Sportrechte: Weg vom Sportfernsehen, hin zum Internet

(causasportnews / red. / 18. August 2016) Noch vor dem Abschluss der Olympischen Spiele 2016 in Rio werden bereits Bilanzen gezogen – nicht nur solche sportlicher Art. Gross-Events, wie Olympische Spiele oder auch Fussball-Weltmeisterschaften, sind nicht nur sportliche Highlights, sondern ebenso gigantische Wirtschaftsfaktoren. Damit hängt die Vermarktung solcher Anlässe zusammen, wobei die Fernsehvermarktung im Vordergrund steht und den Organisatoren (in Rio ist es das Internationale Olympische Komitee, IOC) immer schwindelerregendere Beträge in die Kassen spült. Und ein Ende dieser Preisspirale ist kaum abzusehen. Oder doch? Bei Betrachtung der Angaben der amerikanischen TV-Kette NBC als zukunftsweisende Indikatoren, werden die Erlöse aus der Rechteverwertung an grossen Sportanlässen künftig zurückgehen. Sicher ist, dass sich das TV-Zuschauerverhalten verändert hat. In Rio sind bereits massive Einbrüche bei den TV-Zuschauerzahlen zu verzeichnen. Es wird von Zuschauereinbussen bis zu 30% gesprochen (so etwa bei den wichtigsten Marktteilnehmern, den Jungen). Die abgewanderten, ehemaligen TV-Konsumenten gelten jedoch als für die Vermarktung nicht verloren. Geändert hat sich aber insbesondere ihr Marktverhalten. Die Jungen wenden sich vor allem dem Internet zu. Tablets oder Smartphones ermöglichen ein Höchstmass an visueller Flexibilität. TV ist tendenziell das Medium der „Stubenhocker“ geworden. Dieser Trend scheint signifikant zu sein und dürfte das künftige Sport-Konsumverhalten der Menschen aufzeigen. Das Fernsehen wird kontinuierlich verlieren, das Internet dazu gewinnen. Alles in allem dürfte dieser Trend zu einer Preiskonsolidierung bezüglich des Produktes „Sport“ führen. Der (statische) Fernsehzuschauer scheint jedenfalls empfänglicher für Werbung zu sein als der (dynamische) Internet-Konsument. Dieselbe Werbefülle wie über das Fernsehen würde demnach über das Internet eher nicht zu verbreiten sein; im Internet lässt sich Werbung auch einfacher „wegdrücken“. Es kommt hinzu, dass die grossen Sportveranstalter immer mehr dazu übergehen, die Inhalte von Sportveranstaltungen selber zu produzieren und – von Werbepartnern begleitet – aufzubereiten. Bei der Betrachtung dieser Trendwende im Sport-Konsumverhalten könnten diejenigen Experten bald Recht bekommen, die schon seit geraumer Zeit von einem überteuerten „Produkt Sport“ sprechen. Ob der neue Internet-Konsument den abgewanderten TV-Zuschauer in wirtschaftlicher Hinsicht vollwertig wird ersetzen können, scheint zweifelhaft.

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