Olympische Spiele: Freude herrscht!

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Die Olympischen Spiele 2016 werden zwischen dem 5. und 21. August 2016 in Rio de Janeiro stattfinden.

In 365 Tagen sind die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro bereits im Gang. Grund genug für das veranstaltende Internationale Olympische Komitee (IOK) , knapp ein Jahr vor Beginn des Events positiv in die olympische Zukunft zu blicken. Das IOK ist sich denn auch der stimmungsmässigen Unterstützung der Welt-Öffentlichkeit und der Mediengemeinschaft sicher. In Rio wird nur Freude herrschen, ist die Welt unisono einer Meinung. Nichts von Kritik, wie sie etwa vor einem Jahr anlässlich der Weltmeisterschafts-Endrunde in Brasilien über den Weltfussballverband FIFA niederprasselte. Finanziert werden die Spiele von Rio hauptsächlich von Privaten (dicitur); allerdings stammt ein grosser Teil der benötigten Kredite, die Rede ist von Kosten in der Grössenordnung von 12 Milliarden Schweizer Franken, die weitgehend in die zu erstellende Infrastruktur fliessen, von staatlichen Banken. Das IOK geniesst- im Gegensatz zur FIFA – weltweiten Goodwill. Der FIFA ist die Rolle des Prügelknaben zugedacht, obwohl die mit Blick auf die Fussball-WM errichteten Fussballstadien auch für Olympia wieder verwendet werden können. Also kann der legendäre Ausspruch „Freude herrscht“ vom Schweizer alt Bundesrat Adolf Ogi, einem bekennenden Fan des Olympionismus‘ auch heute angewendet werden. Der Olympische Zirkel hat zudem noch einen weiteren Grund zur Freude, wurde doch vor wenigen Tagen der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022 erfolgreich vergeben. Letztlich blieben im Bewerberrennen für 2022 zwei Destinationen übrig: Peking (China) und Almaty (Kasachstan). Nach 2008 (Olympische Sommerspiele, zusammen mit Hongkong) darf die Chinesische Metropole nun auch Olympische Winterspiele organisieren. Alles, was jeweils sonst im Zusammenhang mit China kritisiert wird (Menschenrechtssituation, eigenartiges Ökologie-Verständnis der Chinesen), ist kaum mehr ein Thema. China garantiert wirtschaftlich Perspektiven auch im Zusammenhang mit grossen Sportanlässen. So wird Peking wohl auch zu den Favoriten bei der Vergabe zur Fussball-Weltmeisterschaft 2026 zählen – allerdings ist davon auszugehen, dass dann auch die Kontra-Stimmen wieder lautstark zu vernehmen sein werden. Olympia und Fussball sind eben zwei verschiedene paar Schuhe. Oder: Quod licet IOK, nun licet FIFA.

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