TPO-Verbot der FIFA übersteht erste gerichtliche Überprüfung

TPODas durch den internationalen Fussballverband FIFA per Mai 2015 in Kraft gesetzte, weltweit geltende Verbot von „Third Party Ownerships“ (TPO) befindet sich bereits vor mehreren Gerichten und anderen Instanzen unter juristischem „Beschuss“. Auch in der rechtswissenschaftlichen Literatur wird die Rechtmässigkeit des Verbots mitunter angezweifelt (siehe dazu etwa entsprechende Beiträge in Causa Sport 1/2015 sowie 3/2015). Eine erste gerichtliche Entscheidung fiel nun allerdings zugunsten des TPO-Verbots aus: Ein erstinstanzliches Zivilgericht in Brüssel hat es in einem Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen abgelehnt, das Verbot für rechtswidrig zu erklären.

Das entsprechende Begehren war von einem Fonds, der im Bereich von „Third Party Investments“ im Sport tätig ist, zusammen mit einem belgischen Zweitliga-Fussballklub eingereicht worden. Die Antragsteller hatten insbesondere geltend gemacht, dass das TPO-Verbot der FIFA gegen verschiedene Grundsätze und Bestimmungen des Rechts der Europäischen Union (EU) verstosse. Das belgische Gericht stellte indessen fest, dass entsprechende Verstösse nicht hinreichend überzeugend dargelegt worden seien und wies den Antrag am 27. Juli 2015 ab.

Wenngleich dies eine veritable juristische Schlappe für den betroffenen Fonds und den „Bosman-Anwalt“ Jean-Louis Dupont, der den Fonds zusammen mit anderen Anwälten vertritt, darstellt, ist die sprichwörtliche „Kuh“ in juristischer Sicht für die FIFA noch lange nicht „vom Eis“. Denn der im vorliegend relevanten Verfahren aktive Fonds hat – neben dem vorsorglichen Massnahmeverfahren – auch ein ordentliches Verfahren vor dem Handelsgericht Brüssel und überdies auch ein Verfahren vor einem Pariser Gericht gegen das TPO-Verbot angestrengt. Und auch bei der EU-Kommission ist eine Beschwerde wegen behaupteten, durch das TPO-Verbot bewirkten Verstössen gegen das EU-Wettbewerbsrecht hängig. In Anbetracht dessen wird es die FIFA allerdings nicht weiter nervös machen, dass der in Brüssel nun unterlegene Fonds angekündigt hat, gegen den Entscheid des Brüsseler Zivilgerichts Berufung einlegen zu wollen.

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