Nach dem Doping- der Forschungsskandal

(causasportnews / err. / 11. Januar 2016) Die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i.Br. wird seit Jahren mit der Dopingvergangenheit in Zusammenhang gebracht. Zur Abklärung der betrügerischen Vorgänge an der bekannten Hochschule ist 2007 eine Expertenkommission eingesetzt worden, welche immer noch an der Arbeit ist und insbesondere abzuklären hat, inwieweit Sportärzte aus Freiburg in Dopingvorgänge verstrickt gewesen sind. Die Kommission ist nun bei der Aufbereitung der Dopingvorgänge in Freiburg auf einen Forschungsskandal im Fach Sportmedizin gestossen, wie aus verschiedenen Quellen zu vernehmen ist. Bei Fachpublikationen, Dissertationen und Habilitationen, die insbesondere nach 1980 geschrieben worden sind, sollen „erhebliche wissenschaftliche Mängel“ festgestellt worden sein. Offenbar beruhen Arbeiten auf Fälschungen von Daten und Selbstplagiaten; ebenso bestehen Anhaltspunkte, dass wissenschaftliche Arbeiten mit minimalen Änderungen ohne entsprechende Hinweise mehrfach in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind und fehlerhafte Publikationen Grundlage für Bewerbungen auf Lehrstühle usw. bildeten. Die Universität will die Vorgänge überprüfen. Dies soll in Verfahren, die für wissenschaftlich unredliches Verhalten vorgesehen sind, erfolgen, teilte die Universitäts-Leitung mit. Die Kommission hat an ehemalige Doktoranden der Universität, welche in die Vorgänge passiv involviert waren, appelliert, sich zu melden. Im Rahmen ihrer Tätigkeit deckte die Kommission bisher bereits einige Plagiatsfälle auf, was zum Entzug oder zur Rückgabe von Habilitationen geführt hatte. Der Forschungsskandal in Freiburg – an sich ein „Derivat“ der Dopinguntersuchungen an der Hochschule – ist nach Ansicht der Kommissionsvorsitzenden Prof. Letizia Paoli „eine neue Dimension wissenschaftlichen Fehlverhaltens mit möglicherweise gravierenden Folgen für das Fach Sportmedizin und den gesamten betroffenen Wissenschaftsbetrieb“. Über das Ausmass des wissenschaftlichen Skandals bestehen derzeit lediglich Mutmassungen. Der vorgelegte Kurzbericht umfasst 16 Seiten; ein ausführlicher Report ist in Aussicht gestellt.

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