Hintergründe des «Falles Patrick Fischer» als «Damoklesschwerter» über der Eishockey-WM 2026

causasportnews.com – 43/2026, 12. Mai 2026

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(causasportnews / red. / 12. Mai 2026) Wenn in wenigen Tagen, am 15. Mai 2026, die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz beginn, wird der in den letzten Wochen heiss diskutierte «Fall Patrick Fischer» in den Hintergrund treten. Das ist nachvollziehbar, doch auch wenn der Sport an diesem Turnier, das am 31. Mai zu Ende gehen wird, im Vordergrund steht, schwebt die Fälschungsgeschichte um das Covid-Zertifikat des langjährigen, erfolgreichen Schweizer Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer wie ein Schatten über der Veranstaltung. Der zwischenzeitlich von seinem Amt als Nationalcoach entbundene, 50jährige Ex-Trainer der Schweizer Nationalmannschaft fälschte vor den Olympischen Spielen in Peking (2022) ein Covid-Zertifikat. Weil sich der Nationaltrainer, der das Schweizer Team von 2015 bis 2026 führte und in dieser Zeit mit ihm drei Vize-Weltmeistertitel errang, gegenüber einem Journalisten des Schweizer Fernsehens bezüglich seiner Verfehlung verplapperte, ist die «Causa Patrick Fischer» zum medialen Dauerbrenner geworden. Juristisch fand der Fall mit einem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern einen Abschluss.

Bekannt ist bis jetzt geworden, dass der Journalist, gegenüber dem sich Patrick Fischer wahrheitsgemäss wegen des Strafbescheids (Urkundenfälschung) geäussert hatte, bei der Staatsanwaltschaft Luzern vorstellig wurde und diese bewog, den von ihr erlassenen Strafbefehl gegen Patrick Fischer herauszugeben. Die Covid-Zertifikats-Fälschung nahm im Kanton Graubünden ihren Anfang. Die Behörden gingen dort gegen eine kriminelle Gruppe vor, die während der Corona-Pandemie Impfungen und gefälschte Zertifikate organisiert hatte. Weil Patrick Fischer im Kanton Graubünden keinen Wohnsitz hat, übergaben die Bündner den Fall an die Kollegen in Luzern. In seinem Wohnsitzkanton erfolgte die rechtskräftige Verurteilung von Patrick Fischer durch den Strafbefehl.

Weil der langjährige Nationalcoach dem TV-Journalisten Pascal Schmitz die Covid-Fälschungsgeschichte und die Verurteilung wegen Urkundenfälschung erzählte, verlangte der Medienschaffende, der in den Augen der Öffentlichkeit teils als «Petzer» gilt und vom Schweizer Fernsehen zwischenzeitlich vom Bildschirm abgezogen wurde, Einsicht in den rechtskräftigen Strafbefehl. Diese wurde ihm gewährt, wobei folgendes zu berücksichtigen ist: Es stellt sich die Frage, ob ein öffentliches Interesse an dieser Vorgehensweise, Herausgabe des Strafbefehls aufgrund des öffentlichen Interesses, besteht. Wird ein derartiges Gesuch gestellt, erfolgt eine Interessenabwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und den Schutzinteressen der betroffenen Person. Im Dunkeln liegen die Erwägungen der Luzerner Staatsanwaltschaft, weshalb beim Einsichtsgesuch in den Strafbefehl ein öffentliches Interesse angenommen wurde. Dazu erfolgte bis jetzt keine Stellungnahme. Es wird wohl letztlich ein Gericht darüber zu befinden haben, aufgrund welcher Überlegungen und gestützt auf welche Rechtsquellen die Herausgabe des Strafbefehls wegen öffentlichen Interesses angeordnet wurde.

Patrick Fischer ist als Nationalcoach der Schweizer Nationalmannschaft abgelöst worden; übernommen hat Jan Cadieux. Zurück zur strafrechtlichen Sanktion zum Nachteil von Patrick Fischer: Es wird mit einer gewissen Spannung zu verfolgen sein, wie das öffentliche Interesse am Strafbefehl in der «Causa Patrick Fischer» begründet werden soll. Diese und andere Fragen werden auch die bevorstehende Eishockey-WM (vom 15. Bis 31. Mai) überdauern. Die Hintergründe des «Falles Patrick Fischer» werden auch während des Turniers in der Schweiz als grosse Unbekannte im Dunkeln bleiben und als «Damoklesschwerter» über der Gross-Veranstaltung hängen.

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