportmanipulationen. Ein adäquater Kausalzusammenhang hierfür ist wohl weder anzunehmen noch belegbar.

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