„Neue Zürcher Zeitung“ muss FIFA-Berichterstattung korrigieren

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„Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ), 27/28. August 2016

(causasportnews / red. / 27. August 2016) Gegendarstellungen werden immer wieder verlangt, um geäusserte Tatsachenbehauptungen ins richtige Licht zu rücken. Im Bereich des Sports ist dies eher eine Ausnahme. Und wenn es die etablierteste Zeitung der Schweiz, die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) betrifft, kommt eine veröffentlichte Gegendarstellung fast einer kleinen Sensation gleich. Diese ist heute Tatsache geworden: Im Sportteil der NZZ findet sich eine Gegendarstellung des Internationalen Fussballverbandes (FIFA) und von Gianni Infantino, Präsident des Verbandes. Die abgedruckte Gegendarstellung bezieht sich auf ein gross aufgemachtes Interview der Zeitung mit dem Basler Strafrechtsprofessor Mark Pieth, der als Gewährsperson der Medien gilt, wenn es um Kritik am Weltfussballverband und an Gianni Infantino geht. Dieser hat sich dabei nicht nur weitgehend negativ und kritisch zu Vorkommnissen in der FIFA geäussert und dabei den neu gewählten Präsidenten ins Visier genommen, sondern offenbar auch einige Tatsachen unkorrekt dargestellt. Bezüglich dieser Tatsachen musste sich die NZZ mit dem Abdruck einer Gegendarstellung, einem Mittel des Persönlichkeitsschutzes; Art. 28g ff. ZGB, nun korrigieren lassen. So hatte der Interviewte u.a. gesagt, der neue FIFA-Präsident hätte eine Statutenänderung bezüglich Kompetenzregelungen in der FIFA veranlasst, um bestimmte Personen ihrer Unabhängigkeit zu berauben, was offenbar unzutreffend ist, ebenso die Aussage des Basler Professors, die Mitglieder der FIFA-Ethikkommission seien institutionell nicht mehr unabhängig. Die FIFA und Gianni Infantino verwahren sich mit der Gegendarstellung auch gegen die Äusserung von Mark Pieth, es habe wegen kritischer Äusserungen gegenüber dem Präsidenten Entlassungen in der FIFA gegeben. Entgegnet wurde auch der Aussage von Mark Pieth, der FIFA-Präsident habe Flüge unternommen und sei diesbezüglich einen Interessenkonflikt einzugehen bereit gewesen, weil Wladimir Putin und der Emir von Katar die Referenzpunkte gesetzt hätten. Alles in allem wehrten sich die FIFA und der FIFA-Präsident dagegen, dass die NZZ und Mark Pieth, letzterer übrigens vor nicht allzu langer Zeit mit seinem Basler Institut gut bezahlter Beauftragter der FIFA, diverse Tatsachen falsch dargestellt hätten. Weil die gesetzlichen Voraussetzungen bezüglich Publikation der Gegendarstellung offensichtlich gegeben waren, hat die NZZ diese in der heutigen Ausgabe veröffentlichen müssen und dürfte sich dabei an den Grundsatz erinnert haben: Nur wer sich nicht äussert, wird nicht widerlegt…

 

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