Weiteres Schadenersatzverfahren im US-Radsport – Dopingsumpf

dollar-1319603_1280 (causasportnews / red. / 17. Februar 2017) Einst traten sie gemeinsam in die Pedalen und fuhren von Erfolg zu Erfolg. Seit Jahren sind sie auch die Hauptakteure bei der juristischen Aufbereitung des US-Radsport-Dopingsumpfes, dem die beiden ehemaligen Sport-Asse seit Jahren zu entrinnen versuchen. Mit unterschiedlichen Mitteln und mit ebenso unterschiedlichen Strategien. Während der grossen Radsport-Zeiten fuhr Lance Armstrong allen davon. Teils wurde er sekundiert von Floyd Landis, der später als Captain im Schweizer Phonak-Team einen grandiosen Tour de France-Sieg realisierte (2006). Lance Armstrong fuhr sogar sieben Mal als Sieger des härtesten Radrennens der Welt auf der Avenue des Champs Elysées ein. Alles Lug und Trug: Beide Sportler wurden als Dopingdelinquenten entlarvt, Titel und Rangierungen wurden gestrichen, sie mussten einschneidenste Sanktionen gewärtigen und stehen seit Jahren in juristischen Auseinandersetzungen – und versuchen sich in Vergangenheitsbewältigung. Dabei scheint Floyd Landis, der dem Schweizer Radsport-Mäzen Andy Rihs mit dem Tour de France-Sieg 2006 zuerst den schönsten sportlichen Erfolg und danach die herbste Enttäuschung beschert hatte, die bessere Strategie gewählt zu haben: Als „Whistleblower“ lässt er sich bei den gegen Lance Armstrong laufenden Verfahren gegen seinen ehemaligen Teamkollegen einspannen und hat Aussichten, auf diese Weise in absehbarer Zeit mit Millionen überhäuft zu werden. So sieht es jedenfalls das spezielle amerikanische Rechtssystem vor. Lance Armstrong hingegen kommt seit Jahren nicht mehr aus der juristischen Defensive heraus, auch jetzt nicht, nachdem ein US-Gericht in Washington eine Schadenersatzklage gegen ihn zugelassen hat. Im Prozess des damaligen Team-Sponsors und –Namensgebers, US Postal Service, gegen den ehemaligen Captain des Teams, Lance Armstrong, geht es um gigantische Summen. US Postal Service fordert rund 100 Millionen Franken Schadenersatz vom gefallenen, ehemaligen Rad-Star. Die Wahrscheinlichkeit, dass Lance Armstrong diesen Prozess verliert, scheint eher hoch zu sein. Die Anwälte von US Postal Service machen geltend, der Fahrer habe durch die damals nicht bekannten Doping-Aktivitäten das Team und die Geldgeber der Mannschaft betrogen, weil die Unterstützungsbeiträge bei Kenntnis der Sachlage nicht geflossen wären. Das Argument des ehemaligen Fahrers, US Postal Service habe von der Kooperation profitiert, weshalb nichts geschuldet sei, mutet eher hilflos an. War auf dem Rennsattel die Konstellation in der gemeinsamen Radsportzeit noch umgekehrt: Lance Armstrong war der Chef, Floyd Landis der Helfer, scheint sich in der juristischen Aufarbeitung des US-Radsport-Dopingsumpfs das Blatt zu wenden: Floyd Landis ist auf dem besten Weg, eine ansehnliche Summe zu Folge seiner „Whistleblower“-Tätigkeit einstreichen zu können – gesprochen wird von einem Betrag von über 30 Millionen Schweizer Franken – , während Lance Armstrong bald einmal gewaltig zur Kasse gebeten werden könnte. Schon vor zwei Jahren verlor er einen Schadenersatzprozess und musste seinem ehemaligen Sponsor SCA Promotions rund 10 Millionen Schweizer Franken bezahlen.

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